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Mi, 06:33 Uhr
29.07.2020
NABU ruft zur zweiten Insektenzählung

Sommer, Sonne, Schmetterlinge

Der NABU Thüringen ruft vom 31. Juli bis 9. August zur zweiten Runde des Insektensommers auf. Gezählt werden kann alles, was sechs Beine oder mehr hat. Es braucht nicht viel mehr als eine Stunde Zeit, einen Stift und Zettel oder die praktische Zählhilfe mit den häufigsten Arten...

Unabhängig von den Vorkenntnissen kann jeder mitmachen. Mit der Aktion wollen die Naturschützer Menschen für die Insektenwelt begeistern. Zudem helfen die gesammelten Daten die Bestandsituation der faszinierenden Wesen besser einzuschätzen.

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Schon die alten Griechen liesen sich von Schmetterlingen verzaubern und betrachteten sie als Sinnbild der Seele. Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Aus Thüringen sind insgesamt rund 2.600 Arten an Schmetterlingen bekannt geworden. Bedingt durch den Klimawandel kommen jährlich einige Arten als Arealerweiterer aus Südeuropa hinzu. Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Bläulinge, sowie viele weitere gehören zu den farbenprächtigsten und schönsten Tagfaltern unserer Natur. Zur Gruppe der Tagfalter gehören in Deutschland fast 190 Arten. Besonders in den Sommermonaten kann man bei Sonnenschein viele Schmetterlinge mit schönen Namen entdecken.

Das große Insektensterben macht sich jedoch auch bei den Schmetterlingen bemerkbar. Rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten ist vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschollen.

„Zum Beispiel gelten von den 127 bei uns im Freistaat vorkommenden Tagfalterarten laut Roter Liste Thüringen 12 als ausgestorben oder verschollen“, berichtet Ronald Bellstedt, der Sprecher vom Landesfachausschuss für Entomologie des NABU Thüringen. „Von den verbleibenden 115 sind 57 Arten gefährdet. Das sind 49,5 Prozent unserer Tagfalter, 2001 waren es noch 55 Prozent“. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

„Mit unserer Insektenzählung möchten wir die Menschen noch mehr für die Welt der faszinierenden Tagfalter und für alle anderen Insekten sensibilisieren. Die Daten helfen uns zudem dabei, den Bestand der Insekten besser einzuschätzen. Vielleicht werden uns aber auch ganz neue Arten gemeldet“, erklärt Ronald Bellstedt. „Vor einigen Jahren haben wir zum Beispiel mit einer Meldeaktion herausgefunden, dass sich die Blaue Holzbiene in Thüringen immer weiter ausbreitet und mittlerweile flächendeckend vorhanden ist.“

Am besten zählt es sich an einem warmen, sonnigen Tag draußen. Gezählt werden kann alles, was sechs Beine oder mehr hat. Es braucht nicht viel mehr als eine Stunde Zeit, einen Stift und Zettel oder die praktische Zählhilfe mit den häufigsten Arten, die auf der NABU-Website runtergeladen und ausgedruckt werden kann. Steinhummel, Florfliege, Hainschwebfliege, Tagpfauenauge, Lederwanze, Blutzikade und Admiral Der NABU bietet viele Materialien an, um die Sechsbeiner besser kennenzulernen und unterscheiden zu können. Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie ganz einfach mit dem NABU-Insektentrainer unterscheiden lernen. Das Tolle am Insektensommer ist, dass alle, völlig unabhängig von Vorkenntnissen, mitmachen können.

Der NABU engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund.

Entdeckungsfrage 2020
Wie viele Siebenpunkt-Marienkäfer und wie viele Asiatische Marienkäfer werden gezählt?

In Deutschland gibt es ungefähr 70 verschiedene Marienkäferarten. Am häufigsten entdecken wir in Deutschland den einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer und den Asiatischen Marienkäfer, der erst vor wenigen Jahren vom Menschen eingeführt wurde. Vielerorts verdrängt der Asiatische Marienkäfer den Siebenpunkt und andere einheimische Marienkäferarten. Mit Ihrer Hilfe wollen wir herausfinden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat und welcher der beiden Marienkäferarten häufiger zu finden ist.

Mehr zur Entdeckungsfrage, weitere Infos und Bestimmungshilfen: www.NABU-Thueringen.de
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