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Mi, 14:17 Uhr
01.04.2020
So günstig wie seit 2016 nicht mehr:

Corona-Krise lässt Spritpreise abstürzen

Unter dem Eindruck der weltweiten Corona-Krise sind die Spritpreise an den deutschen Tankstellen im März weiter massiv gefallen. „Überraschend ist diese Nachricht vor dem Hintergrund der seit Januar stetig weiter abstürzenden Rohölnotierungen an den internationalen Börsen nicht...

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Ob sie sich im April auf diesem Niveau einpegeln werden oder noch weiter fallen, hängt maßgeblich von der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus ab. Zudem spielt der Streit um die Verringerung der Fördermengen zwischen den OPEC-Staaten und Russland eine Rolle. An den Zapfsäulen dürften sich die Preise im April weiterhin auf niedrigem Niveau bewegen“, sagt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer des Verbraucherinformationsdienstes www.clever-tanken.de.

Wie die monatliche Auswertung von Clever Tanken zeigt, zahlten Autofahrer im März pro Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt etwa 1,2785 Euro. Das waren rund 10 Cent weniger als im Februar. Seit Januar sind die Preise für Super E10 sogar um rund 12 Cent pro Liter abgerutscht. Günstiger war Super E10 zuletzt im August 2016 mit 1,2663 Euro pro Liter.

Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im März im Schnitt 306,84 Euro. Das waren 23,54 Euro weniger als im Februar und rund 28,66 Euro weniger als im Januar dieses Jahres.

Etwas geringer viel der Preisrutsch bei Dieselkraftstoff aus. Durchschnittlich kostete der Liter im März 1,1493 Euro – rund 8 Cent weniger als im Februar. Allerdings: Gegenüber Januar fiel der Dieselpreis um 14 Cent pro Liter. Zuletzt günstiger war Diesel im September 2017 mit 1,1392 Euro.

Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Diesel zahlten Autofahrer im März im Bundesschnitt 275,83 Euro. Das waren rund 20,38 Euro weniger als im Februar und 34,61 Euro weniger als im Januar 2020.

Am preiswertesten waren beide Kraftstoffsorten im bundesweiten Schnitt an den letzten drei Tagen des Monats. Günstigster Tanktag war dabei der 31. März. An diesem Tag kostete der Liter Super E10 rund 1,2120 Euro pro Liter. Für Diesel wurden 1,1120 Euro aufgerufen.

Benzin-Dieselschere schließt sich leicht
Gegenüber dem Vormonat (0,1424 Euro) hat sich die Benzin-Dieselschere im März um durchschnittlich knapp 1 Cent auf 0,1292 Euro pro Liter zusammengezogen. Damit hat sich der Preisunterschied zwischen Super E10 und Diesel leicht verringert.

Städteranking: Wenig Überraschungen bei den günstigsten Tankstädten
Im monatlichen Clever-Tanken-Ranking der 20 größten deutschen Städte zeigten sich im März zumindest in den günstigen Preiskategorien wenige Veränderungen. Nach zwei Monaten in Folge auf Platz zwei wechselte Mannheim mit 1,2366 Euro auf den ersten Platz der günstigsten Super-E10-Tankstädte. Bonn gab die Poleposition damit zwar ab und belegte mit 1,2402 Euro Platz zwei, behauptete sich aber zum vierten Mal nacheinander in den Top drei dieser Kategorie. Eine Überraschung gab es auf dem dritten Rang: Leipzig verdrängte von hier Berlin und schaffte es mit 1,2483 Euro erstmals seit elf Monaten wieder auf einen der vorderen Plätze.

Am meisten zahlten Autofahrer im März hingegen im Schnitt pro Liter Super E10 in München (1,2946 Euro), Dortmund (1,2880 Euro) und Essen (1,2853 Euro). Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im teuren München rund 310,70 Euro – und damit rund 14 Euro mehr als im günstigen Mannheim.

Auch die Platzierungen der günstigsten Dieselstädte zeigten im März gegenüber den Vormonaten wenig Neues. Zum achten Mal in Folge behauptete sich Bonn auf den vorderen Plätzen, Leipzig zum vierten Mal. Gegenüber Februar kletterte Bonn im März vom zweiten auf den ersten Rang mit 1,1136 Euro pro Liter. Leipzig wechselte von Platz drei auf die mittlere Position mit 1,1175 Euro. Auf den dritten Platz schaffte es diesmal jedoch Hamburg mit 1,1256 Euro. Damit verwies die Hansestadt Berlin nach drei Monaten aus der Kategorie der günstigsten Dieselstädte. Am meisten zahlten Dieselfahrer im März hingegen in Nürnberg (1,1806 Euro), München (1,1749 Euro) und Stuttgart (1,1552 Euro).

Preise könnten im April weiter fallen
Steffen Bock, Geschäftsführer von Clever Tanken: „Anfang des Jahres hat ein Barrel (159 Liter) der für deutsche Verbraucher wichtigen Nordseesorte Brent zeitweilig noch rund 69 US-Dollar gekostet. Seitdem sackte der Preis kontinuierlich ab und stand am gestrigen Dienstag bei rund 25 US-Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit November 2002. Damals hatten die Ölpreise aufgrund der Terroranschläge am 11. September 2001 in New York und dem damit verbundenen Afghanistankrieg unter Druck gestanden.“

Die Preise dürften nach den Worten des Experten im April weiter nachgeben. „Die Infektionszahlen an dem neuartigen Virus steigen weltweit an. Die globale Wirtschaft ist weitgehend lahmgelegt. Das schürt die Angst an den internationalen Börsen vor einer weiter abfallenden Erdöl-Nachfrage – und drückt die Preise. Hinzu kommt der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland, die trotz der geringen Nachfrage weiter auf hohem Niveau fördern und so den Markt schwemmen.“

Bock rechnet damit, dass das Tanken auch im kommenden Monat günstig sein wird. „Selbst wenn die beiden wichtigen Förderländer ihre Auseinandersetzungen beilegen, wird das den Ölpreis kaum nennenswert stützen. Dafür ist die Nachfrage weltweit momentan zu gering. Bereits im März waren die Preise für Diesel in Deutschland mancherorts auf unter 1 Euro pro Liter gefallen. Diese Entwicklung könnte sich im April durchaus ausweiten. Zumindest aber werden die Preise auf niedrigem Niveau bleiben.“

Wo Sprit auf der geplanten Fahrtroute am günstigsten ist, können Autofahrer via App, Navigationsgerät oder dem Internet herausfinden. So sparen sie auch bei fallenden Preisen und kurbeln den Wettbewerb unter den Anbietern an. Beachten sollten sie dabei die teils enormen Sprünge im Tagesverlauf und zwischen den Anbietern. Günstige Tankzeiten bieten sich oft im Zeitraum zwischen 8 und 10 Uhr, 12 und 13 Uhr und ab 18 Uhr am Abend.
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Kommentare

01.04.2020, 17.47 Uhr
Paulinchen | Absturz?
Unter Absturz, verstehe ich aber andere Zahlen.

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01.04.2020, 22.02 Uhr
ScampiTom | des einen freud...
mein Auto freut es, meinem Depot weniger ;-) mal sehen wo es länger anhält

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