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Sa, 14:35 Uhr
09.01.2021
verzögerte Auszahlung der Wirtschaftshilfen

IHK warnt vor Insolvenzwelle

Die erste Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten im Jahr 2021 sorgte für wenig Überraschung. Mit der Fortsetzung des harten Lockdowns werden die Unternehmen vor deutliche Herausforderungen gestellt, mahnt die Industrie - und Handelskammer...

Mit eingeschränktem Kundenkontakt und dramatisch reduzierter Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen bis nunmehr einschließlich 31. Januar 2021 sehen immer mehr Firmen ihre Zukunftsaussichten schwinden, informiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
„Im Rahmen der wichtigen Diskussionen über die Verteilung von Impfstoffen oder die Wiedereröffnung von Schulen dürfen die wirtschaftsrelevanten Versprechen der letzten großen Politikrunden nicht vergessen werden.

Insbesondere wurden die Unterstützungen wie November- und Dezemberhilfe bisher nicht vollumfänglich ausgezahlt“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Cornelia Haase-Lerch. Erst seit dem 5. Januar 2021 würden für die Dezemberhilfe Abschlagszahlungen vorgenommen und die finalen Auszahlungen der Novemberhilfen sollten spätestens am 10. Januar beginnen. Die für einen Großteil der Unternehmen zugänglichen und elementar wichtigen Überbrückungshilfen III, welche neben der Fixkostenerstattung für das erste Halbjahr 2021 auch Fixkosten für die Monate November und Dezember 2020 erstatten sollen, könnten aktuell noch nicht beantragt werden.

Der Beschluss vom 5. Januar verspricht hingegen nur erste reguläre Auszahlungen im ersten Quartal 2021. „Das ist für viele Unternehmen deutlich zu spät, da nach der ersten Coronawelle das Eigenkapital bzw. die Rücklagen aufgebraucht sind“, erklärt Haase-Lerch.

Die Gefahr hat auch die Politik erkannt und für Geschäftsführer von Unternehmen, die vom 1. November 2020 bis zum 31. Dezember 2020 einen Antrag auf die Gewährung finanzieller Hilfeleistungen im Rahmen staatlicher Hilfsprogramme zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie gestellt haben, die Pflicht zur Insolvenzantragstellung bis zum 31. Januar 2021 ausgesetzt.

„Die jetzt angekündigten Fristen sind deutlich zu lang. Alle vorliegenden Anträge auf Überbrückungshilfe III müssten bis spätestens 31. Januar bearbeitet und ausgezahlt werden. Eine längere Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sollte es jedoch nicht geben“, fordert Haase-Lerch, und schlägt eine vorübergehende Bündelung von öffentlichen Personalressourcen zur Rettung der Thüringer Wirtschaft vor.
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Kommentare

09.01.2021, 19.07 Uhr
Frank Tabatt | Novemberhilfe
Als der Bundesfinanzminister und der Wirtschaftsminister freudestrahlend ihre Novemberhilfe verkündeten , hatte ich gleich so meine Zweifel ob das klappt - sowohl zeitlich , wie auch überhaupt.
Da mal wieder die Software noch nicht funktionierte ( wie schon so oft vorher bei anderen Themen) konnte laut Aussage meines Steuerbüros bis Mitte Dezember 2020 überhaupt kein Antrag gestellt werden . Danach gab es die nächsten High Lights - da gibt es z.b. eine Klausel zu verbundenen Unternehmen - das bedeutet wenn man 2 Gewerbe gleichzeitig betreibt kann man nur unter ganz erschwerten Bedingungen einen Antrag stellen , ob der genehmigt wird steht dann immer noch in den Sternen. Als Krönung muss der Umsatzrückgang von Nov 2019 zu Nov 20202 mindestens 80 % betragen.
Zu weiteren Einschränkungen habe ich mich da schon gar nicht weiter erkundigt , weil ich nur 62 % Rückgang mit unserer Pension nachweisen kann. Ausserdem bin ich mit meiner kleinen 1 Mann Bauwerksabdichtungsfirma ein verbundenes Unternehmen.
Hilfe sieht also anders aus .
Ich kann mir sehr gut vorstellen , wie es den Gewerbetreibenden geht , die Gewerberäume gemietet haben und lange auf eine Unterstützung warten müssen oder leer ausgehen.
Unsere Regierung geht mal wieder ohne den wirklichen Willen zur Hilfe und scheinbar ohne sich im Detail mit Praktikern beraten zu haben ins Rennen. Teure Berater von Beratungsunternehmen sind häufig nur Zahlenakrobaten. Vergleichen kann man die Hilfeankündigung mit einem Krämer in früheren Jahren , die auf dem Ladentresen ein schönes großes Bonbonglas stehen haben. Lediglich die Öffnung ist sehr eng - man kann die Hand reinstecken und wieder rausziehen , sobald man ein Bonbon greift , bekommt man die Hand nicht mehr raus.
Ich befürchte , das es in diesem Jahr zu einer massiven Insolvenzwelle mit vielen kaputten Existenzen und sehr vielen Arbeitslosen kommen wird - ich hoffe ich irre mich !!! Über die rechtliche Bewertung verschiedener Gastronomen und Händler ab dem 11.1.2021 ihre Geschäfte unter Beachtung der Coronasicherheitsauflagen wieder öffenen zu wollen bin ich mir auch nicht so klar - die Bundesregierung hat ja schliesslich ihren Teil der Vereinbarung auch nicht eingehalten !

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09.01.2021, 21.27 Uhr
diskobolos | Ich verstehe Ihr Problem, Herr Tabatt,
aber an Ihrem Beitrag kann man auch gut sehen, wie schwierig es für die Verwaltung ist, allen Wünschen gerecht zu werden.
Als Unternehmer hätte man gerne eine unbürokratische Lösung. Am besten, man schickt dem Amt einen Antrag und ein paar Tage später hat man die gewünschte Summe auf seinem Konto (ich übertreibe mal). So einfach geht es natürlich nicht. Das Geld ist letztlich begrenzt und soll dort hin, wo es den größten Effekt hat. Dazu muss man natürlich nachweisen, dass ein echter Bedarf besteht. Hat man zwei Unternehmen, eines macht Verluste, das andere läuft gut, kommt man vielleicht auch so über die Runden. Ebenso möchte man auch keine Firmen unterstützen, die auch ohne Corona vor dem Konkurs standen. Und dann gibt es im Zusammenhang mit Fördergelder auch jede Menge Betrug.
Es gibt also jede Menge Sachverhalte, die geprüft werden müssen, bevor das Amt Geld zahlen kann. Mich hat auch gewundert, dass man die Gelder am Umsatz und nicht am Gewinn orientiert hat. Vielfach wurde geäußert, dass manche Firmen dadurch mehr Gewinn machen könnten als ohne Corona.
Wie es in Ihrer persönlichen Situation aussieht, darüber maße ich mit keine Meinung an. Ich versuche nur aufzuzeigen, dass auch hier alles immer zwei Seiten hat.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls von Herzen, dass Sie die schwierige Zeit gut überstehen.

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09.01.2021, 22.41 Uhr
henry12 | @|diskobolos |
Wirklichkeitsfremd, Wahrheitsentrückt,
6, setzen, wie fast immer . In welchem Terrarium
leben Sie denn eigentlich ?

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