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Fr, 10:00 Uhr
09.10.2020
Wer bekommt den Zuschlag zur Umgestaltung der Bebraer Teiche?

Der Wettlauf hat begonnen

Vier Bewerber stellten Ihre Projekte vor. Das Interesse war groß gestern Abend im Stocksen, in Sondershausen. Dort hatten sich fast 200 Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der unterschiedlichen Parteien, Stadträte und Vertreter verschiedener Vereine versammelt. Zugeschaltet waren noch einmal so viele Zuhören an den Bildschirmen zuhause...

Bürgermeister Steffen Grimm eröffnet den Abend (Foto: Eva Maria Wiegand) Bürgermeister Steffen Grimm eröffnet den Abend (Foto: Eva Maria Wiegand)


Mit einem Grußwort des Bürgermeisters Steffen Grimm und der Bitte, respektvoll miteinander umzugehen und jeden Kommentar ohne Unterbrechung anzuhören, wurden die Bewerber vorgestellt. Die Reihenfolge der Präsentationen wurde per Los entschieden.

Die Bewerber Berit Finke und Heiko Rudolf zogen bei dieser Platzierung die Nummer eins. Jeder Bewerber erhielt 15 Minuten Zeit, um seine Ideen den Zuhörenden schmackhaft zu machen.

1. Bewerbung: Berit Finke und Heiko Rudolf
Als Mitglieder des Fördervereins Bebraer Teiche möchten Sie die Stadt Sondershausen in Ihr Projekt einbinden. Regionale Speisen, Waren aus der Region, traditionelle Events und ein Zugang für alle Sondershäuser Bürger- und Bürgerinnen zum Badebereich sind geplant. Auch Tretboote, Workshops, Musikveranstaltungen und Fahrradtouren sind vorstellbar. Die Gemeinnützigkeit soll bewahrt werden. Die Objektverwaltung soll durch Eintrittsgelder, Mieteinnahmen, Pachten, Spenden und projektbezogene Fördergelder finanziert werden. Außerdem setzen die Bewerber Berit Finke und Heiko Rudolf auf die Stärken der Vereinsmitglieder, unter denen sich unter anderen ein Koch und eine Floristin befinden. Gerne würden sich Finke und Rudolf als beständige Pächter der Teiche sehen und mit ihren Ideen die Region um Sondershausen herum beleben.

2. Bewerbung: Mike Schielke
Herr Schielke sprach sich für ein Naturresort der besonderen Art aus. Mit einem vorbereiteten Videos zeigte er sich an den unterschiedlichen Stellen an den Bebraer Teichen, um sein Projekt zu erläutern. Parallel dazu hatten die Gäste der Veranstaltung eine Broschüre erhalten. Mit einem ganzjährigen Angebot möchte Schielke die Region stärken und den Sondershäusern einen außergewöhnlichen Bade- und Freizeitort bieten, der viele Attraktionen vorhält. Das Projekt wirbt mit einem Skandinavischen Grillhaus, Hausbooten auf dem Wasser, Bungalows mit großen Glasfronten, aber auch mit Angeboten für Kinder und Heranwachsende. Einem Bootsverleih und Stand-up-Paddeling sowie mit einem Spielbereich und einer Fahrrad-Zipline. Der Bewerber versichert, dass er beste Teams für die Umsetzung seiner Ideen vorweisen kann. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit stehen für den Bewerber an erster Stelle.

3. Bewerber: Peter Kerkhoven
Herr Kerkhoven kommt aus den Niederlanden und wohnt seit langem in Ebeleben. Sei Team stellte folgendes Projekt vor. Die Vision für die Bebraer Teiche ist eine fast 50 prozentige Erhaltung der Natur. So soll das Naturbad Spaß machen und mit freiem Eintritt für alle zugänglich sein, keinen Massentourismus anlocken und zu viel Lärm vermeiden. Erholung, das ist das Moto. Jede Altersgruppe soll seinen Platz finden. Trotzdem ist Kaufkraft für die Region wichtig. So sollen Touristen die Möglichkeit bekommen an den Bebraer Teichen zu campen, in Bungalows, Wohnmobilen oder kleinen Zelten zu übernachten. Die bestehenden Objekte, wie zum Beispiel die Gaststätte und die alten Garagen, sollen mit wenig Aufwand umgestaltet und „geputzt“ werden. Der Eintritt für die Sondershäuser soll frei sein und die Preise für Speisen und Getränke und Mieten für jeden Geldbeutel erschwinglich. Ein ganzjähriges Angebot, wie zum Beispiel die Entstehung einer Winterwunderwelt für Kinder oder einem wöchentlichen Seniorencafe' sowie kleine Exkursionen sind geplant.

4. Bewerber: Familie Jahn
Philipp Jahn, dessen Familie den Possen betreibt, stellte als vierter Bewerber seinen Projekt vor. Der Familienbetrieb möchte das Objekt kaufen und eine Verbindung zwischen dem Possen und den Bebraer Teichen schaffen. Die Hälfte der Teiche soll naturbelassen bleiben. Der Fokus liegt auf einem Familienferienort. Die bestehenden Garagen sollen zu kleinen Ferienhäusern umgebaut werden, Teile des Parkplatzes begrünt und Holzplattformen für Zelte geschaffen werden. Eintritt und Parkgebühren fallen weg. Um Kosten zu sparen wird auf die Bewachung der Teiche durch den DLRG verzichtet. Ganzjährig in der Natur, mit der Natur. Klein aber fein, das wünscht sich Philipp Jahn für die Bebraer Teiche.

Bürgermeister Steffen Grimm bedankte sich bei allen Mitwirkenden und ganz besonders bei Fabian Fromm, dem Betreiber des Stocksen und seinem Team, welches für einen perfekten Abend mit Hygienekonzept, sehr guter Technik und Service sorgte. Im Anschluss kamen die Gäste zu Wort. Es gab noch Fragen um die Wasserqualität, ob die Alte Mühle mit ihrem einzigartigem Wasserrad in die Planungen mit einbezogen werden kann und was die Untere Naturschutzbehörde zu den Umgestaltungsplänen sagt.

Die Entscheidung, wer den Zuschlag für sein Projekt erhält, wird am 15. Oktober in einer nichtöffentlichen Sonderstadtratssitzung fallen. Wir bleiben dran.
Eva Maria Wiegand



Vier Bewerber stellen ihre Projekte vor (Foto: emw)
Vier Bewerber stellen ihre Projekte vor (Foto: emw)
Vier Bewerber stellen ihre Projekte vor (Foto: emw)
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