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Fr, 06:52 Uhr
16.10.2020
Landespolitiker äußern sich

Der Kyffhäuserkreis ist für ein Atomlager unbrauchbar

Landtagsmitglied Stefan Schard (CDU): „Zunächst sollte in den alten Ländern gesucht werden“...

„Unsere Region ist als Endlager für atomare Abfälle unbrauchbar“, sagt Stefan Schard, CDU-Landtagsabgeordneter aus dem Kyffhäuser-Kreis. „Insbesondere die geologische Störzone der so genannten Finnestörung steht einem solchen Lager entgegen.“ Aus diesem Bereich könnte im Laufe der Jahrtausende Radioaktivität aus den eingelagerten Castoren an die Oberfläche gelangen. Schard forderte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) auf, ihre jüngst vorgestellte Deutschlandkarte mit geeigneten Gesteinsformationen für ein atomares Endlager nochmals zu überarbeiten. Der Kyffhäuser-Kreis wurde von der BGE als grundsätzlich geeignet zur Aufnahme eines Endlagers ausgewiesen.

„Grundsätzlich sollte die Politik zudem den Ansatz verfolgen, zunächst nur Standorte in den altbundesdeutschen Ländern genauer ins Auge zu fassen“, so Schard weiter. Hier hätten die Atommeiler gestanden, hier sei mit dieser Energie gutes Geld verdient, Steuern gezahlt und die hochqualifizierten Jobs geschaffen worden. „Nun ist es nur recht und billig, dass diese Regionen auch den Atommüll aufnehmen sollten“, so Schard weiter. „Wir im Kyffhäuser-Kreis wollen dieses Lager nicht“.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung ist beauftragt, für rund 1900 Castoren mit zum Teil hochradioaktiven Abfällen aus den deutschen Kernkraftwerken ein sicheres Endlager zu finden. Gesucht werden hierfür Gesteinsschichten, die wenigstens für eine Million Jahre als sicher gelten. Als grundsätzlich geeignet gelten Ton, Salz und kristallines Granitgestein, allerdings muss sichergestellt sein, dass geologische Prozesse die Lager nicht im Laufe der nächsten Million Jahre deformieren oder an die Oberfläche heben. „Wer will das in dem an  Störzonen und kleineren Erdbeben reichen Thüringen definitiv ausschließen“, fragt Schard.

Außerdem werde er sich mit den für die Klärung der Frage zuständigen Stellen weiter in Verbindung setzen, führt Schard aus. Auch ein Gespräch mit dem mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sondershäuser Firma „K-UTEC“ wurde genutzt, um diese Frage näher zu beleuchten.

Für Schard spricht aber auch ein weiterer wesentlicher Punkt gegen ein Endlager im Kyffhäuserkreis. In dem hiesigen Bergwerk in Sondershausen werde aktiv Bergbau betrieben, was eine Einlagerung dieser Stoffe ausschließe, so der Landtagsabgeordnete abschließend.
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