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Sa, 10:08 Uhr
28.03.2020
Landespolitiker äußern sich

Einreiseverbot gefährdet bundesweit Existenz der Obst- und Gemüsebauern

Malsch: „Ernährungsbranche ist systemrelevant“, Dazu diese Meldung der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag...


"Das Einreiseverbot für Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer stellt die Land- und Ernährungswirtschaft vor eine unlösbare Aufgabe." Das hat der agrarpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Marcus Malsch, nach einer Telefonkonferenz mit seinen Länderkollegen gesagt. Innenminister Seehofer lege die falschen Maßstäbe an. Während es Pflegekräften, Berufspendlern und LKW-Fahrern zurecht auch künftig möglich sei, innerhalb Europas Grenzen zu überschreiten, dürfen ausländische Saisonarbeitskräfte nicht als Erntehelfer arbeiten.

"In diesen schwierigen Zeiten zeigt sich, dass die Land- und Ernährungswirtschaft systemrelevant ist. Pflanzen, die aufgrund des Arbeitskräftemangels nicht gepflanzt werden können, können im Sommer und Herbst nicht geerntet werden. Unsere Grundversorgung bei Obst und Gemüse liegt bei unter 40 Prozent. Die durch den Arbeitskräftemangel entstehenden Ertragseinbußen bei Obst und Gemüse werden am Ende die Grundversorgung in diesen Bereichen weiter verringern und letztlich bei der Lebensmittelversorgung unserer Bevölkerung fehlen", so der Agrarexperte.


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Als Mitinitiator eines Briefes der CDU-Agrarsprecher der Bundesländer an Innenminister Seehofer fordert Malsch deshalb, "die Einreise von Saisonarbeitskräften und Erntehelfern aus Osteuropa unter gewissen Restriktionen und in einem geordneten Verfahren nach Deutschland zu ermöglichen." Es sei nicht nachvollziehbar, das Erntehelfern oder Saisonarbeitskräften, auf die die Landwirtschaft dringend angewiesen ist, die Einreise untersagt werde. "Betriebe aller Branchen erhalten gegenwärtig Unterstützung. Das fordere ich auch für die Landwirtschaft", so Malsch weiter.
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Kommentare

28.03.2020, 12.42 Uhr
DonaldT | Arbeitskräfte
Auch wenn die CDU Thüringen alle paar Tage dieses Thema hervorhebt, bleibt immer wieder zu fragen:

Warum in die Ferne schweifen?
haben wir nicht genug Aufnahmen? Da sind doch bestimmt viele froh, wenn sie endlich einer Arbeit nachgehen können, sich endlich nützlich machen können, was sie ja wollen um bleiben zu können. Oder etwa nicht?

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28.03.2020, 13.37 Uhr
tannhäuser | Mal wieder Punktlandung, DonaldT!
In den letzten Jahren sind genügend potenzielle Arbeitskräfte eingereist, von denen viele gar nicht mehr hier sein dürften.

Und bitte nicht wieder die Nichtabschiebe-Landesregierung R2G vorschieben, Unionsfreunde Malsch & Co. Konstruktiv ist das nicht wirklich, was Sie uns hier unterjubeln wollen.

Nicht alle von den Nun-Sind-Sie-Einmal-Da-Gästen sind in Quarantäne. Der Vorschlag kam übrigens u. a. von Ihrer Bundes-Landwirtschaftsministerin Klöckner, liebe CDU-Landtagsfraktion!

Merken Sie nicht selbst, dass Sie öffentliches Schattenboxen gegen Ihre Parteikollegen*Innen in Berlin betreiben oder geht's schon um Stimmenfang, sollte es nächstes Jahr tatsächlich irgendwelche Wählen geben?

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28.03.2020, 13.44 Uhr
Kobold2 | Warum immer
andere vorschieben....?
die Aufhebung des Einreiseverbots gefährdet noch eine viel wichtigere Sache, nämlich die Gesundheit aller Beteiligten!
Auf entsprechenden Seiten im Netz kann man sich für die Hilfe in der Landwirtschaft bewerben/ registrieren.
Genau das haben schon ein paar Tausend gemacht, deren Jobs grad nicht ausführbar sind und ich denke, da ist noch Luft nach oben. Die Arroganz, für ungeliebte Arbeiten andere vorzuschicken, wird hier noch so manchen auf die Füße fallen. Das Geld was hier in naher Zukunft gedruckt werden soll, wird nicht reichen und ist auch nicht das Allheilmittel.

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28.03.2020, 14.09 Uhr
tannhäuser | Tja Kobold2...
...und diejenigen, die einreisen dürfen oder noch sollen, ohne für Ernteeinsätze vorgesehen zu sein, gefährden wohl niemanden?

Damit meine ich ausdrücklich nicht heimgeholte Urlauber oder italienische Kranke...

Ist auch egal, bei manchen Themen werden wir wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Und übrigens...Es gibt tatsächlich auch gesunde und jüngere H4-Empfänger, die man für eine menschenwürdige Entlohnung ohne Anrechnung auf den Regelsatz und nicht als 1-Euro-Jobber für sowas "begeistern könnte oder sollte".

Damit möchte ich ebenso wie bei Asylbewerbern weder ein Klischee bedienen noch befeuern.

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28.03.2020, 16.04 Uhr
A-H-S | drei Gedanken dazu
Erstens: Die Union fordert von der Union?! Sollte man das nicht parteiintern auf dem kleinen Dienstweg erledigen können? Oder sucht man einfach nur die Öffentlichkeit und will hier Initiative vertäuschen?

Zweitens: Seehofer hat angekündigt, dass Asylbewerber an den Grenzen zurückzuweisen sind (z.B. im Focus am 26.3.20; 23:11 Uhr). Nichtmal 48h später lese ich in der OTZ (28.3.20, S.8): "Es gibt keine Anweisung an die Bundespolizei, Asylbewerber generell zurückzuschicken".

Wie habe ich es mir demnach vorzustellen?

Szenario 1: Erntehelfer Pawel an der deutschen Grenze: "Guten Tag. Ich bin Pawel, ich arbeite bei einer deutschen Firma, hier ist die Bestätigung"
Daraufhin der Grenzer: "Du kommst hier nicht rein".

Szenario 2: Asylant Ali an der deutschen Grenze:
"Isch Ali, Asyl!"
Daraufhin der Grenzer: "Herzlich willkomen. Ich rufe Ihnen ein Taxi, dass bringt Sie zur Erstaufnahmeeinrichtung."

So? Oder wie verhält sich das an der Grenze?


Drittens: Die Bauern werden sich bedanken, wenn wir denen unsere Asylis, H4er oder FFF-Jugend zur Arbeit schicken. Die werden mit diesem Personal schlichtweg nichts anfangen können.
Und ja, grundsätzlich müssen wir uns als Gesellschaft überlegen, wie wir mit dem unproduktiven Teil verfahren wollen. Sie mit H4 abzuspeisen und vor der Kiste zu parken wird auf Dauer keine Lösung sein, weil wir es uns schlichtweg nicht leisten können. Wir werden nach dem Shutdown voraussichtlich mit ganz anderen Arbeitslosenzahlen umgehen müssen und wir sollten jetzt schon mal beginnen nachzudenken. Und eh jemand kommt mit BGE - H4 ist de facto BGE, halt nur mit Vermögensauskunft. Und H4 im jetzigen Zustand ist auch keine Lösung.

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28.03.2020, 17.47 Uhr
Kobold2 | Nun Tannhäuser
Immer der gleichen Meinung zu sein, mag recht bequem sein, ist aber auf Dauer nicht die Lösung.
Da wir schon Zeiten mit derartigen Bestrebungen hatten, stimmen sie mir da sicher zu. Der Umgang miteinander und entsprechende Toleranz ist leider in den letzten Jahren immer weiter nach hinten gerückt.
Derzeit sehen wir recht gut, woran das System krankt und anfällig ist. Die gesellschaftlichen Defizite sieht man beim Einkaufen und die wirtschaftlichen Defizite an den Abhängigkeiten und den falschen Prioritäten.
Die systemrelevanten Berufe sind nun mal nicht Banker, Manager, oder Abteilung jung, dynamisch, erfolglos.
Es ist eben doch der Einzelhandel, die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen, Handwerk, Transport, öffentliche Dienste, wie Müllabfuhr, Feuerwehr, etc.
Mit wenigen Ausnahmen, eher schlecht bezahlt und stiefmütterlich behandelt und für viele unattraktiv.
Wir haben uns jahrelang darauf ausgeruht, daß man das Leuten überlässt, denen es noch schlechter geht und wissentlich akzeptiert, daß z. B. im Pflegebereich der größte Teil hier schwarz arbeitet, bis zur Einführung des Mindestlohns in der Landwirtschaft, eher ein Almosen bezahlt wurde, der Mindestlohn immer noch unterlaufen wird, im Transportwesen die Karbotage ausgehebelt wurde usw.
Die Anerkennung dieser Arbeiten gingen gegen Null. Die Landwirte hat man ja vor ein paar Wochen, bei ihrem Streik bis Berlin, auch noch nicht mal ernst genommen.
Diese Denkweise und die falschen Abhängigkeiten kommen uns jetzt teuer zu stehen. Alles nur, weil wir nicht in der Lage sind, diese Arbeiten entsprechend anzuerkennen und zu honorieren. Geiz ist nun mal nicht immer geil.
Man sieht es ja auch hier an den Kommentaren das man über solche Arbeiten, eher von Flüchtlingen oder H4 Empfängerern schreibt.
Das können auch Gastwirte, Kellner, Messebauer, Verkäufer, oder sonstige, aus gerade situationsbedingt ruhenden Geschäftsbereichen sein.
Man kann natürlich auch die Landwirte hängen lassen und die Ernte vergammeln lassen. Dann importieren wir halt alles vom restlichen Globus, schimpfen über zu hohe Preise und lange Transportwege, damit wir ja nicht mal ein klein wenig umdenken müssen.

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28.03.2020, 19.01 Uhr
tannhäuser | Diesmal, Kobold2...
...fällt mir keine Gegenthese zu Ihrem Vortrag ein. Ist auch mal schön entspannend am Abend, wo man uns ja in der Nacht wieder eine Stunde Schlaf klaut!

A-H-S, ich sehe das bei der H4-Einführung vom Übeltäter Schröder prognostizierte Heulen und Zähneklappern entweder im Herbst oder bei einer eventuellen Verlängerung der aktuellen Gnade-Vor-Recht-Regeln spätestens im kommenden Frühjahr als akuten sozialen Sprengstoff.

1. Der Staat und die an den Wohnkosten beteiligten Kommunen können es sich haushaltspolitisch gar nicht leisten, ohne Bedürftigkeits- und KdU-Prüfungen (Zumutbare Größe der Wohnung, Nebenkosten, Kontoauszüge, Sparbücher, Vermögenspläne, Finanzielle Zuflüsse durch Erbe oder Lottogewinn, Auszahlung einer Lebensversicherung im Todesfall des Ehepartners, Verkauf von Wertsachen) über einem längeren Zeitraum jedem vermeintlich Anspruchsberechtigten die Leistung zu gewähren.

2. Hinzu kommt, dass bei jedem Verlängerungsantrag von aktuellen Leistungsbeziehern dasselbe Procedere gefordert wird bezüglich aller aktuellen Nachweise und der finanziellen Situation.

3. Haben die Jobcenter überhaupt genügend Personal für die dann anstehenden Mammutüberprüfungsaufgaben und die parallel nötigen Prüfungen von Folgeanträgen?

4. Eine ungleichgewichtige Behandlung unterschiedlicher Antragsgruppen dürfte einen eklatanten Gesetzesbruch (Gleichheitsprinzip) darstellen und verfassungsgerichtlich kaum durchkommen.

5. Wenn nicht, befürchte ich eine eventuell gewalttätige Protestwelle von Benachteiligten. Denn wegen der H4-Regeln haben im Laufe der Jahre schon ganze Familien ihre Wohnungen verloren.

Ich prognostiziere daher einen heißen und sozialpolitisch gleichermaßen kalten Herbst (Oder eventuell Frühling 2021) mit einer explosionsartigen Erhöhung der Arbeitslosenzahlen, die nicht mehr durch Statistiktricks kaschiert werden kann zuzüglich einer Welle von (Ab)Mahnungen und sehr vielen Familien mit extremen, existenzbedrohenden Verbindlichkeiten.

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28.03.2020, 22.34 Uhr
Quallensammler | Da stimmt was nicht bei der Überschrift...
Menschen im arbeitsfähigen Alter gibt es genug in D. Aktuell haben und werden sehr viele aus dem Berufsleben geschmissen. Arbeit und Einkommen müssten da doch zu einem Run führen.

Obst- und Gemüsebauern müssen also Insolvenz anmelden und sich in die Tafel-Schlange einreihen, weil keine Billiglöhner aus dem Osten mehr einreisen dürfen? Bei Einzelhöfen, die mehrheitlich für den Eigenbedarf produzieren, vielleicht vorstellbar.

Bei großen Agrar GmbH´s nicht. Da gibt es für die Landeinbringer, die oft gleichzeitig in der "LPG" angestellt sind bzw. als Chef fungieren, neben dem monatlichen Einkommen immer noch genügend ausgezahlten Gewinn am Jahresende entsprechend den Gesellschafteranteilen.

Bäuerle ist aber nicht dumm. Lerne klagen, ohne zu leiden, heißt die Devise. Vater Staat hilft gerne mit Ausgleichzahlungen. Also der Steuerzahler. Und das Land bleibt unberührt im Eigentum der bäuerlichen Gesellschafter. Ackerland und Wald...ein dicker Batzen Geld.

Zurück zum Thema. Kommen die Billiglöhner nicht, ist die Existenz der Obst- und Gemüsebauern gefährdet. Ja, ja. Je öfter das erzählt wird, um so glaubwürdiger wird es.

Im normalen Leben sieht es so aus: lohnt sich die Sache nicht, stirbt sie. Gilt für Investoren, Arbeitgeber und Malocher. Letztere wählen aus (wenn sie sich den Luxus leisten können). Arbeit, die Freude macht, muss nicht nach Arbeitskräften jammern. Arbeit, die geschätzt wird, findet ohne Werbetrommel genügend Nachfrager. Arbeit, die gut, oder wenigstens fair bezahlt wird, hat immer Interessenten.

Mal überlegen...ich ahne, warum kaum jemand für die Bauern malochen mag!

Und nebenbei, wie viele immer wieder lautstark klagenden Agrarunternehmen im Kyffhäuserkreis sind in den letzten 30 Jahren pleite gegangen? Muss sich wohl doch lohnen die Sache. Die vielen neu gebauten Häuser und mit freundlichen Rechnungen belegten Modernisierungen zwecks Drückung der Steuerlast für Bäuerles Familie, da kann jeder Steuerberater ein Buch drüber schreiben...

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