Do, 10:41 Uhr
17.12.2020
Bedrohte Lebensräume retten
Wie Schafe bei Renaturierung helfen
Bedrohte Lebensräume stehen im Fokus der Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser. Auch in diesem Winterhalbjahr setzt die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser Arten- und Biotopschutzprojekte im Kyffhäuserkreis um...
Ziel der Maßnahmen ist der Erhalt und die Förderung von Natur und Landschaft in Thüringen. Finanziert werden die Projekte durch den Freistaat Thüringen über das Förderprogramm NALAP (Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen).
Für die Umsetzung der Projekte konnte die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser für die Jahre 2020/21 bisher 376.000 Euro für den Kyffhäuserkreis sichern. Die Planung der Maßnahmen fand in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises sowie dem Leiter der Naturparke Kyffhäuser und Südharz statt.
Die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen wird durch regionale Landschaftspflegefirmen geleistet und durch Mitarbeiter der Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser fachlich begleitet. Gepflegt werden wertvolle Offenlandbereiche sowie Streuobstwiesen oder Trockenrasen.
Stationsleiterin Astrid Koschorreck erklärt, dass diese selten gewordenen Biotope durch extensive Nutzung wie Beweidung oder Mahd entstanden sind. Wird die Nutzung eingestellt, verbuschen die Flächen und seltene Arten, die auf die offenen und extensiv bewirtschafteten Biotope angewiesen sind, werden verdrängt. Sechs der aktuellen Projekte betreffen naturnahe Trockenrasen und Streuobstwiesen.
Aufgrund fehlender Nutzung konnten sich Pioniergehölze wie Eschen, Birken, Weißdorn und Schlehen etablieren. Zudem ist die Grasnarbe so stark verfilzt, dass charakteristische Pflanzenarten wie Küchenschelle, Adonisröschen und Orchideen sich nicht mehr durchsetzen können. Durch angepasste Pflegemaßnahmen sollen diese Wiesen wieder in einen, aus naturschutzfachlicher Sicht, guten Zustand gebracht werden.
Die Projektgebiete befinden sich nahe der Funkenburg östlich der Ortschaft Westgreußen, westlich des Panorama Museums in Bad Frankenhausen, entlang des Helbeufers nahe der Ortschaft Thüringenhausen, auf den Gatterbergen nördlich der Gemeinde Hachelbich, im Bereich der Lückenhügel in der Gemarkung Frankenhausen und in den Koporalslöchern westlich von Oberheldrungen.
Insgesamt werden in diesem Winter 16,4 Hektar Fläche bearbeitet. Im Rahmen der Pflegemaßnahmen werden Sträucher und Pionierbaumarten entnommen und vorhandene Obstgehölze durch einen fachgerechten Schnitt gepflegt. Anschließend werden die gepflegten Flächen durch ortsansässige Tierhalter mit Schafen, Ziegen oder Rindern beweidet.
Ein weiteres Projekt wird am Wipperaltarm bei Hachelbich durchgeführt. Dort hat sich ein artenreiches Amphibienbiotop mit seltenen Arten wie Kamm-, Berg- und Teichmolchen sowie Erdkröten entwickelt. Durch die zunehmende Verlandung verschlechtert sich der Zustand aber von Jahr zu Jahr. Um dem entgegenzuwirken, wird der Altarm schonend entschlammt und so ein wichtiges Laichhabitat erhalten.
Auch im FFH-Gebiet Esperstedter Ried – Salzstellen bei Artern werden Flächen gepflegt. Hier gibt es eine Besonderheit, nämlich die Binnensalzstellen. Hier kommen viele seltene, an hohe Salzkonzentrationen angepasste Pflanzen- und Tierarten vor, wie Salzbunge, Salz-Steinklee und Salz-Hasenohr.
Da die Flächen zu Teil temporär überstaut sind, sind sie nur schwer zu bewirtschaften. Das hat zur Folge, dass sich das anstehende Schilf stark ausbreitet und die konkurrenzschwächeren Salzpflanzen verdrängt. Um dem entgegenzuwirken, werden zwei kleine Feuchtmulden von jeweils etwa 25 m² angelegt. Dadurch wird Wasser aus der Fläche gezogen und die naturschutzkonforme Nutzung fällt leichter. Außerdem entsteht so ein Reproduktions- und Nahrungshabitat für Amphibien.
Mit der Umsetzung der Maßnahmen wird ein wichtiger Beitrag für den Erhalt des Naturreichtums Nord-Thüringens geleistet. Der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V., Träger der Natura 2000-Station, steht Ihnen bei Fragen zum aktuellen Stand der Arbeiten oder bei Interesse an der Umsetzung eigener Projektideen unter 03631/499 44 85 gern zur Verfügung.
Autor: emwZiel der Maßnahmen ist der Erhalt und die Förderung von Natur und Landschaft in Thüringen. Finanziert werden die Projekte durch den Freistaat Thüringen über das Förderprogramm NALAP (Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen).
Für die Umsetzung der Projekte konnte die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser für die Jahre 2020/21 bisher 376.000 Euro für den Kyffhäuserkreis sichern. Die Planung der Maßnahmen fand in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises sowie dem Leiter der Naturparke Kyffhäuser und Südharz statt.
Die fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen wird durch regionale Landschaftspflegefirmen geleistet und durch Mitarbeiter der Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser fachlich begleitet. Gepflegt werden wertvolle Offenlandbereiche sowie Streuobstwiesen oder Trockenrasen.
Stationsleiterin Astrid Koschorreck erklärt, dass diese selten gewordenen Biotope durch extensive Nutzung wie Beweidung oder Mahd entstanden sind. Wird die Nutzung eingestellt, verbuschen die Flächen und seltene Arten, die auf die offenen und extensiv bewirtschafteten Biotope angewiesen sind, werden verdrängt. Sechs der aktuellen Projekte betreffen naturnahe Trockenrasen und Streuobstwiesen.
Aufgrund fehlender Nutzung konnten sich Pioniergehölze wie Eschen, Birken, Weißdorn und Schlehen etablieren. Zudem ist die Grasnarbe so stark verfilzt, dass charakteristische Pflanzenarten wie Küchenschelle, Adonisröschen und Orchideen sich nicht mehr durchsetzen können. Durch angepasste Pflegemaßnahmen sollen diese Wiesen wieder in einen, aus naturschutzfachlicher Sicht, guten Zustand gebracht werden.
Die Projektgebiete befinden sich nahe der Funkenburg östlich der Ortschaft Westgreußen, westlich des Panorama Museums in Bad Frankenhausen, entlang des Helbeufers nahe der Ortschaft Thüringenhausen, auf den Gatterbergen nördlich der Gemeinde Hachelbich, im Bereich der Lückenhügel in der Gemarkung Frankenhausen und in den Koporalslöchern westlich von Oberheldrungen.
Insgesamt werden in diesem Winter 16,4 Hektar Fläche bearbeitet. Im Rahmen der Pflegemaßnahmen werden Sträucher und Pionierbaumarten entnommen und vorhandene Obstgehölze durch einen fachgerechten Schnitt gepflegt. Anschließend werden die gepflegten Flächen durch ortsansässige Tierhalter mit Schafen, Ziegen oder Rindern beweidet.
Ein weiteres Projekt wird am Wipperaltarm bei Hachelbich durchgeführt. Dort hat sich ein artenreiches Amphibienbiotop mit seltenen Arten wie Kamm-, Berg- und Teichmolchen sowie Erdkröten entwickelt. Durch die zunehmende Verlandung verschlechtert sich der Zustand aber von Jahr zu Jahr. Um dem entgegenzuwirken, wird der Altarm schonend entschlammt und so ein wichtiges Laichhabitat erhalten.
Auch im FFH-Gebiet Esperstedter Ried – Salzstellen bei Artern werden Flächen gepflegt. Hier gibt es eine Besonderheit, nämlich die Binnensalzstellen. Hier kommen viele seltene, an hohe Salzkonzentrationen angepasste Pflanzen- und Tierarten vor, wie Salzbunge, Salz-Steinklee und Salz-Hasenohr.
Da die Flächen zu Teil temporär überstaut sind, sind sie nur schwer zu bewirtschaften. Das hat zur Folge, dass sich das anstehende Schilf stark ausbreitet und die konkurrenzschwächeren Salzpflanzen verdrängt. Um dem entgegenzuwirken, werden zwei kleine Feuchtmulden von jeweils etwa 25 m² angelegt. Dadurch wird Wasser aus der Fläche gezogen und die naturschutzkonforme Nutzung fällt leichter. Außerdem entsteht so ein Reproduktions- und Nahrungshabitat für Amphibien.
Mit der Umsetzung der Maßnahmen wird ein wichtiger Beitrag für den Erhalt des Naturreichtums Nord-Thüringens geleistet. Der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V., Träger der Natura 2000-Station, steht Ihnen bei Fragen zum aktuellen Stand der Arbeiten oder bei Interesse an der Umsetzung eigener Projektideen unter 03631/499 44 85 gern zur Verfügung.


