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Mo, 17:45 Uhr
13.04.2020
Meldung aus der Wirtschaftswelt

Zur aktuellen Lage in Thüringens Heilbädern und Kurorten

Die Corona-Krise setzt Thüringens Heilbädern und Kurorten sehr zu. Jetzt schon rechnen sie für das gesamt Jahr mit großen finanziellen Einbußen. Dazu diese Meldung des Thüringer Heilbäderverbands...


„Wir blicken sorgenvoll auf die gegenwärtige Lage mit ihren erheblichen Einschränkungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich, und deren weiteren Entwicklung. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus treffen die Heilbäder und Kurorte in besonderem Maße“, so der Bernhard Schönau, Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes.

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2.874.574 Übernachtungen und 577.752 Ankünfte konnten die Verbandsmitgliedsorte 2019 verbuchen, das waren 1/3 der touristischen Gesamtübernachtungen im Freistaat. Das spricht für die Attraktivität der Heilbäder und Kurorte und den Zuspruch für deren gesundheitstouristische Dienstleistung und Angebote, betont Schönau.

Doch mittlerweile ist es in den Orten ruhig geworden, die Corona-Krise trifft sie komplex, betont er. Durch die aktuelle Schließung aller Kurbetriebe und öffentlichen Einrichtungen, vorerst bis zum 19. April 2020, sind keine touristischen Übernachtungen erlaubt, Tagesgäste bleiben aus, die Belegungszahlen in den Rehakliniken sinken.

Schon jetzt ist aus den dem Verband vorliegenden Ersteinschätzungen ein deutlicher wirtschaftlicher Verlust für die im Zusammenhang mit dem Kurtourismus arbeitenden kommunalen Unternehmen zu erkennen. Die Heilbäder und Kurorte vermelden für die Monate Mitte Februar bis Mitte Mai bereits einen Verlust in den Kurtaxeinnahmen von 1,3 Mio. Euro, in fünf Thermen wird eingeschätzt, dass allein in diesem Zeitraum 1,29 Mio. Euro bei den Einnahmen fehlen. Bestehende Fixkosten in den Gesundheitseinrichtungen, Arbeitgeberzuschuss für Kurzarbeitergeld, die Einschränkungen der Dienstleistungen im Gesundheitsbereich (wie z.B. Kurzarbeit in den Physiotherapiepraxen), die Schließungen in der Gastronomie, im Beherbergungsgewerbe und Einzelhandel, die Schließungen bzw. Stornierungen von touristischen Angeboten sowie die Absage von Veranstaltungen – all das steht unter dem Einfluss der Pandemie-Auswirkungen und hat zu einschneidenden Veränderungen im gesamten kurörtlichen Leben geführt. Die gegenwärtige Stimmungslage befeuert zudem die Sorge um den Erhalt des an strenge Kriterien gebundenen Kurortestatus, betont er.

Um die absehbaren, unvermeidlichen finanziellen Schäden einzudämmen und damit eine weitestgehende Sicherung des Kurortestatus in allen 16 zum Verband gehörenden Orten zu ermöglichen, appelliert der Verband an die Thüringer Landespolitik, die Heilbäder und Kurorte finanziell nicht im Stich zu lassen. Die Folgen der Corona Krise müssen durch staatliche Hilfen abgefedert werden, betont Schönau.

Die Forderung ist deshalb: Zur Liquiditätswahrung muss der Sonderlastenausgleich angehoben und die Auszahlung in diesem Krisenjahr bereits zur Jahreshälfte erfolgen. Auch und Vertriebsmöglichkeiten nach der Corona-Krise deutlich ausweiten und Thüringens Heilbäder und Kurorte mit einzubeziehen. „Wenn Thüringen auch künftig als attraktives Reiseziel wieder beworben wird, muss die Ansprache ebenfalls an Gesundheitstouristen erfolgen“, ist er überzeugt.

Über den Thüringer Heilbäderverband
Der im Jahr 1991 gegründete Thüringer Heilbäderverband ist der landesweite Interessenverband der prädikatisierten Heilbäder und Kurorte in Thüringen. Seine Aufgabe ist es, seine Mitglieder gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitisch zu unterstützen und ihre Bedeutung und Leistungen in der Öffentlichkeit darzustellen. Ein Anliegen, das den Zielen seines Vorgängers, des im Jahre 1884 gegründeten 1. Thüringer Bäderverbandes, gleichkommt.
Autor: khh

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Kommentare
Wolfi65
13.04.2020, 20:26 Uhr
Die Bäder könnte man doch umfunktionieren
Das Wasser ablassen und Tische, Stühle und Betten in das leere Becken stellen.
Noch ein paar Trennwände und schon ist die neue Unterkunft für Neubundesbürger fertig.
geloescht.20250302
13.04.2020, 21:46 Uhr
Quarantäne ist nicht nötig...
...sie sind ja alle minderjährig, alleinreisend und überdurchschnittlich gesund.

Das können die Gäste sicherlich per App auf ihren Smartphones beweisen...Ebenso wie ihr Alter...Ich frage mich nur, wie Integrationsminister Adams den Begriff "Kernfamilie" bezüglich Begleitung definiert.

Man sollte jetzt nicht unverantwortlich sein und so tun, als ob Reha- und Kureinrichtungen bis sonstwann zweckentfremdet belegt werden können, weil man sie wegen Corona derzeit nicht mehr für Kranke oder Rehabilitanden benötigt.
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