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Di, 10:08 Uhr
29.12.2020
Thüringer Außenhandel 2020:

Im Zeichen der Corona-Pandemie

Die exportorientierten Thüringer Unternehmen blicken auf ein sehr wechselvolles Jahr zurück. Neben der Corona-Pandemie und ihren enormen wirtschaftlichen Auswirkungen hielten auch zahlreiche Handelsbeschränkungen, das Tauziehen um den Brexit sowie eine schwache Weltkonjunktur die Firmenchefs in Atem...


Auf Grund der schwierigen internationalen Rahmenbedingungen hat die Wachstumsdynamik des Außenhandels deutlich nachgelassen. Vorläufigen Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zufolge, dürften die Exporte 2020 rund 14 Milliarden Euro erreichen und damit etwa eine Milliarde weniger als im Vorjahr.

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„Angesichts der zahlreichen Probleme war zu erwarten, dass die Thüringer Ausfuhren in diesem Jahr eine deutlich langsamere Gangart einschlagen. Das zunehmend raue Außenwirtschaftsklima bereitet auch der Thüringer Exportwirtschaft immer mehr Schwierigkeiten“, erklärt Mark Bremer, Teamleiter International bei der IHK Erfurt. So wäre der Export von Januar bis September 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent gesunken. Von den Spitzenwerten der vergangenen Jahre sei man weit entfernt. Auch wenn sich der Güterstrom normalisiere, wird es noch eine Weile dauern, bis die Ausfuhrdaten das Vorkrisenniveau wieder erreichen. In der Jahresendabrechnung dürften sich deshalb die Exporte auf rund 14 Milliarden belaufen.

Nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr haben die Ausfuhren des Freistaats ab Juni 2020 zwar langsam wieder zugelegt, durch geschlossene Grenzen und unterbrochene Lieferketten entstandene Verluste konnten jedoch nicht mehr ausgeglichen werden. Besonders betroffen sei der Warenaustausch mit wichtigen europäischen Handelspartnern gewesen, der allein rund ein Viertel der Thüringer Exporte ausmache. Hier wären die Ausfuhren im April und Mai 2020 gegenüber den Vorjahresmonaten jeweils um mehr als ein Drittel zurückgegangen.
„Die Thüringer Importe wurden dagegen vergleichsweise gering von der Corona-Pandemie tangiert“, informiert Bremer. Von Januar bis September 2020 registrierte das Thüringer Landesamt für Statistik Einfuhren in Höhe von 8,4 Milliarden Euro und damit 2,9 Prozent weniger als 2019.

Schon vor der Corona-Pandemie hätten die auslandsorientierten Unternehmen eine Zunahme von Handelshemmnissen registriert. Davon betroffen wären insbesondere die in Russland, den USA und in Nahost sowie Nordafrika aktiven Betriebe. Handelspolitische Schranken führten oft zu höheren Kosten und längeren Lieferzeiten im Auslandsgeschäft.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die Europäische Union und Großbritannien am 24. Dezember auf ein Brexit-Abkommen geeinigt, das ihre wirtschaftlichen Beziehungen auf ein neues Fundament stellt. Dennoch wird sich die Abwicklung vieler kommerzieller Transaktionen über den Ärmelkanal ab dem 1. Januar 2021 erheblich ändern.

„Die Unternehmen bekommen zwar eine notwendige langfristige Rechtssicherheit für ihre Investitionen und Geschäftsaktivitäten. Allerdings sollten die bürokratischen Regelungen so gering wie möglich gehalten werden, um zusätzlichen Schaden zu vermeiden", fordert Bremer.
Autor: psg

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