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Mo, 09:10 Uhr
30.11.2020
Gebäudereiniger:

Gleiche Löhne nach 30 Jahren

Im Osten bekommen Beschäftigte in der Gebäudereinigung erstmals den gleichen Lohn wie ihre Kollegen im Westen. Ab Dezember liegt der Mindestlohn in der Branche bundesweit bei 10,80 Euro pro Stunde.tIn den Nordthüringer Kreisen Unstrut-Hainich, Kyffhäuser und Nordhausen profitieren 770 Beschäftigte davon...

Im Osten bekommen Beschäftigte in der Gebäudereinigung erstmals den gleichen Lohn wie ihre Kollegen im Westen. Ab Dezember liegt der Mindestlohn in der Branche bundesweit bei 10,80 Euro pro Stunde. (Foto: IG BAU) Im Osten bekommen Beschäftigte in der Gebäudereinigung erstmals den gleichen Lohn wie ihre Kollegen im Westen. Ab Dezember liegt der Mindestlohn in der Branche bundesweit bei 10,80 Euro pro Stunde. (Foto: IG BAU)

Lohn-Mauer in der Gebäudereinigung gefallen: Ab Dezember haben die 770 Beschäftigten der Branche in Nordthüringen Anspruch auf dieselbe Bezahlung wie ihre Kollegen in Westdeutschland.

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Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. „30 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die unterschiedliche Bezahlung in Ost und West für Reinigungskräfte ein Ende. Die Gebäudereinigung ist damit die erste große Dienstleistungsbranche, die die Lohn- Angleichung vollzieht“, sagt Harald Buntfuß von der IG BAU Nordthüringen. Der Gewerkschafter spricht von einem „tarifpolitischen Meilenstein“, der in den vergangenen Jahren erkämpft worden sei.

Ab sofort liegt der Mindestlohn in der Gebäudereinigung überall in Deutschland bei 10,80 Euro pro Stunde – und ist damit im Osten seit 2018 um 17 Prozent gestiegen. Glas- und Fassadenreiniger kommen ab Dezember auf einen Stundenlohn von
14,10 Euro. Bereits im Januar steigen die Einkommen im Rahmen eines bundesweiten Tarifabschlusses erneut. Beschäftigte sollten nun die nächste Lohnabrechnung prüfen, rät die IG BAU. Die Zahlung der beiden Mindestlöhne ist für alle ostdeutschen Reinigungsunternehmen verpflichtend.

Die Gebäudereinigung gilt als eine der größten Handwerkssparten und setzte im vergangenen Jahr bundesweit 19,6 Milliarden Euro um. „Im Osten ist die Branche von vielen kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt. Aber auch Großunternehmen wie Gegenbauer, Wisag und Dussmann sind zwischen Ostsee und Thüringer Wald aktiv“, so der stellvertretende Bezirksvorsitzende Buntfuß. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gebäudereinigung in den neuen Bundesländern 134.000 Menschen (mit Berlin).
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Kommentare

30.11.2020, 10.51 Uhr
solar | Löhne sind zwar angepasst
Der Lohn ist gestiegen b.z.w. wurde angepasst, aber die Arbeit ist kaum zu schaffen.
Alles was die Reinigungskraft nicht schafft,hängt sie hinten dran.
Dies wird nicht bezahlt.
Das ist Ausbeutung und verdeckte Schwarzarbeit.
Niemand spricht öffentlich darüber, weil man sonst die Kündigung erhält.
Wer will schon seinen Job verlieren? !

11   |  2     Login für Vote
30.11.2020, 19.35 Uhr
Totofino | Nur der Mindestlohn
ist der Gleiche nicht der Lohn, das muß man beachten. Und wie der andere Kommentator schon schrieb, wie lange muß man in dieser Branche arbeiten um den Lohn für eine Stunde zu erhalten? Und ist diese Mehrarbeit in Ost und West auch gleich ?

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30.11.2020, 20.33 Uhr
Kobold2 | Der Rechtsweg
steht euch doch offen.
Vom Jammern wird's nicht besser.

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30.11.2020, 21.30 Uhr
Heimathistoriker | Meilenstein, aber...
das was einige meiner Vorkommentatoren schreiben stimmt auch.

Zudem ist doch die Frage, wann die nächste Lohnerhöhung in der Branche kommt, etwa wieder erst nach 30 Jahren?

Außerdem sind mir in Nordhäuser Gewerbegebiet Familienunternehmen bekannt, die sich großtun, dass sie den Mindeststundenlohn auf 10 Euro aufrunden, "damit es nicht heißt wir müssen nur das zahlen, wir zahlen mehr"!

Die Medaille hat halt immer zwei Seiten!

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30.11.2020, 21.30 Uhr
Paul | solar
Dazu sage ich aber wer solch eine Arbeit macht und sich dabei ausnehmen läßt ist SELBER Schuld. Und da beißt die Maus keinen Faden ab. Und solange es Leute gibt, die sich das gefallen lassen, wird sich da mit Sicherheit auch NICHTS ändern! Wenn solche "Firmen" keinen mehr finden, der diese Drecksarbeit macht, dann........!
Und anders wird da NIE ein Schuh drauß.

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01.12.2020, 11.21 Uhr
Wiarda | Mindestlohn gestiegen
Ich bin selbst in dieser Branche tätig und bin der gleichen Meinung wie Solar beschrieben hat.
Als der Mindestlohn gestiegen ist, wurden die Flächen zum Wischen immer größer.
In Corona Zeiten kam noch der Mehraufwand dazu,wobei man großzügiger Weise noch eine viertel Stunde mehr bezahlt,aber der Mehraufwand auch viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Wie gesagt, es zählt nur die Fläche und für die Vorbereitung (Wasser in Eimer füllen ,Türen abschließen, Reinigungsnachweise ausfüllen und so weiter....)steht die Uhr still.
Der Mindestlohn wird angeglichen und die Arbeitszeit dafür gekürzt.
Das ist doch unfair und am Schlimmsten sind die großen Firmen, die die kleinen bei neuen Aufträgen unterbieten. Somit muss die Reinigungskraft am Kräftelimit arbeiten .
Natürlich kann man sich auch eine andere Tätigkeit suchen.Aber irgendjemand muss doch auch die "Drecksarbeit "tun.

3   |  0     Login für Vote
01.12.2020, 11.35 Uhr
Wiarda | Mindestlohn gestiegen
Ich bin selbst in dieser Branche tätig und bin der gleichen Meinung wie Solar beschrieben hat.
Als der Mindestlohn gestiegen ist, wurden die Flächen zum Wischen immer größer.
In Corona Zeiten kam noch der Mehraufwand dazu,wobei man großzügiger Weise noch eine viertel Stunde mehr bezahlt,aber der Mehraufwand auch viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Wie gesagt, es zählt nur die Fläche und für die Vorbereitung (Wasser in Eimer füllen ,Türen abschließen, Reinigungsnachweise ausfüllen und so weiter....)steht die Uhr still.
Der Mindestlohn wird angeglichen und die Arbeitszeit dafür gekürzt.
Das ist doch unfair und am Schlimmsten sind die großen Firmen, die die kleinen bei neuen Aufträgen unterbieten. Somit muss die Reinigungskraft am Kräftelimit arbeiten .
Natürlich kann man sich auch eine andere Tätigkeit suchen.Aber irgendjemand muss doch auch die "Drecksarbeit "tun.

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01.12.2020, 15.26 Uhr
Kobold2 | Wenn man
mir seiner Situation nicht zufrieden ist, sollte man selbst was ändern und nicht die Schuld bei anderen suchen. Daumen helfen da schon gar nicht.
Auch in meiner Branche gibt es schwarze Schafe.
Was ist daran so schwer, die Misstände zu dokumentieren und an die entsprechenden Stellen weiterleiten. Für alles gibt es Vorgaben
Lieber verliere ich kurzzeitig den Job, als mich so ausnehmen zu lassen.
Davon ändert sich nämlich genau nichts, ausser das man weiter jammern kann.

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