Di, 15:40 Uhr
25.08.2020
Kulturszene aktuell
Als bliebe die Wurzel im Boden
Autoren und Künstler im Gespräch über Herkunft und Heimat. Dazu erreichte kn von der Ländliche Heimvolkshochschule Kloster Donndorf dieser Bericht, mit dem Tipp zur nächsten Lesung...
So lautet der Titel der literarischen Reihe, die die Ländliche Heimvolkshochschule in Kloster Donndorf mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen e. V. ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit den Freunden und Förderern der Stadt- und Kurbibliothek J.F.W. Zacharia und dem Regionalmuseum Bad Frankenhausen werden von Lesungen über Kurzfilmprogrammen bis hin zu einem Collage-Workshop bis zum Jahresende unterschiedliche Veranstaltungen mit nationalen und internationalen Künstlern und Literaten angeboten. Diese werden im Rahmen von Und seitab liegt die Stadt, einem Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin, gefördert. Das Jahresthema des Programms lautet Heimat, und dem widmen sich die Veranstaltungen unter der Überschrift Als bliebe die Wurzel im Boden.
Den Auftakt machte am 27. Juli Elisabeth Schweichler mit einer Lesung aus ihrem Buch Meine Kindheit auf dem Kloster. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum schlug Frau Schweichler einen Bogen über die Jahrzehnte von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Über persönliche Begebenheiten ließ sie den Alltag von damals lebendig werden. Die Darstellung der persönlichen Erlebnisse, eingebettet in die jeweiligen historischen Gegebenheiten, machte die Geschichte für die Zuhörer sehr bunt und anschaulich. Frau Schweichlers Verbundenheit mit dem Kloster Donndorf und auch mit der Ländlichen Heimvolkshochschule war deutlich zu spüren, und so war diese Lesung ein gelungener Start in die Literaturreihe.
Am 24. August nahmen Yvonne Andrä und Stefan Petermann das Publikum mit auf eine multimediale Reise Jenseits der Perlenkette in die kleinsten Dörfer Thüringens. Die beiden Autoren besuchten die zehn kleinsten noch selbstverwalteten Dörfer in Thüringen. Anschaulich unterlegt mit vielen Bildern von Menschen und Orten berichteten sie von ihren Erlebnissen und den Gesprächen mit den Bewohnern dieser Dörfer. Jedes Dorf hat seine eigene Geschichte, seine eigene Identität, und doch ähneln sie sich untereinander.
Die Gemeinschaft in den Dörfern ist wesentlich für das Leben dort. Es fehlt immer an Geld, vieles wird erst ermöglicht durch die Eigeninitiative der Bürger. Jeder Einzelne ist hier unmittelbar verantwortlich für das, was er tut oder das, was er nicht tut. Gemeinschaft gibt es nur ganz oder gar nicht. Dafür ist aber auch keiner allein. Das Dorfleben ist dabei, sich zu verändern. Alte Strukturen brechen weg, neue entwickeln sich dort, wo die Dörfer Zuzüge erleben, wo neue Dorfbewohner neue Vorstellungen und Erwartungen mitbringen, von denen aber auch erwartet wird, dass sie sich einfügen in die bestehende Gemeinschaft. Ein Geben und Nehmen also. Heimat, so stellen die Autoren fest, lässt sich nicht als etwas Festes und Unabänderliches begreifen, sondern lebt gerade von der Durchlässigkeit, durch den Zustrom, durch den Wandel.
Die nächste Lesung der Reihe findet unter dem Titel Vier von hier – Geschichten aus aller Welt am Freitag, 04. September, um 19.00 Uhr in der Ländlichen Heimvolkshochschule in Kloster Donndorf statt. Lesen werden Matthias Biskupek, Iris Fleischhauer, Holger Uske und Anke Engelmann. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Unterstützung der Bildungsarbeit der LHVHS wird gebeten.
Monika Scherer
Geschäftsführerin der LHVHS
Fotos: LHVHS
Autor: khhSo lautet der Titel der literarischen Reihe, die die Ländliche Heimvolkshochschule in Kloster Donndorf mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen e. V. ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit den Freunden und Förderern der Stadt- und Kurbibliothek J.F.W. Zacharia und dem Regionalmuseum Bad Frankenhausen werden von Lesungen über Kurzfilmprogrammen bis hin zu einem Collage-Workshop bis zum Jahresende unterschiedliche Veranstaltungen mit nationalen und internationalen Künstlern und Literaten angeboten. Diese werden im Rahmen von Und seitab liegt die Stadt, einem Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin, gefördert. Das Jahresthema des Programms lautet Heimat, und dem widmen sich die Veranstaltungen unter der Überschrift Als bliebe die Wurzel im Boden.
Den Auftakt machte am 27. Juli Elisabeth Schweichler mit einer Lesung aus ihrem Buch Meine Kindheit auf dem Kloster. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum schlug Frau Schweichler einen Bogen über die Jahrzehnte von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Über persönliche Begebenheiten ließ sie den Alltag von damals lebendig werden. Die Darstellung der persönlichen Erlebnisse, eingebettet in die jeweiligen historischen Gegebenheiten, machte die Geschichte für die Zuhörer sehr bunt und anschaulich. Frau Schweichlers Verbundenheit mit dem Kloster Donndorf und auch mit der Ländlichen Heimvolkshochschule war deutlich zu spüren, und so war diese Lesung ein gelungener Start in die Literaturreihe.
Am 24. August nahmen Yvonne Andrä und Stefan Petermann das Publikum mit auf eine multimediale Reise Jenseits der Perlenkette in die kleinsten Dörfer Thüringens. Die beiden Autoren besuchten die zehn kleinsten noch selbstverwalteten Dörfer in Thüringen. Anschaulich unterlegt mit vielen Bildern von Menschen und Orten berichteten sie von ihren Erlebnissen und den Gesprächen mit den Bewohnern dieser Dörfer. Jedes Dorf hat seine eigene Geschichte, seine eigene Identität, und doch ähneln sie sich untereinander.
Die Gemeinschaft in den Dörfern ist wesentlich für das Leben dort. Es fehlt immer an Geld, vieles wird erst ermöglicht durch die Eigeninitiative der Bürger. Jeder Einzelne ist hier unmittelbar verantwortlich für das, was er tut oder das, was er nicht tut. Gemeinschaft gibt es nur ganz oder gar nicht. Dafür ist aber auch keiner allein. Das Dorfleben ist dabei, sich zu verändern. Alte Strukturen brechen weg, neue entwickeln sich dort, wo die Dörfer Zuzüge erleben, wo neue Dorfbewohner neue Vorstellungen und Erwartungen mitbringen, von denen aber auch erwartet wird, dass sie sich einfügen in die bestehende Gemeinschaft. Ein Geben und Nehmen also. Heimat, so stellen die Autoren fest, lässt sich nicht als etwas Festes und Unabänderliches begreifen, sondern lebt gerade von der Durchlässigkeit, durch den Zustrom, durch den Wandel.
Die nächste Lesung der Reihe findet unter dem Titel Vier von hier – Geschichten aus aller Welt am Freitag, 04. September, um 19.00 Uhr in der Ländlichen Heimvolkshochschule in Kloster Donndorf statt. Lesen werden Matthias Biskupek, Iris Fleischhauer, Holger Uske und Anke Engelmann. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Unterstützung der Bildungsarbeit der LHVHS wird gebeten.
Monika Scherer
Geschäftsführerin der LHVHS
Fotos: LHVHS


