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Mi, 08:41 Uhr
14.10.2020
Leben und Wirken eines Architekten aus Bad Frankenhausen

Vortrag zu Georg Wünschemann

Ein Vortrag im Schloss befasst sich mit dem Leben und Wirken des Georg Wünschmann, des Architekten des ehemaligen Kindersanatorium Helmut Just. Und seinem Heimathof in Bad Frankenhausen...

Ehemaliges Kindersanatorium Helmut Just (Foto: Regionalmuseum Bad Frankenhausen) Ehemaliges Kindersanatorium Helmut Just (Foto: Regionalmuseum Bad Frankenhausen)


Dienstag, den 20. Oktober, um 19.30 Uhr, Festsaal im Schloss und Mittwoch, den 28. Oktober, um 19.30 Uhr, Festsaal im Schloss.Auf Grund der bisherigen Nachfrage bei begrenzter Platzkapazität wiederholen wir den Vortrag in der darauffolgenden Woche, am Mittwoch, den 28. Oktober. Unterhalb des Knopfmacherhölzchens und in unmittelbarer Nachbarschaft vom Hausmannsturm „thront“ ein monumentaler Bau am Berghang oberhalb von Bad Frankenhausen. Den meisten Einheimischen ist das Gebäude unter dem Namen „Kindersanatorium Helmut Just“ bekannt. Der ursprüngliche Name „Hermann-Hedrich-Heim“, den es durch seinen Initiator Hermann Hedrich (1853 bis 1927), im Jahr der Fertigstellung 1927 erhielt, ist dagegen fast völlig in Vergessenheit geraten. Doch fast genauso unbekannt ist in heutiger Zeit sein Architekt, der Leipziger Georg Wünschmann (1868 bis 1937).

In Limbach-Oberfrohna in Sachsen geboren, in Chemnitz ausgebildet, ließ er sich als Architekt in Leipzig nieder. Die meisten seiner Bauten Wohnhäuser, Villen, Verwaltungsgebäude, gemeinnützige Bauten und Denkmäler - entstanden in der sächsischen Metropole. Außerhalb von Sachsen finden sich viele Bauten in der Heimat seiner Frau, Österreich, und in den thüringischen Kurorten Bad Berka und Bad Frankenhausen. Sein Wirken in Bad Frankenhausen ist eng verbunden mit Hermann Hedrich, dem Verwaltungsdirektor der Krankenkasse (Ersatzkasse) des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (G.D.A.), die einen ihrer Sitze in Leipzig hatte. Auf Empfehlung vieler Mitglieder der Kasse initiierte H. Hedrich den Bau eines Kindersanatoriums in unserer Stadt. Den Architektenwettbewerb „gewann“ Georg Wünschmann, der ein Bauwerk im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ entwarf und umsetzte. Errichtet wurde das Kindersanatorium auf dem ehemaligen Weinberggelände der Familie von Ehrenbürger Wilhelm Schall (1828- bis 1916). Die Stadt hatte den Weinberg 1926 erworben, parzelliert und an Bauinteressenten veräußert. Das neue Baugebiet erhielt den Namen „Neu-Frankenhausen“.

Georg Wünschmann fand Gefallen an der kleinen ruhigen Kurstadt am Kyffhäuser. Er knüpfte Kontakte, eröffnete ein Architekturbüro und wurde Mitglied der Pfännerschaft. Selbst Mitglied einer Leipziger Künstlergenossenschaft organisierte er eine Ausstellung Leipziger Künstler in Bad Frankenhausen. Er legte im Auftrag Stadt und Pfännerschaft ein Entwicklungskonzept für die Kuranlagen einschließlich dem Bau eines Soleschwimmbades vor. Während dieses Bauvorhaben zurückgesetzt wurde, fand sein Entwurf für die Wohnanlage „Heimathof“ Anerkennung und Umsetzung. Interessant ist dabei die Verknüpfung mit dem G.D.A. als auch mit gleichartigen Bauvorhaben in Leipzig. In unserem ersten Vortrag zur Geschichte des „Hermann-Hedrich-Heim“ bzw. dem „Kindersanatorium Helmut Just“ widmen wir uns dem Leben und Wirken seines Architekten. In einem weiteren, nachfolgenden Vortrag nähern wir uns seinem Initiator Hermann Hedrich. Beide Vorträge werden einen interessanten Blick nicht nur auf die Baugeschichte einzelner Gebäude, sondern zugleich auch unserer Stadtgeschichte bieten.
Bitte Karten im Vorverkauf erwerben!
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