eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 12:09 Uhr
25.11.2020
Neues aus Sondershausen

„Frei leben-ohne Gewalt“

Unter dieser Überschrift steht am heutigen 25. November der Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Es zeigt sich leider auch, das Frauenhaus in Sondershausen ist notwendig! Auch dieses Jahr fand in Sondershausen eine Fahnenhissaktion statt...

Katharina Töppe, Familien- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und Christin Nowak, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sonderhausen hatten zu dieser Gemeinschaftsaktion geladen.

„Frei leben-ohne Gewalt“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Frei leben-ohne Gewalt“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Gemeinsam wurde die Fahne der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mit Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) und Sondershausens Bürgermeister Steffen Grimm (pl) gehisst. Wegen der Corona-Pandemie war die Veranstaltung in kleinem Rahmen durchgeführt worden.

Seit 2001 wird international die Fahnenhissaktion durchgeführt. Einführende Worte sprachen Frau Töppe und Frau Nowak.

Aufmerksam gemacht werden soll auf die nach wie vor bestehende Gewaltanwendungen gegenüber Frauen und Mädchen weltweit, leider auch in Deutschland. Mit der Aktion soll ein Zeichen der Solidarität und der Ermutigung gesetzt werden.

„Frei leben-ohne Gewalt“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Frei leben-ohne Gewalt“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dieses Jahr steht die Fahnenhissaktion unter der Überschrift: „Mein Herz gehört mir – gegen Zwangsverheiratungen und Frühehen“. Dazu folgende Fakten:

- In Deutschland gibt es seit 2017 das „Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ – strafrechtliche Verfolgung von Verheiratung Minderjähriger – starker Einsatz der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES – aber auch Zwangsverheiratungen sind in Deutschland verboten;

- Weltweit geht man von einer Zahl von 650 Mio. Mädchen und jungen Frauen aus, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet werden – am Beispiel Iran – hier gilt die Ehemündigkeit bereits schon ab 13 Jahren;

- Oft werden diese Eheschließungen in einer traditionellen Zeremonie vollzogen, oft auch vor religiösem Hintergrund;

- für die Betroffenen hat das teils dramatische Folgen – hierzu zählen häusliche und sexualisierte Gewalterfahrungen und ein Leben in sozio-ökonomischer Abhängigkeit vom Ehemann;

- Mädchen und junge Frauen – gerade aus anderen Kulturkreisen – müssen stark gemacht werden – Bildung erfahren – begreifen, dass Zwangsehen keine Normalität darstellen;

Wir oft nicht so wahrgenommen, so Töppe und Nowak weiter:

- Im Landkreis kennen wir Fälle – bei denen junge Mädchen / Frauen sich der Zwangsheirat widersetzt haben, Zuflucht im Frauenhaus gesucht haben und Hilfe der Behörden in Anspruch genommen haben;

- ein Mädchen/keine Frau der Welt möchte zwangsverheiratet werden = Gesellschaft trägt Verantwortung;

-Es darf keine Häusliche Gewalt zusätzlich vorprogrammiert werden – Früh-oder Zwangsehen bedeuten lebenslange Gewalt an Mädchen und Frauen

- Und gerade in einer solchen Zeit – der Zeit der Pandemie, bei der soziale Kontakte noch zusätzlich einschränkt sind. sollte man aufeinander achten, Hilfe zu vermitteln und die Isolation zu durchbrechen.

Der Kyffhäuserkreis besitzt ein starkes Netzwerk gegen häusliche Gewalt, dem u. a. das Frauenhaus, die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Beratungsstellen, aber auch die Polizei angehören. Die Öffentlichkeit sensibilisieren wollte man dieses Jahr mit der „Postkartenaktion Ich schicke dir Mut“ – mit wichtigen Telefonnummern Hilfsangebote -, kn berichtete.


Jeden dritten Tag – stirbt eine Frau an den Folgen von häuslicher Gewalt in Deutschland!

Das Frauenhaus Sondershausen hatte in der Zeit des Lock-Down einen Rückgang der Zahlen an Frauen, die Zuflucht suchten, verzeichnet. Danach gab es jedoch einen schnellen Anstieg. Die Aufenthaltszeit, der von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern, stieg in Zeit des Log-Downs. Es muss sehr schlimm gewesen sein, dass eine längere Zeit benötigt wurde und noch wird, um „wieder auf die Beine zu kommen“.

Auch in Zeiten von Corona ist das Frauenhaus geöffnet und wir sind jederzeit als Ansprechpartner unter der Telefonnummer 03632-603300, in Notfällen (nachts und am Wochenende) unter 0175-8292967 erreichbar. Auch per Mail unter frauenhaus@twsd-tt.de.


„Frei leben-ohne Gewalt“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann) „Frei leben-ohne Gewalt“ (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

„Frei leben-ohne Gewalt“ – diese Botschaft wollen wir jetzt mit unserer Fahnenhissaktion nach außen sende - Lassen wir die Fahne wehen!
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare
geloescht.20250302
25.11.2020, 16:23 Uhr
Zwangsheirat oder Gewalt?!
Dann gehen Sie bitte wirklich auch zukünftig offensiv mit diesem Thema in die Öffentlichkeit!

Eine Flucht ins Frauenhaus kann auch nur eine befristete Lösung sein und eine neue Identität wie im Zeugenschutzprogramm kann auch nicht die Lösung sein, damit Frau oder Tochter nicht zu Ihrem gewalttätigen Ehemann oder Heiratskandidaten zurückkehren müssen.

Und dann bitte sprechen Sie offen und ehrlich an, in welcher Religion Frauen als minderwertig angesehen und aus finanziellen Gründen zwangsverheiratet werden!

Ebenso, dass der Teufel Alkohol generell eine große Rolle spielt und eine ernst gemeinte und bis zum Ende durchgezogene Therapie helfen kann.

Ich schäme mich als glücklich verheirateter Mann ebenso für den betrunkenenen Deutschen, der seine Frau traktiert als auch für den religiösen Fanatiker, der abwechselnd seine 4 Frauen begattet oder schlägt.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)