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Mo, 08:00 Uhr
23.03.2020
Bleicheröderin Celina Gries berichtet aus Australien

Grüße aus Down Under III

Für ein Jahr hatte sich die Abiturientin Celina Gries zu einem Arbeitsaufenthalt in Australien verpflichtet. Im letzten nnz-Beitrag berichtete sie über die ersten vier Wochen ihres Roadtrips durch Australien. Hier folgt Teil 2 des Reports...

down under III (Foto: C.Gries) down under III (Foto: C.Gries)
Vor der berühmten Oper in Sidney

Die unvergessliche Tour entlang der Great Ocean Road endete in Melbourne. Der 12-stündige Aufenthalt dort brachte mich aufgrund der schön geschmückten Stadt in Weihnachtsstimmung. Nächster Halt: Canberra, die Hauptstadt Australiens. Der perfekte Ort für den Heiligabend, den ich zum ersten Mal in ungewohnter Weise allein ohne meine Familie verbrachte.

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Der 24.12.2019 - ganz anders als sonst: Ich sah mir das Nationalmuseum, Kunstmuseum sowie das Parlament an. Am Abend kochte ich und entspannte im Whirlpool meines Hostels. Am ersten Weihnachtsfeiertag fuhr ich für weitere zwei Wochen nach Sydney. Ich konnte es kaum erwarten, dort meine Freunde endlich wiederzutreffen. Nach einem Monat Alleinreisen und den vielen Eindrücken war ich sehr glücklich darüber, wieder jemanden an meiner Seite zu haben.

Feuerwerk (Foto: C.Gries) Feuerwerk (Foto: C.Gries)
Das Neujahrsfeuerwerk in Sidney

Sydney hat sehr viel zu bieten: Harbourbridge, Opera House, Botanischer Garten, Hafen, Shoppingmöglichkeiten, Bondi Beach, Taronga Zoo sowie künstlerische Viertel mit Street-Art. All dies sahen wir uns innerhalb der zwei Wochen an. Ein unvergessliches Highlight: das Neujahrsfeuerwerk! Dafür nahmen wir, eine Gruppe von 20 Freiwilligen, 14 Stunden Warten im Park in Kauf, um eine gute Sicht auf das Event zu haben. Sydney steht zu Silvester Kopf, die Stadt ist von Menschen geflutet. Ich begann also das Jahr 2020 in dieser atemberaubenden Metropole... einzigartig Augenblicke, die ich nie vergessen werde! Dass bereits kaum drei Monate später die Welt aus den Fugen gerät und die Bevölkerung vor einer Katastrophe steht, konnte niemand erahnen.

Am 6. Januar setze ich meine Reise mit zwei Freunden entlang der Ostküste Richtung Norden fort. Zuerst fuhren wir für zwei Tage in Australiens zweitälteste Stadt Newcastle. Die Luft dort war extrem verraucht und man konnte sich aufgrund angrenzender Buschfeuer nicht lange draußen aufhalten. Mich beeindruckte das „Bogey Hole“, ein natürlicher Pool an der Steinküste, sowie der englische Charme der Stadt. Nachts kamen wir in Port Macquerie an und ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm, denn die Stadt war in starkem Rauch der Buschfeuer gehüllt. Mit jedem Atemzug nahm man den Qualm wahr. Dort hielten wir uns nur einen Tag auf und sahen uns das Koala-Hospital an, eine Rettungsstation für Koalas, die krank oder aufgrund der Brände verletzt waren. Auf dem Rückweg zum Motel fing es plötzlich an, wie aus Eimern zu regnen. Gewitter kam auf.

Schnellstmöglich stellten wir uns unter ein Vordach, um nicht komplett durchzuweichen. Ein alter Mann lud uns in sein Apartment ein: Wir waren geschockt, als wir die Unordnung in der Küche sahen: Tabletten, Alkohol, Tabak und Kakerlaken... alles war auf dem Tisch verteilt. Scheinbar waren wir im Haus eines Alkoholabhängigen gelandet. Trotz allem war er jedoch sehr freundlich und bot uns am Ende sogar seinen Regenschirm an. Ein Beweis dafür, dass man Menschen nicht nach dem Äußeren beurteilen sollte.

Jeeeptour (Foto: C.Gries) Jeeeptour (Foto: C.Gries)
Auf Jeeptour in Fraser Island

Coffs Harbour empfing uns wieder mit Sonnenschein. Im Hostel nahmen wir Angebote wie eine Yoga-Session am Strand und Surfbrettverleih wahr. Wir fuhren auch in ein Hippie-Dorf in der Nähe, sowie an einen Fluss im Regenwald, in dem wir badeten. Weiter ging es anschließend nach Byron Bay, beliebt für seine Strände mit optimalen Surfbedingungen. Die Kleinstadt bietet eine Vielzahl an alternativen Shops, Restaurants und Cafés. Surfers Paradise an der Gold Coast, unser nächster Stopp - der komplette Gegensatz: Hochhäuser treffen dort auf weißen Sandstrand. Perfektes Ziel für Menschen, die Stadt und Strandurlaub gleichzeitig lieben.

Leider näherten wir uns nun bereits dem Ende des Roadtrips. Drei weitere Nächte blieben wir in Brisbane. Dort gibt es beispielsweise die Southbank, ein künstlich angelegter wundervoller Strand inmitten der Großstadt, oder auch die EAT Street, eine Art Street Food Festival mit Live Musik.

Ein unvergessliches Ende fand die Reise mit einer Tour auf Fraser Island, wo wir am endlosen Strand mit coolen Jeeps entlang fuhren und im glasklaren Lake McKenzie badeten. Doch es lauerten auch Gefahren, so z.B. Dingos (gefährliche Hunde), die durchaus Menschen angreifen können. Mit wunderschönen beeindruckenden Erinnerungen beendete ich meine Reise durch die endlosen Landschaften Australiens.

Das Alleinreisen, die krassen Temperaturunterschiede, die gefährlichen Tiere, die endlosen Busfahrten, die langen Wanderungen, Menschen verschiedenster Herkunft und Kultur und ihre interessanten Stories, die Hostelzimmer und noch vieles mehr... all das waren echte Herausforderungen! Rückblickend überwiegen natürlich die wundervollen Erinnerungen, die ich mitnehme. Viele Dinge im Leben kann ich nun wesentlich mehr wertschätzen.

Die Verbreitung des Corona-Virus macht auch vor Australien nicht Halt. Ein Grund, warum sich mein Freiwilligendienst plötzlich ganz anders gestaltete. Mehr dazu in meinem folgenden Beitrag.
Celina Gries
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