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Di, 07:56 Uhr
28.07.2020
Betriebsrente:

Wenn der Chef und der Staat beim Sparen helfen

Allein die gesetzliche Rente ist in der Regel weit weg von dem gewohnten Gehalt als Arbeitnehmer. Da ist im Ruhestand eine zusätzliche Betriebsrente unter Umständen eine sinnvolle Ergänzung. Die können Sie sich zusammen mit der Unterstützung des Arbeitgebers und staatlicher Förderung rechtzeitig ansparen. Doch nicht immer ist das vorteilhaft...

Beratung (Foto: bertholdbrodersen auf Pixabay) Beratung (Foto: bertholdbrodersen auf Pixabay)
Das Prinzip einer Betriebsrente ist einfach: Während Ihres Erwerbslebens legt Ihr Arbeitgeber Kapital für Sie an. Das angesparte Geld plus Zinsen erhalten Sie im Rentenalter als monatliche Zusatzrente ausgezahlt. Das nötige Kapital für die Sparbeiträge kommt entweder allein vom Arbeitgeber. Oder Sie als Arbeitnehmer steuern einen Teil Ihres Gehalts bei über die sogenannte Entgeltumwandlung. Tipp: Ihr Arbeitgeber muss bei Neuverträgen ab 2019 mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags dazugeben, berichtet der Handelsblatt-Blog.

Betriebsrente über Entgeltumwandlung: Das sind die Vorteile
Attraktiv für Arbeitnehmer ist die betriebliche Altersvorsorge vor allem durch die staatliche Förderung: Sie zahlen auf den Teil Ihres Gehalts, der als Beitrag in die bAV fließt, keine Steuern und Sozialabgaben zumindest solange die Beiträge eine bestimmte Höhe nicht übersteigen. Weitere Vorteile:

Das angesparte Kapital kann nicht gepfändet werden und wird auch nicht auf Hartz IV angerechnet, falls Sie einmal länger arbeitslos sind.
Egal wie alt Sie werden: Die Betriebsrente erhalten Sie in der Regel bis an Ihr Lebensende. Anstatt eine monatliche Rente zu beziehen, können Sie sich das angesparte Kapital aber auch auf einmal auszahlen lassen.
Bei einem Jobwechsel können Sie die betriebliche Altersvorsorge auf den neuen Arbeitgeber übertragen, in Eigenregie fortführen oder ruhen lassen.
In der Regel erhalten Ihre Hinterbliebenen das angesparte Kapital, falls Sie frühzeitig sterben.

Nachteile: Das sollte man bei einer Betriebsrente mitbedenken
Die Vorteile, die der Staat in der Ansparphase gewährt, werden in der Auszahlungsphase wenigstens zum Teil wieder ausgeglichen. Deshalb ist das Einkommen im Alter nicht so hoch, wie die Betriebsrente zunächst verspricht. Bei der Entgeltumwandlung können Sie unterm Strich sogar schlechter dastehen. Das liegt vor allem an diesen zwei Nachteilen:

Die Rente, die Sie aus Ihrer betrieblichen Altersvorsorge beziehen, müssen Sie komplett versteuern. Und auch die Sozialabgaben werden jetzt fällig. Allerdings fallen die Steuern und Abgaben in aller Regel geringer aus als die Summe, die Ihnen in der Ansparphase erlassen wurde.
Da Ihre bAV-Beiträge direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen werden, bleibt umso weniger Gehalt übrig, auf das Ihre Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung berechnet werden. Umso niedriger fällt Ihre gesetzliche Rente aus.

Hinzu kommt, dass die Fortführung der betrieblichen Altersvorsorge bei einem Arbeitgeberwechsel mit hohem Aufwand verbunden ist. Im Gegensatz zu anderen Anlageformen können Sie das angesparte Kapital von einer Betriebsrente auch nicht vorzeitig auflösen, falls Sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Zudem muss das Geld in einer bAV sicher angelegt werden weshalb die Rendite oft niedriger ausfällt als bei riskanteren Anlagen.

Wann die Betriebsrente geeignet ist und wann nicht
Die Verbraucherzentrale stellt fest: Uneingeschränkt empfehlenswert ist eine Betriebsrente, wenn der Arbeitgeber allein für die Beiträge aufkommt. Auch die betriebliche Altersvorsorge über eine Entgeltumwandlung kann sich lohnen, etwa wenn der Arbeitgeber deutlich mehr zuschießt als die gesetzlich vorgeschriebenen 15 Prozent. Oder wenn Sie sehr wenig verdienen, weil es bei einer entsprechend kleinen Betriebsrente Freibeträge gibt und Sie umso weniger Abgaben haben.

In sonstigen Fällen ist eine andere Form der Altersvorsorge möglicherweise rentabler. Am besten lassen Sie Ihre persönliche Situation von einem professionellen Finanzberater bei einer Bank, Sparkasse oder einem Finanzdienstleistern wie tecis einschätzen.
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