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So, 09:20 Uhr
17.01.2021
ThüringenForst:

Rekordergebnis mit digitaler Holzvermessung

ThüringenForst hat mit dem fotooptischen Holzvermessungssystem sScale im vergangenen Jahr knapp 1,93 Millionen Festmeter Holz erfasst so viel, wie noch nie. Das hochmoderne System, durch die dänische Firma Dralle A/S entwickelt, wurde 2009 erstmals in der Landesforstanstalt als Prototyp eingesetzt und dort mit weiteren Partnern zur Praxisreife entwickelt...

High-Tech als unspektakulärer KFZ-Dachaufbau: Gleichsam im Vorbeigleiten werden die Holzpolter fotooptisch vermessen und die Daten direkt ins verkaufszuständige Forstamt übertragen (Foto: Dr. Horst Sproßmann) High-Tech als unspektakulärer KFZ-Dachaufbau: Gleichsam im Vorbeigleiten werden die Holzpolter fotooptisch vermessen und die Daten direkt ins verkaufszuständige Forstamt übertragen (Foto: Dr. Horst Sproßmann)
Durch die automatisierte Erstellung eines eichfähigen Verkaufsmaßes konnte der zuvor aufwendige händische Vermessungsprozess von Rundholzpoltern im Wald entscheidend optimiert, die Kosten für die Vermessung sowie der Arbeitsaufwand für die Revierleiter gesenkt und alle nachgelagerten Prozesse wie Holzdatenaustausch, Dokumentation, Holzabfuhr, Abrechnung beschleunigt werden. Inzwischen verfügt ThüringenForst über fünf dieser Vermessungssysteme. Mit sScale konnten im vergangenen Jahr große Mengen an Schadholz innerhalb kürzester Zeit vermessen und damit zügig in den Holzverkauf gebracht werden.

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„Das digitale Poltervermessungssystem sScale hat maßgeblich den Schadholzabfluss von der Forststraße in die verarbeitende Holzindustrie beschleunigt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Mit einem Stereokamera-System, das auf ein Trägerfahrzeug, ähnlich einem kompakten Dachgepäckträger, aufmontiert ist, werden bei Schrittgeschwindigkeit im Vorbeifahren Holzpolter an den Forststraßen vollautomatisch an der Frontseite vermessen.

Anhand dieser Flächenmessung können dann mittels Bildauswertungs-Software Stückzahl, Durchmesserverteilung sowie weitere Parameter erfasst, das Poltervolumen berechnet, die geografischen Lagekoordinaten bestimmt und die Holzdaten in Echtzeit digital weiterverarbeitet werden, um diese Verkäufern und Käufern sowie Logistikern zur Verfügung zu stellen.

Digitale Stereokamera statt Zollstock
Vor dem sScale-Zeitalter mussten Förster die Holzpolter händisch mit Zollstock und Kluppe vermessen und in einem Formblatt erfassen, was inzwischen nur noch bei Kleinstmengenanfall und Sondersortimenten geschieht. Neben betrieblichen Arbeitserleichter-ungen und Personalentlastung überzeugt das System mit Qualitätsverbesserungen im Holzbereitstellungs-, Vermarktungs- und Logistikprozess durch die Definition eines Standards und nicht zuletzt durch Kosteneinsparung.

Dank starker LED-Scheinwerfer sind auch Poltervermessungen bei Nacht und unter allen Witterungsbedingungen möglich. Wurden 2013 noch 460.000 Festmeter Holz mit dem neuen System vermessen, stieg die Jahresmenge 2018 auf rund eine Million Festmeter und 2020 schließlich auf knapp zwei Millionen Festmeter an zuletzt dem hohen Borkenkäfer-Schadholzanfall in Thüringens Wäldern geschuldet.

Da die Thüringer Landesregierung eines der fünf hochmodernen sScale-Systeme finanzierte, werden auch Holzpolter aus dem Privat- und Kommunalwald digital vermessen.
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