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So, 07:32 Uhr
18.10.2020
Waschzwang nimmt um 82 Prozent zu

Wenn Händewaschen zur Sucht wird

Seit der Corona-Krise wäscht sich laut einer forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse nahezu jeder (93 Prozent) nach dem Nach-Hause-Kommen die Hände. So weit, so vernünftig. Doch was, wenn das Händewaschen zur Sucht wird?

Wenn die Angst vor einer Ansteckung – etwa mit dem Corona-Virus – zu einem krankhaften Hygieneverhalten führt oder bestehende Störungen vorantreibt? KKH-Daten belegen bereits vor der Pandemie einen enormen Anstieg bei zwanghaftem Händewaschen: von 2009 auf 2019 bundesweit um rund 82 Prozent. Die meisten Fälle registriert die Kasse bei den 45- bis 59-Jährigen, das größte Plus von rund 154 Prozent bei den 60- bis 74-Jährigen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

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Die Gründe, warum Menschen eine solche Zwangsstörung entwickeln, reichen von genetischen und psychischen Faktoren wie einer ängstlichen Persönlichkeit über die Erziehung in der Kindheit bis hin zu traumatischen Erlebnissen – etwa einer schweren Krankheit durch Bakterien oder Viren. Dazu gehört auch die Angst vor einem unbekannten Keim wie dem Corona-Virus. Darüber hinaus können sich bereits bestehende psychische Erkrankungen durch solche Krisen noch verstärken.

Waschzwang Anstieg 2009 auf 2019 (Foto: Kaufmännische Krankenkasse KKH) Waschzwang Anstieg 2009 auf 2019 (Foto: Kaufmännische Krankenkasse KKH)


Menschen mit einem Waschzwang verspüren panische Angst und Ekel vor Keimen, Schmutz, Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen. Der Kontakt mit kranken Personen, mit Abfall oder auch das Benutzen öffentlicher Toiletten lösen massive Panik aus. Die Folge: Betroffene müssen vor allem ihre Hände, aber auch ihren Körper, ihre Kleidung, kontaminierte Gegenstände und häufig ihre gesamte Wohnung immer wieder exzessiv reinigen und desinfizieren. Tragischerweise erreichen sie damit genau das Gegenteil: Das extreme Waschen zerstört den Säureschutzmantel der Haut und Krankheitserreger haben erst recht leichtes Spiel. Ein Waschzwang kann darüber hinaus schwere soziale Folgen haben. Die massiven Reinigungsrituale nehmen häufig so viel Zeit in Anspruch, dass die Betroffenen ihrem beruflichen und privaten Leben nicht mehr nachgehen können und vereinsamen.

Menschen, die unter einer solchen Zwangsstörung leiden, schämen sich oft für ihr Verhalten. Die Dunkelziffer ist daher hoch. Bei KKH-Versicherten diagnostizierten Ärzte im vergangenen Jahr im Schnitt nur bei einem von 1.000 Versicherten einen Waschzwang. Der deutliche Anstieg zeigt aber, dass solche Zwangserkrankungen im Blick behalten werden müssen, gerade weil sie häufig an weitere psychische Leiden wie Depressionen oder Angststörungen gekoppelt sind. Eine sorgfältige Diagnose mit anschließender ärztlicher Behandlung ist daher unumgänglich. Sich zu öffnen und darüber zu sprechen, ist dabei der erste wichtige Schritt für eine Genesung. Bei einem Verdacht führt der erste Weg zum Hausarzt. Er überweist dann an einen Psychiater oder einen Psychotherapeuten.
Autor: red

Kommentare
Wolfi65
18.10.2020, 11.01 Uhr
Ja wirklich eklig diese Menschen
Menschen, die sich in regelmäßigen Abständen die Hände waschen und auch sonst auf ihre Körperhygenie achten sind ja völlig krank.
Dann lieber stinkend sich durch die Gänge der Supermärkte drängeln, und andere mit Gerüchen aus Magen und Darm beglücken.
N. Baxter
18.10.2020, 11.54 Uhr
ja komisch
dieser krankhafte Wahn sich permanent die Hände zu waschen, schädigt auch das eigene Hautmilieu und kostet unnötig Geld...
Erpel1311
18.10.2020, 13.19 Uhr
Und angeblich
soll das ja auch vor Corona schützen
Paulinchen
18.10.2020, 16.17 Uhr
Wer sich öfter mal...
... die Hände wäscht, mag offensichtlich kein Äquaplaning in den selben.

Wie verrückt ist das denn nun, jetzt fehlt nur noch die Beschränkung der Anzahl der Toiletten- Gänge. Im Übrigen habe ich heute gelesen, dass sich das Coronavirus vielleicht durch unsere Augen Zugang zum Körper sucht. Da hilft nur noch eine Brille. Jetzt aber los, die Optiker warten schon. Gibt es schon eine Seife zum Waschen der Augen, oder muss die Maske jetzt noch höher getragen werden?
coco66
18.10.2020, 17.51 Uhr
Wenn
die KKH weiter keine Sorgen hat,dann ist es ja okay.
Kostet ja nur Geld so eine Umfrage.Die Beitragszahler freut es.
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