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Di, 20:00 Uhr
29.12.2020
Gesprochen (3):

Wort zu Neujahr 2021 von Bischof Ulrich Neymeyr

Die Zeit um Weihnachten und Neujahr ist in Deutschland die Zeit des Traditionellen. Und dazu gehören auch die diversen Ansprachen von Menschen, die meinen, uns - also dem Volke - etwas mitteilen zu müssen. Die Nordthüringer Online-Zeitungen die Ansprachen veröffentlichen...


Im vergangenen Jahr mussten wir eine Erfahrung machen, die viele Menschen verstört hat: Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass unsere hochentwickelte Gesellschaft bei weitem nicht alles im Griff hat. Innerhalb von wenigen Wochen breitete sich das Virus über die ganze Welt aus. Wissenschaftler und Ärzte in aller Welt konnten nicht wirklich sicher sagen, wie sich das Virus ausbreitet. Sie konnten die Folgen einer Infektion nicht vorhersagen und wussten nicht, wie sie Infizierten behandeln sollen. Sehr rasch stand allerdings fest, dass die Infektionen über die Atemluft erfolgen. Also kamen als Schutzmaßnahmen Abstandsgebot, Mund-Nasen-Schutz und Kontaktbeschränkungen in Frage. Allerdings gab es keine sicheren Erkenntnisse darüber, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Kontaktbeschränkungen wirkungsvoll sind. Diese Unsicherheit macht viele Menschen sehr nervös. Die Vorstellung, dass die Menschheit im Laufe der Zeit alle Probleme lösen wird, hat sich als Utopie erwiesen.

Mit dieser verstörenden und ernüchternden Erfahrung müssen wir in das neue Jahr 2021 gehen. Es ist aber auch die nüchterne Erfahrung der Realität des Lebens, die uns fragen lässt, was uns in allen Unwägbarkeiten trägt: Es sind vielleicht Ideale für unser Leben und unsere Welt, die motivieren und Kraft geben. Ich denke an die Jugendlichen, die mit großem Elan für die Zukunft unseres Planeten und gegen die Ursachen der Klima-Krise kämpfen. Vielen Menschen finden in diesen verstörenden Erfahrungen Halt in der Familie oder bei Menschen, mit denen sie ihr Leben teilen. Glaubende Menschen schöpfen Zuversicht aus der Hoffnung, dass auch das Jahr 2021 ein A.D., ein Annus Domini, ein Jahr des Herrn ist.

Vielleicht haben im vergangenen Jahr mehr Menschen über diese Fragen nachgedacht, weil die Corona-Pandemie und ihre Folgen das Leben entschleunigt haben. Hinter dem Weihnachtsbaum konnte nicht der gepackte Koffer für den Weihnachtsurlaub stehen. Nachdenken über die grundlegenden Fragen des Lebens tut not – nicht nur zum Jahreswechsel.

Ich wünsche allen Thüringerinnen und Thüringern ein gutes, gesundes und gesegnetes neues Jahr 2021.
Bischof Ulrich Neymeyr
Autor: psg

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Kommentare
Real Human
30.12.2020, 15:17 Uhr
Bio-Logik schlägt gerade Theo-Logik!
Man stelle sich einmal vor, die Theologie wäre noch heute die einzig bestimmende „Wissenschaft“, so wie noch vor der Wiedergeburt (Renaissance) der antiken Forschungsfreiheit. Mediziner dürften auf Geheiß der „Geistlichen“ bei Todesstrafe keine Anatomie betreiben und hätten nicht einmal den geschlossenen Blutkreislauf entdeckt.

Es gäbe bis heute keine Zellforschung und auch keine Kenntnis von Mikroorganismen. Tele- und insbesondere Mikroskope wären „Täuschungsinstrumente des Teufels“ und das, was man damit entdecken könnte, wären erst recht nur seine satanischen Einflüsterungen.

Und heute?
„Wissenschaftler und Ärzte in aller Welt konnten nicht wirklich sicher sagen, wie sich das Virus ausbreitet. Sie konnten die Folgen einer Infektion nicht vorhersagen und wussten nicht, wie sie [die] Infizierten behandeln sollen.

Und fast als Fazit:
„Die Vorstellung, dass die Menschheit im Laufe der Zeit alle Probleme lösen wird, hat sich als Utopie erwiesen.“

Selbstverständlich wird die Menschheit niemals ALLE Probleme lösen können. Wie langweilig wäre auch eine Welt, in der es nichts Nützliches mehr zu entdecken gäbe, in der ein Alois Hingerl gemäß der „himmlischen Hausordnung“ den ganzen Tag nur Harfe spielen und seinen Durst nur mit Manna statt des von ihm geliebten Bieres stillen dürfte? Und das bis in alle Ewigkeit!

Die utopischen Gottesvorstellungen mancher Bischöfe könnten sich sogar als Dystopien erweisen, ganz ähnlich wie im REALEN Christlichen Mittelalter.

Die „Hoffnung, dass auch das Jahr 2021 ein A.D., ein Annus Domini, ein Jahr des Herrn ist.“, ist mir längst vergangen. Denn viel zu wenig Gutes ist durch den Kreuzestod des legendären Jesus passiert, obwohl er doch der Sohn eines allgütigen, allwissenden und allmächtigen Schöpfergottes gewesen sein soll. (Theodizee) Die drei „Götter“ der drei abrahamitischen Religionen wurden von den Mächtigen der Welt viel zu oft als Irrlichter für ihre Gutgläubigen missbraucht.

„Nachdenken über die grundlegenden Fragen des Lebens tut not – nicht nur zum Jahreswechsel.“

Solange es dabei um das REALE Leben geht, stimme ich dem Bischof zu!
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