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Do, 14:08 Uhr
28.05.2020
Meldungen aus dem Landratsamt

Einschätzung der Corona-Pandemie im Kreis

Vor dem Kreisausschuss wurde gestern über den bisherigen Verlauf der Corona-Pandemie im Kyffhäuserkreis informiert...

Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) und die Amtsärztin des Gesundheitsamts Kyffhäuserkreis Dipl. Med. Sabine Hausweiler, gaben einen Abriss über den bisherigen Verlauf.

Auch wenn der Kyffhäuserkreis gleich zu Beginn der Corona-Krise gleich mit sechs infizierten Personen am zweithäufigsten in Thüringen betroffen war, kann man jetzt bei insgesamt 45 nachgewiesenen Infektionen darauf verweisen, dass bis auf eine noch erkrankten Person alle anderen Personen wieder als genesen gelten. Es befinden sich auch keine Personen mehr in einem Krankenhaus. Mit Genugtuung wurde festgestellt, dass es im Kyffhäuserkreis keine Corona-bedingte Sterbefälle gab.

Das es nach der schnellen Erstinfektion nicht zu einem großen Corona-Ausbruch kam, wurde dabei auf drei wesentliche Ursachen zurückgeführt.

- Die damals bereits aus dem Skiurlaub zurückgekehrten infizierten Personen hatte sich schnell beim Gesundheitsamt gemeldet und die Kontaktpersonenzahl war nicht sehr groß und konnten schnell in der Quarantäne isoliert werden, was eine schnell Ausbreitung verhinderte.

- Sabine Hausweiler hatte bereits Erfahrungen mit Virusausbrüchen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der sogenannten Schweinegrippe.

Als die ersten Meldungen über die Corona-Viren aufkamen, wurden vorsorglich bereits Maßnahmen vorbereitet, was sich dann beim ersten Auftreten der Infektionen positiv bemerkbar machte, so die Einschätzung von Hausweiler und Hochwind-Schneider.

So wurden sofort dem Gesundheitsamt 10 Mitarbeiter zusätzlich zur Verfügung gestellt. Weitere 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden aus ihren Arbeitsgebieten abgezogen und mit Aufgaben im Rahmen der Corona-Pandemie beauftragt.

Neben Aufgaben zum Aufbau und Betreuung des Abstrichzentrums, der zusätzlichen Hotline und der Infektionspraxis in Bad Frankenhausen, einschließlich zeitweise Abstellung für den Betrieb, war eines der Hauptprobleme die Kontaktbetreuung.

Die infizierten 45 Personen hatten ermittelte rund 430 Kontaktpersonen, die alle betreut werden mussten. Dazu gehörte u.a. die ständige Abfrage nach dem Gesundheitszustand.
Von den Mitarbeitern*innen wurden über 300 Abstriche gemacht. Dazu kamen über 600 Abstriche im Abstrichzentrum. Die Zuweisung der Personen zum Abstrichzentrum oblag immer den Hausärzten, sollte in diesem Zusammenhang nochmals betont werden.

Das Gesundheitsamt hatte auch die Aufgabe, mit Einrichtungen aus dem Landkreis entsprechende Hygienekonzepte zu erarbeiten.

Hochwind-Schneider:
- Durch das gute Netzwerk im Kyffhäuserkreis gab es eine sehr effektive Zusammenarbeit mit gesundheitlichen Einrichtungen (Krankenhäuser, Ärzte usw.), aber auch mit den Rettungskräften (Freiwillige Feuerwehr, THW, DRK usw.)

- Wir sind auf eine mögliche zweite Infektionswelle eingerichtet. Wenn wir im Kreis die notwendigen Hygienemaßnahmen sorgfältig einhalten, muss es nicht zwangsläufig zu einer zweiten Infektionswelle kommen. Leichtsinnig werden, kann problematisch werden.

Dazu kommt, dass für ein halbes Jahr aus einem Bundesprogramm abgestellt, vier „Containment Scout“ helfen sollen, eine mögliche Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu ermöglichen. Das soll die Mitarbeiter des Landratsamt entlasten. Gerade die Nachverfolgung der Infektionsketten ist ein immenser Aufwand, der Außenstehenden meist gar nicht bewusst wird.

Abschließend dankte Hochwind-Schneider dem gesamten Team vom Gesundheitsamt und den abgestellten Kräften aus den anderen Bereichen für die aufopferungsvolle Arbeit, die bis an die Grenze des belastbaren ging. Von den Kreistagsmitglieder wurde das mit zustimmenden Klopfen quittiert.

Zur Frage von Kreistagsmitglied Stefan Schard (CDU), sollten die Landratsämter nicht ab sofort die volle Kontrolle über die Maßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie ergreifen, sagte Hochwind-Schneider.

Hintergrund der Frage ist sicher, dass in einigen Kreisen es keine (zwei - Weimarer Land, Sömmerda, ) oder nur noch eine geringe Zahl aktuell an Corona-erkrankte Personen gibt (Erfurt, KYF) gibt. Trotzdem sollte man nicht alles auf die Landkreise runter brechen. In einigen wichtigen Dingen muss man thüringenweit einheitlich handeln. Wir können den Bürgern nicht einen Flickenteppich mit den unterschiedlichsten Maßnahmen anbieten, die auch noch von Kreis zu Kreis anders sind.

Wir warten gespannt, so Hochwind-Schneider, was am 5. / 6. Juni eine mögliche neue Grundverordnung der Landesregierung bringen wird.

Corona aktuell (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis) Corona aktuell (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)

Die Zahl der Genesenen weist zum Vortag keine Veränderungen auf.

Über Pfingstfeiertage ist die Bürgerhotline des Landratsamtes weiterhin unter der:
03632 741 444 erreichbar.
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