Sa, 08:00 Uhr
19.12.2020
Menschen im Corona-Jahr
Der Lockdown hat uns voll erwischt
In unserer Reihe Menschen im Corona-Jahr wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Leserinnen und Leser aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen…
Fabian Fromm, der Besitzer des STOCKSEN in Sondershausen hat uns seine Eindrücke berichtet:
"CORONA hat mich und uns mit voller Wucht erfasst. Neben meinem Gewerbe als Musiker, als Inhaber eines Unternehmens für den Verleih von Ton-, Licht-, Bühnen- und Videotechnik und Pächter der wohl einzig verbliebenen privat bewirtschafteten Eventlocation im Norden Thüringens, war ich der Meinung auf wirklich breiten Beinen zu stehen.
Doch dann kam diese Pandemie. Seit dem 10. März dem Datum des Lockdowns der gesamten Veranstaltungsbranche, aus dem die Branche im Übrigen nie heraus kam, sind unsere Aufträge, Umsätze, Gewohnheiten und Berufungen komplett zusammengebrochen. Die letzte betriebswirtschaftlich sinnvolle Veranstaltung im Stocksen konnten wir Ende Februar durchführen.
Wir sind also seit ca. 300 Tagen im absoluten Lockdown.
Anfangs habe ich die gesamte Situation noch etwas belächelt und war der Überzeugung, dass das ganz sicher alles halb so wild ist. Doch musste ich Monat für Monat feststellen, dass wir als Veranstalter, Musiker und Verleiher so schnell da nicht raus kommen. Um das Ganze in Zahlen auszudrücken: allein wir verlieren in diesem Jahr etwa 400.000 Euro an Umsatz.
Natürlich hat diese Pandemie nicht nur schlechte Seiten gebracht. Im Sommer bin ich erstmals seit ca. 15 Jahren wieder so richtig Fahrrad gefahren, habe Fussball gespielt und versucht das Leben, so gut es halt geht, zu genießen. Im September ist mein Sohn geboren und es ist toll, deutlich mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben haben zu dürfen. Das ist ganz großartig. Ganz sicher trägt das dazu bei, über seine eigene Work-Life-Balance nachzudenken.
Im April haben wir zudem die Idee gehabt, aus einem ehemaligen Barraum ein Ton- und Streamingstudio zu bauen. Seit August sind wir nun in der Lage wirklich hochwertige Tonproduktionen im eigenen Haus umzusetzen und Streamingformate in die Welt zu schicken. Schon als Teenager habe ich im Haus meiner Eltern die Arbeit in meinem Homestudio genossen und freue mich, nun noch mehr meiner Leidenschaft, qualitativ hochwertiger Musik und professionellen Aufnahmen, nachgehen zu können.
Des Weiteren haben wir in den letzten Monaten jede Menge im Stocksen umbauen und erneuern können. Neben neuem Bühnenmolton, neuer Ambientebeleuchtung und komplett neu aufgearbeitetem Parkett auf der Empore, installieren wir noch vor Weihnachten eine brandnaue Beschallungsanlage für die Empore, um Gästen auch von dort uneingeschränkte Tonqualität bieten zu können.
In der letzten Woche haben wir den alten Bühnenbelag entfernt und werden dank dem Einsatz der Stadt Sondershausen als Eigentümer des Hauses - eine neue Bühnenoberfläche schaffen.
Ein herzliches Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz für das Stocksen geht an unseren Bürgermeister Herrn Grimm, Herrn Aschenbrenner und Herrn Trietchen. DANKE.
Wir alle hoffen, dass die Pandemie schnellstmöglich ein Ende findet. Ehrlicherweise muss man sagen, dass das Geld einfach irgendwann ausgeht und man irgendwann jeglichen Elan und jede Leidenschaft der Realität zum Opfer fällt. Auch aus diesem Grund haben wir eine Möglichkeit geschaffen, uns und unsere Arbeit zu unterstützen. Per PayPal kann man hier spenden: www.stocksenbrauchtdich.de - jeder Euro hilft uns.
Wir wünschen allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und vor allem Gesundheit. Wir freuen uns in Zukunft über neugierige Gäste im neuen Stocksen".
Fabian Fromm
Autor: emwFabian Fromm, der Besitzer des STOCKSEN in Sondershausen hat uns seine Eindrücke berichtet:
"CORONA hat mich und uns mit voller Wucht erfasst. Neben meinem Gewerbe als Musiker, als Inhaber eines Unternehmens für den Verleih von Ton-, Licht-, Bühnen- und Videotechnik und Pächter der wohl einzig verbliebenen privat bewirtschafteten Eventlocation im Norden Thüringens, war ich der Meinung auf wirklich breiten Beinen zu stehen.
Doch dann kam diese Pandemie. Seit dem 10. März dem Datum des Lockdowns der gesamten Veranstaltungsbranche, aus dem die Branche im Übrigen nie heraus kam, sind unsere Aufträge, Umsätze, Gewohnheiten und Berufungen komplett zusammengebrochen. Die letzte betriebswirtschaftlich sinnvolle Veranstaltung im Stocksen konnten wir Ende Februar durchführen.
Wir sind also seit ca. 300 Tagen im absoluten Lockdown.
Anfangs habe ich die gesamte Situation noch etwas belächelt und war der Überzeugung, dass das ganz sicher alles halb so wild ist. Doch musste ich Monat für Monat feststellen, dass wir als Veranstalter, Musiker und Verleiher so schnell da nicht raus kommen. Um das Ganze in Zahlen auszudrücken: allein wir verlieren in diesem Jahr etwa 400.000 Euro an Umsatz.
Natürlich hat diese Pandemie nicht nur schlechte Seiten gebracht. Im Sommer bin ich erstmals seit ca. 15 Jahren wieder so richtig Fahrrad gefahren, habe Fussball gespielt und versucht das Leben, so gut es halt geht, zu genießen. Im September ist mein Sohn geboren und es ist toll, deutlich mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben haben zu dürfen. Das ist ganz großartig. Ganz sicher trägt das dazu bei, über seine eigene Work-Life-Balance nachzudenken.
Im April haben wir zudem die Idee gehabt, aus einem ehemaligen Barraum ein Ton- und Streamingstudio zu bauen. Seit August sind wir nun in der Lage wirklich hochwertige Tonproduktionen im eigenen Haus umzusetzen und Streamingformate in die Welt zu schicken. Schon als Teenager habe ich im Haus meiner Eltern die Arbeit in meinem Homestudio genossen und freue mich, nun noch mehr meiner Leidenschaft, qualitativ hochwertiger Musik und professionellen Aufnahmen, nachgehen zu können.
Des Weiteren haben wir in den letzten Monaten jede Menge im Stocksen umbauen und erneuern können. Neben neuem Bühnenmolton, neuer Ambientebeleuchtung und komplett neu aufgearbeitetem Parkett auf der Empore, installieren wir noch vor Weihnachten eine brandnaue Beschallungsanlage für die Empore, um Gästen auch von dort uneingeschränkte Tonqualität bieten zu können.
In der letzten Woche haben wir den alten Bühnenbelag entfernt und werden dank dem Einsatz der Stadt Sondershausen als Eigentümer des Hauses - eine neue Bühnenoberfläche schaffen.
Ein herzliches Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz für das Stocksen geht an unseren Bürgermeister Herrn Grimm, Herrn Aschenbrenner und Herrn Trietchen. DANKE.
Wir alle hoffen, dass die Pandemie schnellstmöglich ein Ende findet. Ehrlicherweise muss man sagen, dass das Geld einfach irgendwann ausgeht und man irgendwann jeglichen Elan und jede Leidenschaft der Realität zum Opfer fällt. Auch aus diesem Grund haben wir eine Möglichkeit geschaffen, uns und unsere Arbeit zu unterstützen. Per PayPal kann man hier spenden: www.stocksenbrauchtdich.de - jeder Euro hilft uns.
Wir wünschen allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und vor allem Gesundheit. Wir freuen uns in Zukunft über neugierige Gäste im neuen Stocksen".
Fabian Fromm
