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Sa, 18:08 Uhr
03.10.2020
30 Jahr deutsche Einheit

Schwach besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit

Auch dieses Jahr fand in Sondershausen ein öffentlicher Festakt zum Tag der deutschen Einheit statt. Ausgerechnet zum 30- jährigen Jubiläum war die Teilnahme, besonders der Politiker erschreckend...

Wir feiern 30 Jahre Deutsche Einheit! Unter diese Überschrift hatte Stadt Sondershausen anlässlich des Tages der Deutschen Einheit, der sich am heutigen Samstag, den 3.Oktober 2020, zum dreißigsten Mal jährt zum Festakt in das Haus der Kunst eingeladen.

Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Laut Hygiene-Konzept war die Zahl der Besucher auf 120 Personen begrenzt worden, aber das Kontingent war mit knapp über 50 nicht annähernd ausgeschöpft worden.

Unter den Gästen u.a. Bundestagsmitglied Manfred Grund (CDU) und die Landtagsmitglieder Babett Pfefferlein (Bündnis 90 / Die Grünen) und Stefan Schard (CDU). Die Zahl der Kommunalpolitiker konnten man an zwei Händen abzählen. Klar, die eingeplanter Redner für die Grußworte waren anwesend, Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) und Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm (pl). Dann wurde es aber dünn.

Das nur vier gewählte Kreistagsmitglieder anwesend waren (Babett Pfefferlein, Steffen Grimm, Joachim Kreyer und Stefan Schard) konnte man ja noch erklären, weil man in den eigenen Kommunen aktiv war. Aber von den 30 gewählten Stadtratsmitgliedern der Stadt Sondershausen waren gar nur sieben Stadträte anwesend. Die Städräte von Die Linke, Freie Wähler und der SPD waren überhaupt nicht vertreten. Und gerade die Stadräte können nicht sagen, ich habe keine Einladung bekommen. In der Presse war es zu lasen und am Donnerstag im Stadtrat angesagt worden! War die Errungenschaft 30 Jahre Deutsche Einheit den Kommunalpolitikern so wenig wert? Man wird ja mal fragen dürfen.

Übrigens zum Festgottesdienst in der Trinitatiskirche am Nachmittag waren mehr Besucher!

Jetzt aber zum angenehmen Teil des Festaktes.

Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Einen musikalischen Leckerbissen gab es gleich zum Auftakt. Liszt-Trio aus Weimar, das auch bereits 30 Jahre besteht, glänzte mit Ludwig van Beethoven.

Die Begrüßung der Gäste aus Vereinen und Wirtschaft und wenig Politik übernahm Bürgermeister Steffen Grimm.
Grimm erinnerte an die Ereignisse von vor 30 Jahren, als die Ostländer dem Grundgesetz der BRD beigetreten sind. Keiner sollte zurückgelassen werden. Ist wirklich alles zusammengewachsen?

Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Vieles brach weg, erinnerte er. Sondershausen erlebte einen wirtschaftlichen Einbruch. Viele junge Menschen wanderten ab. Aber wir entwickelten uns weiter und die Mauer in den Köpfen verschwindet langsam. Wir werden das Glück der Wiedervereinigung nicht aus der Hand geben, so Grimm.
Er rief die Bürger auf, mitzumachen:

Aus der Rede von Steffen Grimm


Landrätin Antje Hochwind Schneider: Der Tag erfüllt mich mit Ehrfurcht! Kaum jemand hätte gedacht, das die Wende so einen friedlichen Verlauf nehmen würde.

Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dank an Michael Gorbatschow, der das mit ermöglichte und die damalige ungarische Regierung, welche die Grenzen öffnete. Hochwind-Schneider appellierte, die Demokratie nicht aus dem Auge zu verlieren:

Aus der Rede von Antje Hochwind-Schneider


Die Festrede hielt Dr. Heiner Marx von der K-UTEC AG SALT TECHNOLOGIES in Sondershausen. Ich bin überzeugter Thüringer, so Marx, auch wenn ich aus dem Saarland komme. Er führte zurück in die Zeit noch lange vor der Wende und schilderte Ereignisse aus dem eigenen Erleben.

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Bedeutend war sein erster Besuch im Jahre 1991, der ihn an die Kaliforschung nach Sondershausen. Er sprach darüber, wie das Konzept für die damalige Kaliforschung erarbeitet wurde. Von 470 Mitarbeitern waren schon 200 vorher entlassen worden (24.000 in der ganzen Kaliindustrie der DDR) und es blieben in der Anfangsphase nur 32 Mitarbeiter übrig. Aber das Konzept hat sich bewährt, so Dr. Marx.

Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Jetzt hat die K-UTEC rund über 100 Mitarbeiter / innen und wir schreiben seit Anfang an schwarze Zahlen in der Bilanz. Einen Wermutstropfen gab es. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Feierlichkeiten 70 Jahre Kaliforschung in Sondershausen von 2021 gleich in das Jahr 2022 verschoben.

Zur jäüngsten Entwicklung sagte er, die K-UTEC ist auf allen Kontinenten gefragt. Das Leuchtturmprojekt einer Kaliumsulfatanlage in Australien soll im nächsten Jahr vollendet werden. Für die späterer Produktion hat man Abnahme Garantien für 650 Millionen australische Dollar.

Wir brauchen wieder Berggeschrei in Nordthüringen

Es gibt noch genügend Kalivorkommen in der Region, die abgebaut und sinnvoll verwertet werden können. Aber wir brauchen dazu in der Region die notwendigen politischen Rahmenbedingungen.

Wir mit unseren Mitarbeitern, die aus vielen Ländern der Welt kommen und in vielen Ländern wirtschaftlich tätig sind, können keine Fremdenfeindlichkeit und Hass gebrauchen. Ein sich abzeichnender Rechtsruck sei nicht zu tolerieren, sagte er abschließend.

Für seine Festrede erhielt Dr. Marx anhaltenden Beifall.


Ausschnitt Nationalhymne

Mit der Nationalhymne endete traditionell der Festakt.
Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Schlecht besuchter Festakt zum Tag der deutschen Einheit (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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Kommentare
DonaldT
03.10.2020, 18:49 Uhr
Schwach besuchter Festakt
Die paar Hansel hätten auch zusammenrücken können und damit Einheit demonstrieren. Ansonsten waren es in den Reden doch nur Phrasen, alle Jahre neu aufgewärmt und nicht wirklich von nachvollziehbarem Inhalt beseelt.

Die von Helmut versprochenen blühenden Landschaften - sie sieht man vor allem dort, wo Abrissruinen mitten in der Stadt liegen bleiben, weil keiner sich wirklich verantwortlich fühlt.

Aber nächstes Jahr blühen diese Schutthalden wieder.
Und wenn es dann Biotope für selten gewordene Pflanzen sind, dann machen sich die Grünen stark und wollen Brachen erhalten. Oder RRG will weitere Moscheen. Deutschland einig Vaterland, geführt von der FDJ und Seehofer gibt die Blockpartei.
Quallensammler
03.10.2020, 21:45 Uhr
Festakt zur deutschen Einheit,
würden sich da nicht ein paar Politiker aufraffen, wäre das alljährlich eine Luftnummer. Warum nur?

3 Jahrzehnte nach dem Zusammenschluss von West- und Mitteldeutschland sind 2 Generationen Nach-1989-Kinder groß geworden. Für die ist Deutschland ganz normal so, wie sie es seit ihrer Geburt erleben. Die kennen die heute erhobene göttliche Alt-BRD und auch die ach so schlimme DDR nur aus dem Schulunterricht. Wie in früheren Zeiten vermutlich nicht das spannendste Thema für Bummies. Geht ihnen so, wie den in den 50er bis 80er Jahren geborenen Kindern. Die wurden zumindest im Osten mit antifaschistischen Worthülsen erschlagen. Was da genau vor 1945 lief, war ihnen/uns so fremd, wie den Kindern und jungen Erwachsenen heute die Zeit vor 1989.

Nebenbei mal neugierig gefragt: wer hat auf der Bühne die 3 Fahnen arrangiert? Links Thüringen, mittig BRD, rechts...ähm Mecklenburg-Vorpommern? Rumänien? Oder???
geloescht.20250302
08.10.2020, 14:05 Uhr
Nächstes Jahr...
...gibts Soljanka (50 Cent davon für Afrika) und es wird voller als auf einem abgesagten Weihnachtsmarkt.

Sorry, aber wer von Behördenmitarbeitern jemals wie der letzte Kunde behandelt wurde will bestimmt nicht mit denselben Leuten zur Feier des Einheitstages einen Smalltalk wie unter alten Freunden führen.
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