Fr, 07:00 Uhr
06.03.2020
Lichtblicke der Woche
Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit und Güte
Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.
Ps 25, 6
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich gedenke, ich erinnere mich, an das was ich diese Woche erleben durfte. Kleine Dinge. Das Lächeln meiner Kinder, die selbstverständlich gewordenen Nachbarn, Freunde und Menschen mit denen ich eine schöne und wunderbare Geschichte verbinde. Ich denke an die Freiheit, die ich genieße, auch an die Freiheit der anderen Menschen. Manchmal bestätigt ihre Freiheit mich, aber sie kann auch herausfordern und für mich eine Zumutung sein.
Ich denke an das Essen, was ich zu mir nehme. Das Wasser, das aus meinem Hahn läuft. Ja ich bezahle es, aber das es überhaupt da ist, daran denke ich gerade in diesem Moment. Sonst denke ich, um ehrlich zu sein, eher selten daran. Ich denke an die Menschen, die mich lieben und auch in meinen unerträglichen Momenten an dieser Liebe festhalten. Ich denke an dich Gott, der du mir deine Güte, Interesse und Liebe als Wesen zu sprichst. Auch in meinen finsteren Momenten. Und da fühle ich mich gesegnet und geliebt. Manchmal auch unverdient.
Und ich kann nur erleichtert aus atmen und hauchen:
Gedenke Herr, an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen ist.
Ich gedenke, ich erinnere mich, an das was ich diese Woche gesehen habe. An das was ich diese Woche gehört und gelesen habe. An das was ich diskutiert habe. Ich denke an die Dinge, die ich gesagt oder gedacht habe, als ich mich geärgert habe. Über Menschen die mir fern und nahe stehen, über mich selbst. Ich denke daran, was ich im Zorn dachte oder gesagt habe. Das Finstere, das da brodelt und nur darauf wartet, hervor zu kommen. Ich sehe die Finsternis, wenn ich schaue, was so geschrieben wird. Über Hanau. Über Volkmarsen. Über Menschen, die mit Tränengas an der griechischen Grenze beschossen werden. Über Menschen, die sich unsichtbar und nicht gehört fühlen. Über diejenigen die anderer Meinung sind. Ich erinnere mich und gedenke.
Und fühle mich ohnmächtig. Ich bin konfrontiert mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten und dem was andernorts geschieht. Da kann ich in dieser Zeit, in der es um die Geschichte Jesu vom Beginn seines Wirkens bis zum Kreuz geht, nur innehalten.
Und zu Gott flüstern:
Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit, die von Ewigkeit her gewesen ist.
Der Sonntag dieser Woche heißt Reminiszere: Also Gedenke!. Er heißt so, weil das Gedenken, oder wie wir heute sagen würden erinnern, das zentrale Thema des Psalms 25 ist. Dieser Psalm ist der Psalm der zweiten Woche in der Passionszeit. Erinnern soll ich mich an das was ich erlebt habe, wie ich mich verhalten und was mir widerfahren ist und was das ganze mit Gott zu tun haben könnte. Ich versuche mich ungeschönt und ohne Nostalgie-Brille zu erinnern, auch wenn ich dann Situationen begegne, die schmerzen und auch beschämen können. Aber dadurch sehe ich auch was mir geschenkt ist: Güte und Barmherzigkeit.
Die Güte, dass ich wertvoll bin. Das Sie, die sie das jetzt lesen, wertvoll sind.
Mit dem was gelingt, mit dem wo wir im Affekt andere verletzen. Sogar dann noch wenn es vorsätzlich geschieht, weil wir der Finsternis nachgeben haben.
Die Barmherzigkeit ist uns geschenkt, dass Gott uns verzeiht und zur Umkehr ermutigt, auch dann, wenn wir uns selbst nicht verzeihen können und die schlimmen Dinge in unserem Leben so in uns vergraben, damit wir sie nicht mehr sehen können.
Daraus entsteht bei mir der Wunsch, dass andere diese Güte und Barmherzigkeit Gottes durch mich erfahren können.
Und dann sehe ich die Bilder anders an die ich mich erinnere.
Dann sehe ich Jesus mit einem Lächeln neben mir stehen, wenn ich Zuneigung erfahre und schenke. Dann spüre ich seine Hand auf mir,wenn ich seine Namen flüstere.
Dann sehe ich ihn aber auch mit wässrigen Augen, wenn Häme und Hass im Netz herumgeschleudert werden und alles besudeln.
Dann sehe ich ihn bei denen, die sich ungehört und unsichtbar fühlen.
Dann sehe ich ihn mit versteinerter Miene inmitten der Menschen, zwischen denen die Tränengasgranaten niederregnen.
Ich sehe ihn bei jedem von uns stehen, in Ohnmacht und Kraft. Dunkelheit und Licht.
Ich flüstere:
Gedenke HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.
Autor: redPs 25, 6
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich gedenke, ich erinnere mich, an das was ich diese Woche erleben durfte. Kleine Dinge. Das Lächeln meiner Kinder, die selbstverständlich gewordenen Nachbarn, Freunde und Menschen mit denen ich eine schöne und wunderbare Geschichte verbinde. Ich denke an die Freiheit, die ich genieße, auch an die Freiheit der anderen Menschen. Manchmal bestätigt ihre Freiheit mich, aber sie kann auch herausfordern und für mich eine Zumutung sein.
Ich denke an das Essen, was ich zu mir nehme. Das Wasser, das aus meinem Hahn läuft. Ja ich bezahle es, aber das es überhaupt da ist, daran denke ich gerade in diesem Moment. Sonst denke ich, um ehrlich zu sein, eher selten daran. Ich denke an die Menschen, die mich lieben und auch in meinen unerträglichen Momenten an dieser Liebe festhalten. Ich denke an dich Gott, der du mir deine Güte, Interesse und Liebe als Wesen zu sprichst. Auch in meinen finsteren Momenten. Und da fühle ich mich gesegnet und geliebt. Manchmal auch unverdient.
Und ich kann nur erleichtert aus atmen und hauchen:
Gedenke Herr, an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen ist.
Ich gedenke, ich erinnere mich, an das was ich diese Woche gesehen habe. An das was ich diese Woche gehört und gelesen habe. An das was ich diskutiert habe. Ich denke an die Dinge, die ich gesagt oder gedacht habe, als ich mich geärgert habe. Über Menschen die mir fern und nahe stehen, über mich selbst. Ich denke daran, was ich im Zorn dachte oder gesagt habe. Das Finstere, das da brodelt und nur darauf wartet, hervor zu kommen. Ich sehe die Finsternis, wenn ich schaue, was so geschrieben wird. Über Hanau. Über Volkmarsen. Über Menschen, die mit Tränengas an der griechischen Grenze beschossen werden. Über Menschen, die sich unsichtbar und nicht gehört fühlen. Über diejenigen die anderer Meinung sind. Ich erinnere mich und gedenke.
Und fühle mich ohnmächtig. Ich bin konfrontiert mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten und dem was andernorts geschieht. Da kann ich in dieser Zeit, in der es um die Geschichte Jesu vom Beginn seines Wirkens bis zum Kreuz geht, nur innehalten.
Und zu Gott flüstern:
Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit, die von Ewigkeit her gewesen ist.
Der Sonntag dieser Woche heißt Reminiszere: Also Gedenke!. Er heißt so, weil das Gedenken, oder wie wir heute sagen würden erinnern, das zentrale Thema des Psalms 25 ist. Dieser Psalm ist der Psalm der zweiten Woche in der Passionszeit. Erinnern soll ich mich an das was ich erlebt habe, wie ich mich verhalten und was mir widerfahren ist und was das ganze mit Gott zu tun haben könnte. Ich versuche mich ungeschönt und ohne Nostalgie-Brille zu erinnern, auch wenn ich dann Situationen begegne, die schmerzen und auch beschämen können. Aber dadurch sehe ich auch was mir geschenkt ist: Güte und Barmherzigkeit.
Die Güte, dass ich wertvoll bin. Das Sie, die sie das jetzt lesen, wertvoll sind.
Mit dem was gelingt, mit dem wo wir im Affekt andere verletzen. Sogar dann noch wenn es vorsätzlich geschieht, weil wir der Finsternis nachgeben haben.
Die Barmherzigkeit ist uns geschenkt, dass Gott uns verzeiht und zur Umkehr ermutigt, auch dann, wenn wir uns selbst nicht verzeihen können und die schlimmen Dinge in unserem Leben so in uns vergraben, damit wir sie nicht mehr sehen können.
Daraus entsteht bei mir der Wunsch, dass andere diese Güte und Barmherzigkeit Gottes durch mich erfahren können.
Und dann sehe ich die Bilder anders an die ich mich erinnere.
Dann sehe ich Jesus mit einem Lächeln neben mir stehen, wenn ich Zuneigung erfahre und schenke. Dann spüre ich seine Hand auf mir,wenn ich seine Namen flüstere.
Dann sehe ich ihn aber auch mit wässrigen Augen, wenn Häme und Hass im Netz herumgeschleudert werden und alles besudeln.
Dann sehe ich ihn bei denen, die sich ungehört und unsichtbar fühlen.
Dann sehe ich ihn mit versteinerter Miene inmitten der Menschen, zwischen denen die Tränengasgranaten niederregnen.
Ich sehe ihn bei jedem von uns stehen, in Ohnmacht und Kraft. Dunkelheit und Licht.
Ich flüstere:
Gedenke HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.