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Do, 05:00 Uhr
28.01.2021
Bertelsmann Stiftung zu deutschen Kommunen:

Klimaschutz nimmt hohen Stellenwert ein

Der Klimaschutz nimmt im Bewusstsein der Bevölkerung einen hohen Stellenwert ein. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die das Meinungsforschungsinstitut KANTAR und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt haben...


So gibt mehr als die Hälfte der befragten Bürger (55 Prozent) in der Bevölkerungsbefragung an, dass sie die Folgen des Klimawandels bereits heute in ihrer Stadt oder Gemeinde spüren. Nur noch ein Fünftel geht davon aus, dass die Folgen des Klimawandels erst in 30 Jahren, später oder nie spürbar werden.

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Zwei Drittel der Befragten sehen den Klimawandel als Bedrohung an (67 Prozent) – vor al-lem Menschen mit geringem Haushaltseinkommen und mit höheren Bildungsabschlüssen artikulieren eine negative Betroffenheit beziehungsweise Sorge. Rund ein Drittel der Befragten (29 Prozent) sind der Meinung, dass durch die Klimaveränderungen Ungleichheiten innerhalb der Bevölkerung entstehen könnten. Mehr als die Hälfte der befragten Bürger gibt allerdings auch an, dass ihre Kommune den Themen Klimaschutz (55 Prozent) und Klimaanpassung (54 Prozent) jeweils nur einen mittleren Stellenwert einräume. Nur jede vierte Kommune messe dem Thema Klima eine hohe Bedeutung bei, meinen die Bürger.

Die Befragung hat außerdem ergeben, dass ein großer Teil der Bürger mit den kommunalen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung noch unzufrieden ist. Fast die Hälfte aller Deutschen halten sowohl den Stellenwert des Klimaschutzes (46 Prozent) als auch der Klimaanpassung (44 Prozent), den ihre Kommune den Themen politisch einräumt, für zu gering. Jeder dritte Bürger nannte beispielsweise den Wunsch nach anderen beziehungsweise neuen kommunalen Verkehrsangeboten und -konzepten.

Bürger wünschen sich mehr Klimaschutz
Die Bürger haben also konkrete Erwartungen an ihre Kommune und wünschen sich ein „Mehr“ in Sachen Klimaschutz. Wenn sie von Politik und Verwaltung vor Ort beteiligt werden, sind sie auch bereit, die Maßnahmen zu unterstützen. Durch Informations- und Beratungsangebote sowie Förderprogramme können die Kommunen die Menschen vor Ort zum Handeln motivieren.

„Die Kommunen sollten die Erwartungen und Einstellungen ihrer Bürger nutzen und alle Akteure auf dem Weg zu mehr Klimaschutz einbeziehen und mitnehmen“, sagt Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. „Klimaschutz und Klimaanpassung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben und müssen als solche wahrgenommen werden.“

Kommunen haben Stellenwert von Klimaschutz erkannt und handeln
Dabei haben auch die Kommunen laut eigenen Angaben den Stellenwert des Themas erkannt und machen bereits viel für Klimaschutz. Das hat 2020 eine Kommunalbefragung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) ergeben, an der sich 200 Kommunen aus ganz Deutschland beteiligt haben. 87 Prozent der Kommunen geben an, über ein Klimaschutzkonzept zu verfügen. In 82 Prozent aller befragten Kommunen existiert ausgewiesenes Klima-schutzpersonal in den Stellenplänen. Das sind 14 Prozent mehr als 2016. Und 61 Prozent der befragten Kommunen haben eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe „Klimaschutz“. 80 Prozent der Kommunen haben bereits eine kommunale Treibhausgasbilanz erstellt.

„Das Thema 'Klima' ist inzwischen Chefsache und Querschnittsaufgabe in den deutschen Kommunen geworden“, erklärt Kirsten Witte, Kommunalexpertin der Bertelsmann Stiftung. „Kommunen sind ein entscheidender Hebel, etwas zu bewirken. Sie leisten einen relevanten Beitrag zu mehr Klimaschutz.“ Das zeigen auch die von 2008 bis Ende 2019 im Rahmen der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten rund 16.650 Projekte in mehr als 3.650 Kommunen.

Kommunen gehören in Deutschland mit zu den aktivsten Klimaschützern. Auch wenn sich ihr Beitrag zum nationalen Minderungsauftrag nur schwer exakt quantifizieren lässt, können Kommunen viel erreichen, wenn sie vermehrt dazu übergehen, den Klimaschutz ressortübergreifend in ihren festen Aufgabenbestand zu integrieren.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu, Berlin) hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung den Bericht 2020 zum Monitor Nachhaltige Kommune erstellt, der sich mit der Rolle der Kommunen beim Klimaschutz und in der Klimaanpassung im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen beschäftigt. Für den Bericht wurde im September 2020 eine repräsentative telefonische Bevölkerungsbefragung von KANTAR in Zusammenarbeit mit dem Difu durchgeführt.

Die Grundgesamtheit bildete die deutschsprachige Bevölkerung aller Privathaushalte ab 14 Jahren. Stichprobengröße waren 1.020 Personen.
Zusätzlich beteiligten sich 200 Kommunen aus ganz Deutschland an der Kommunalbefragung des Difu im Jahr 2020, deren Ergebnisse in den Bericht eingeflossen sind. Der Monitorbericht wird im Rahmen des Projektes „Agenda 2030 – Nachhaltige Entwicklung vor Ort“ der Bertelsmann Stiftung jährlich zu wechselnden Themen veröffentlicht.
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Kommentare

28.01.2021, 12.43 Uhr
grobschmied56 | Gehirnwäsche funktioniert...
... leider sehr viel besser, als die ganze tolle 'Energiewende'.
Der ganze 'Klimazirkus' hängt einem mittlerweile kilometerweit zum Halse raus. Alle drängeln sich drum, möglichst 'klimaneutral' daherzukommen. Haufenweise dummes Zeug. Klimaneutral kann mein Apfelbäumchen sein, daß ich vor drei Jahren in den Garten gepflanzt habe.
(schöne alte Sorte - Grafensteiner) Der Baum zieht Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden und das vehaßte und verteufelte (bei manchen Schwätzern sogar giftige!) Co2 aus der Luft. Energie gewinnt er mit Hilfe von Chlorophyll aus Sonnenlicht. Davon wächst und lebt der Baum. Wenn er alt ist, wird er irgendwann absterben und umfallen. Dann zersetzen ihn Mikroben in seine Bestandteile. Alles wieder auf Null. So geht klimaneutral. Kann ich als Mensch leider nicht. Ich bin drauf angewiesen, Sauerstoff zu atmen und organische Nahrung aufzunehmen. Ich habe nämlich keine Blätter mit Chlorophyll auf dem Kopf.
Es ist auch nicht mein Ding, in einer kalten Bude zu sitzen oder lauter rohes, ungegartes Gemüse zu futtern.
Also brauche ich Gas für meine Heizung und Strom für meinen E-Herd.
Aber Strom kann man doch auch mit 'Erneuerbaren Energien' haben! Ja doch, kann man. Die Optimisten und Aktivisten müßten nur noch dafür sorgen, daß die Sonne 24 Stunden am Tag über 'Schland scheint und der Wind immer hübsch gleichmäßig und kräftig unsere Windrädchen am Rotieren hält. Den Gefallen tun uns Sonne und Wind nicht? Schade. War so 'ne nette Idee. Vielleicht funktioniert deshalb die 'Energiewende' nicht ganz so doll wie gedacht. Nicht jede nette Idee, die gut klingt, muß in der Praxis gut funktionieren. Auch, wenn ALLES AUSGERECHNET ist.

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28.01.2021, 19.00 Uhr
Örzi
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