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Mi, 17:00 Uhr
26.02.2020
Bürger informieren

Bürgerbegehren bezüglich des Schulneubaus im Kyffhäuserland

Offener Brief an die Antragsteller zum Bürgerbegehren bezüglich des Schulneubaus im Kyffhäuserland. Bitte ziehen Sie Ihren Antrag auf das Bürgerbegehren zurück! Aufruf an die Bevölkerung: Leisten Sie bitte keinerlei Unterschriften! Mit diesem Aufruf wendet sich eine Elterninitiative und gleichgesinnte Bürger an kn. Dazu dieser Wortlaut...

Sehr geehrter Herr Merten, sehr geehrte Frau Bergner, sehr geehrter Herr Ebeling,
wir haben für unsere Gemeinde in Zeiten leerer öffentlicher Kassen und knapper Bildungsbudgets die einmalige Chance erhalten, einen Neubau für unsere bestehende Grundschule zu realisieren und die Grundschule im Kyffhäuserland zu retten. Zudem ist das Schulkonzept einmalig in Nordthüringen. Laut Aussage des Schulverwaltungsamtes des Kyffhäuserkreises wird der Schulbetrieb im jetzigen Gebäude langfristig nicht aufrecht erhalten werden können, da das Haus trotz Sanierung heutigen Standards (z.B. Sicherheit) für Schulgebäude nicht mehr gerecht werden kann.


Es wurde zwei Jahre lang über einen Schulneubau diskutiert, die Standortfrage wurde bis zum 31.12.2019 immer und immer wieder unter allen möglichen Aspekten besprochen und abgewogen. All jene, die den Sitzungen des Gemeinderates Kyffhäuserland beigewohnt haben, wissen, dass die von uns gewählten Gemeinderatsmitglieder die Standortentscheidung nicht leichtfertig getroffen haben, man ihnen ein verantwortungsvolles Handeln bescheinigen kann. Der Kreistag wollte die ländliche Region stärken und die städtischen Schulen entlasten. Auch hier wurde durch unsere demokratisch gewählten Vertreter des Kreistages für einen Neubau am Standort Bendeleben mehrheitlich entschieden. Man möchte so allen Kindern der Ortsteile der Gemeinde Kyffhäuserland die Möglichkeit bieten gemeinsam eine zentral gelegene Dorfgrundschule zu besuchen.

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Daher sollte zum jetzigen Zeitpunkt Bendeleben als neuer Schulstandort nicht mehr in Frage gestellt, sondern akzeptiert werden. Die Schulkonferenz hatte als Interessenvertreter der Kinder, die Ansicht vertreten, dass sowohl in Rottleben als auch in Bendeleben ein anregendes Umfeld zum Lernen und Wachsen ermöglicht werden kann. Die Fördermittel sind für das Jahr 2021 für unsere Kyffhäuserland-Grundschule in Aussicht gestellt. Einzige Voraussetzung, die es nun noch zu erfüllen gilt, ist eine Antragstellung zum Mittelabruf bis zum 30.06.2020.

Durch den von Ihnen gestellten Antrag auf Durchführung eines Bürgerbegehrens bezüglich der Standortfrage, sind diese Mittel nun in Gefahr, da für den Fördermittelantrag eine Sperrwirkung eintritt und die Antragsfrist ungenutzt verstreichen wird. Die Fördermittel werden dann anderweitig vergeben. Damit wären nicht nur Bendeleben und Rottleben die Verlierer, sondern vor allem unsere Kinder, die an überfüllten städtischen Schulen unterrichtet werden müssen. Ihre Lernbedingungen verschlechtern sich dadurch massiv. Uns bleibt dann nur ein Antragsversuch im Jahr 2021, allerdings mit ungewissem Ausgang. Dass viele Schulen im Freistaat auf Fördermittel warten, wissen wir alle. Wir wären dann nur ein Bittsteller unter Vielen. Zumal fraglich ist, ob im Jahr 2021 überhaupt Fördermittel zur Verfügung gestellt werden können.

Weiterhin gilt auch zu bedenken, dass bei Durchführung des Bürgerbegehrens der gesamte Kyffhäuserkreis befragt wird. In Roßleben oder Keula wird sich mit dieser Thematik, die die UNSERE ist, aber niemand so umfassend beschäftigen wie unsere Gemeindevertreter und folglich kann auf diesem Wege auch keine sachgerechte Entscheidung getroffen werden. Warum also wird eine so wichtige Frage, die stark lokal UNS und UNSERE KINDER betrifft an Unbeteiligte abgegeben?

Das Bürgerbegehren zum Erhalt des Schulstandort Rottleben wird dazu führen, dass der Gemeinde Kyffhäuserland letztlich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Fördermittel genehmigt werden und so der Schulstandort Kyffhäuserland gänzlich stirbt. Wir können unseren Kindern dann keine Dorfgrundschule mehr bieten.

Es kann nicht in Ihrem Interesse liegen unseren Kindern die Möglichkeit zu rauben gemeinsam in eine heimatnahe Dorfgrundschule mit angenehmen Lernumfeld zu gehen. Haben wir dieses Privileg als Kinder nicht alle genossen? Haben unsere Eltern nicht die Sicherheit und Geborgenheit geschätzt, die die dörfliche Schulumgebung geboten hat? Warum soll unseren Kindern dieses Recht genommen werden?

Es steht in unserer Verantwortung unseren Kindern die besten Voraussetzungen für Ihre Entwicklung zu bieten. Für die Interessen, die hinter dem Bürgerbegehren stehen, gibt es so viele andere Themen und Projekte in unserer Gemeinde, bei denen ebenfalls die Rivalität und Feindseligkeiten untereinander hemmend auf Kyffhäuserland wirken. Konzentrieren wir unsere Energie doch lieber auf die Entwicklung und Entfaltung unserer Dörfer als Ganzes, dort können wir so viel bewirken. Seien wir so umsichtig, dass wenigstens die Kinder in unserer kleinen Gemeinde auf das verantwortungsvolle Handeln der sie umgebenden Erwachsenen zählen können.

Es sollte beim Projekt Schule, nicht primär um die politischen oder kommunalen Interessen einzelner Gemeinden gehen, sondern im Interesse unserer Kinder und ihrer Eltern entschieden und die Zukunft der lokalen Bildung gestärkt werden. Der Schulstandort Kyffhäuserland darf nicht gefährdet werden!



Lassen Sie es uns für unsere Kinder richtig machen. Für unsere Kinder sind Fördermittel zum Bau einer neuen zeitgemäßen Grundschule in Aussicht gestellt. Es ist unsere Verantwortung als Erwachsene diese Mittel abzurufen, weil JETZT die Chance dazu besteht. Wir bitten Sie inständig Ihren Antrag auf Durchführung eines Bürgerbegehrens bezüglich der Standortfrage zurück zu nehmen und damit die Blockierung der Fördermittel zu beheben, bevor es zu spät ist und wieder einmal Kinder unter der Rivalität von Erwachsenen leiden müssen.

Bitte nehmen Sie Ihren Antrag zurück – für unsere Kinder!

Die Einwohner des Kyffhäuserkreises bitten wir: Helfen Sie uns, indem Sie KEINERLEI UNTERSCHRIFTEN leisten! Jede Unterschrift, die aktuell in dieser Sache geleistet wird, ist eine Unterschrift gegen die Chance unserer Kinder ihre Schule zu erhalten.

Verfasser: Elterninitiative und gleichgesinnte Bürger
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Kommentare

26.02.2020, 20.25 Uhr
Mr0815 | Zitat:
„Es kann nicht in Ihrem Interesse liegen unseren Kindern die Möglichkeit zu rauben gemeinsam in eine heimatnahe Dorfgrundschule mit angenehmen Lernumfeld zu gehen. Haben wir dieses Privileg als Kinder nicht alle genossen? Haben unsere Eltern nicht die Sicherheit und Geborgenheit geschätzt, die die dörfliche Schulumgebung geboten hat? Warum soll unseren Kindern dieses Recht genommen werden?“

Erzählen Sie das doch mal Kindern und Eltern aus Seega und Günserode. Für die wäre eine asphaltierte Anbindung von Seega nach Bad Frankenhausen ein kürzerer Weg, als die angedachte Strecke nach Bendeleben.
Wenn man schon beginnt nostalgische Anwandlungen zu haben, sollte man fairerweise sagen, daß zu DDR Zeiten jedes Dorf eine eigene Dorfgrundschule hatte. DAS war angenehm und hat Sicherheit und Geborgenheit geboten und nicht Schulwege für 5 oder 6 jährige Kinder von 10 oder mehr Kilometern.

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26.02.2020, 21.11 Uhr
PIMI | Warum nicht Rottleben ?
gegen die Propaganda-Mühle eine einfache Frage: Warum nicht in Rottleben ? Dort leben genug Familien mit Kindern, die gern im Ort die Schule besuchen möchten. Vielleicht ist auch die Gemeinde KYF- Land ein typisches Bild jetzt und hier in Thüringen, zu viel und zu teuere Bürokratie im Land.

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