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Fr, 09:19 Uhr
11.09.2020
Kommunalpolitiker äußern sich

Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen

Die Fraktion SPD / NUBI im Stadtrat Sondershausen stellte kn diese Analyse der Stadtverwaltung Sondershausen zur Verfügung...

Im Vorfeld sagte die Fraktionsvorsitzende Anne Bressem dazu:

„Ich freue mich, dass sich dem Thema und unserem Antrag ernsthaft angenommen wurde.
Mit der Auswertung bin ich weitestgehend zufrieden. Sicher wäre es aber ratsam, auch die dementsprechenden Eltern zu befragen.

Weiterentwicklung wünsche ich mir vor allem beim
Bedarf einer Babyschaukel im Stadtgebiet. ln jedem Fall begrüße ich die sehr die

Analyse der Stadtverwaltung



Inklusion auf den Spielplätzen

Definition: einschließen, einbeziehen (lat. includere), ein Ort des gelebten Miteinanders, eine Umgebung, wo jeder Mensch dabei sein und nach seinen eigenen Fähigkeiten mitmachen kann - für jeden etwas Bedeutung: seit der Ratifizierung der UN- Behindertenrechtskonvention (Art. 30, Abs. 5, d) eine rechtlich verbindliche Verpflichtung zur Umsetzung eines elementaren Menschenrechts zum garantierten gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gemeinschaftlichen Leben im öffentlichen Raum.

Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen) Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen)


Angesprochene Personengruppen:
- mit Mobilitätseinschränkungen (Rollstuhl, Rollator, Gehhilfe)
- mit motorischen Beeinträchtigungen
- mit koordinativen Beeinträchtigungen
- mit Sinnesbehinderungen jeglicher Art (Blinde, Sehbehinderte, Hörgeschädigte)
- geistig oder im Sozialverhalten „auffällige“ Kinder (ADS, ADHS, ASS)
- Eltern mit Kinderwagen, verschiedene Seniorengruppen

Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen) Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen)


Grundsätze:
- Inklusion lässt sich nicht durch Sonderspielgeräte herstellen, sondern bedeutet: vielfältige, unterschiedliche Förderangebote für ein gemeinsames Spiel in einem attraktiven Rahmen schaffen
- Kinder sollen auf Spielplätzen lernen mit spielerisch- sportlichen Risiken selbstsichernd umzugehen- Lernen fürs Leben
- Ein Spielplatz muss allen Kindern Spielmöglichkeiten bieten, aber nicht jedes Spielgerät muss von jedem Kind nutzbar sein
- Es lässt sich nicht verhindern, dass Möglichkeiten für den einen Benutzer, Behinderungen für einen anderen Benutzer bedeuten können

Spielgeräte mit inklusivem Potenzial:
- Nestschaukel
- Spielgeräte mit Rückenlehnen (Wippe, Schaukelsitze, Karussell)
- Seilspielgeräte mit integrierten Hängematten, Liegeflächen, Gummimembranen
- Niedrigseilgarten, Balancierstrecken aus Elementen mit Steigerungspotential
- Spielhäuser für Rollenspiele
- Integration von Elementen mit fein- und grobmotorischen Funktionen (greifen, reiben)
- Integration von sensorischen Elementen mit Sinneserfahrungen (sehen, hören, tasten)
- Integration eines Geländers oder eines gespannten Seiles
- Unterfahrbare Sandspielflächen (Rampen, Holzwege, Brücken aus Gummimatten)

Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen) Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen)


Bewertung der Spielplätze nach ihrer Inklusion
- Arbeitskreis Inklusion des Normungsausschusses Spielgeräte
- Erarbeiten einer Matrix mit Bewertungspunkten, welche Aspekte bei einem inklusiven Spielraum berücksichtigt werden müssen (Geräte, räumliche Anordnung, Materialien)
- Flexibles Bewertungssystem, kein Musterspielplatz
Planungsziele und Gestaltungskriterien für inklusionsfördernde Spielräume:

- Gemeinsamkeit- attraktive Spielräume und Aufenthaltsbereiche für Alle, gleichberechtigtes und unabhängiges Spielen für Kinder mit unterschiedlichen Fähig- und Fertigkeiten, gemeinsames Spiel

- Information- Internetpräsenz und Publikationen, Auffindbarkeit, Beschilderung, Infrastruktureinrichtungen (z.B. Haltestelle, WC, Kiosk)

- Erreichbarkeit und Zugänglichkeit- gute Auffindbarkeit und Beschilderung, barrierefreie Erreichbarkeit über mindestens einen Zugang, taktile und haptische Führung, Aufstell- und Bewegungsflächen, kontrastreiche Gestaltung, geeignetes Belagswahl

- Orientierungshilfen und Sicherheitsaspekte- „2-Sinne-Prinzip“ der Gestaltung, Bodenmarkierungen, Kenntlichmachung von Gefahrenstellen, sichernde Einzäunung von Spielbereichen, Fallschutzflächen, Beleuchtung

- Nutzbarkeit- mehrere Sinne ansprechen, An- und Unterfahrbarkeit von Ausstattungselementen, rollstuhlgerechte lichte Weiten, Höhenstaffelung bei Geräten (verschiedene Nutzergruppen), vielfältige Aufstiege und Anbauten bei Spielgeräten, Rampen, Stege, Geländemodellierungen, barrierefreie WC- Anlagen

- Vielfalt und Attraktivität der Gestaltung- Qualitäten für alle Nutzer, Vielfalt erlebbar machen (physisch, sinnlich und emotional), möglichst barrierefrei, ausreichende Flächengröße, klare Strukturen, differenzierte und stimmige Raumabfolge, Auswahlmöglichkeiten und Aufenthaltsqualitäten, abwechslungsreiche Spielangebote, Wechsel von offenen Bereichen und Rückzugmöglichkeiten, motorische Herausforderungen in unterschiedlichen Abstufungen, Sinneserfahrungen (Sehen, Hören, Fühlen, Tasten), multifunktionale Nutzbarkeit, von verschiedenen Gruppen gemeinsam nutzbare Spielgeräte, Farbgebung, bespielbare Bepflanzung, Geländemodellierung, naturnahe Spielräume, Sitzmöglichkeiten und Ruhebereiche für Begleitpersonen, Sauberkeit

- Umsetzung- Betrachtung des gesamten Spielraumes, Vielfalt und Nutzbarkeit für Alle, multifunktionales Spielangebot und von mehreren Personen gleichzeitig nutzbare Spielgeräte, Naturraum und Bepflanzung in Spielraum einbeziehen, Berücksichtigung von Normen für barrierefreie Planung DIN 18040-3 (Raumbedarf, Gefälle von Rampen und Gehwege) und barrierefreie Spielgeräte mit spezifischen Anforderungen DIN 33942 (für bestimmte Nutzergruppe), Evaluation (Auskunft) Bestand

Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen) Zur Inklusion auf den Spielplätzen Sondershausen (Foto: Stadt Sondershausen)


Bewertung Spielplatzbestand in Sondershausen

- Anzahl Kinder mit Entwicklungseinschränkungen
- integrative KiTa „Arche Noah“ - 6 Kinder (geistige u. körperliche Defizite)
- KiTa „Puste Blume“ - 4 Kinder (Frühforderung)
- KiTa „Anne Frank“ - 2 Kinder (Frühforderung)

- Anzahl: 27 Spielplätze im Bestand
- Barrierefreie Zugänglichkeit: 25 Spielplätze mit stufenlosem Zugang, 17 Spielplätze über befestigte Wege erreichbar.

Inklusion auf den Spielplätzen Übersicht SDH

Inklusion auf den Spielplätzen Übersicht SDH

Inklusion auf den Spielplätzen Beispiele SDH

Inklusion auf den Spielplätzen Beispiele SDH

Quelle: Fotos und pdf-Datein Stadt Sondershausen
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