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Do, 09:39 Uhr
28.01.2021
Infektionskrankheiten gehen in der Corona-Krise zurück

AHA-Regel hält Grippe & Co. in Schach

Grippe, Lungenentzündung, Magen-Darm-Erkrankungen: Seit der Corona-Krise sind deutlich weniger Arbeitnehmer aufgrund von Infektionskrankheiten im Job ausgefallen als zuvor. Das zeigen aktuelle Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse von 2020 im Vergleich zu 2019...

Bundesweit ist demnach die Zahl der Krankschreibungen bei häufigen Infektionskrankheiten zurückgegangen:
  • um 19 Prozent bei Erkrankungen der Atemwege wie Erkältungen, Nasennebenhöhlenentzündung und Bronchitis,
  • um 24 Prozent bei Influenza,
  • um 41 Prozent bei Lungenentzündung und
  • um 33 Prozent bei Magen-Darm-Infektionen etwa durch Noro- und Rotaviren.

Abstand halten, Maske tragen, häufiges Händewaschen: KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick geht davon aus, dass vor allem die Corona-Schutzmaßnahmen diese und andere Infektionskrankheiten in Schach gehalten haben. „Auch Schul- und Kitaschließungen sowie Kurzarbeit, Homeoffice und die Kontaktbeschränkungen im Allgemeinen dürften die Übertragung von Atemwegs- und Magen-Darm-Erregern verhindert haben“, sagt Judick.

Dies erkläre etwa auch, warum 2020 der Krankenstand bei KKH-versicherten Arbeitnehmern im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gesunken ist von 5,6 auf 5,1 Prozent. Gestiegen sind hingegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten: 2019 waren Berufstätige im Schnitt 15,3 Tage krankgeschrieben. Im vergangenen Jahr waren es zwei Tage mehr, also 17,3 Tage.

Auch im Corona-Jahr 2020 waren Arbeitnehmer in Hamburg, Baden-Württemberg und Bayern offenbar weniger krankheitsanfällig als im Rest der Republik. In diesen Bundesländern fehlten Berufstätige im vergangenen Jahr rund 4 Prozent ihrer Sollarbeitszeit. In Sachsen-Anhalt registriert die KKH hingegen den höchsten Krankenstand mit 6,5 Prozent, gefolgt von Brandenburg und Thüringen (je 6,2 Prozent).

„Ein Grund für diese Unterschiede ist die Jobstruktur in den jeweiligen Regionen. Aber auch die Altersverteilung spielt eine Rolle. Der Altersdurchschnitt in östlichen Bundesländern ist tendenziell höher, was auch die Anfälligkeit für Krankheiten steigert. In manchen Jobs muss außerdem ab dem ersten Krankheitstag ein Attest vorgelegt werden“, erläutert Antje Judick. Dies könne ebenfalls die Statistik beeinflussen. Darüber hinaus werden Menschen beispielsweise häufiger krank, wenn sie körperlich anstrengende Arbeiten erledigen.

Rund 4.700 Corona-Fälle vor allem in Gesundheitsberufen
Für das gesamte Jahr 2020 registriert die KKH insgesamt rund 4.700 Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund einer Corona-Infektion beziehungsweise eines Verdachts darauf. Rund 30 Prozent davon betrafen Mitarbeiter in Gesundheitsberufen wie Krankenpfleger bzw. Krankenschwestern sowie Helfer und Fachkräfte in Pflege-, Alten- und Behindertenheimen. Rund 15 Prozent der KKH-versicherten Arbeitnehmer sind in diesen Bereichen beschäftigt.

Ausgewertet wurde die Zahl der Kalendertage mit ärztlichem Attest von pflichtversicherten und freiwillig versicherten Mitgliedern der KKH Kaufmännische Krankenkasse, neu für gesamte Jahr 2020 ohne Arbeitslose und Rentner. Der Krankenstand beschreibt das Verhältnis von Sollarbeitstagen und Arbeitstagen, an denen Beschäftigte krankgeschrieben sind. Beträgt der Krankenstand in einem Bundesland beispielsweise 5 Prozent, fehlten Arbeitnehmer dort im Schnitt 5 Prozent ihrer Sollarbeitszeit. Die Krankheitsdauer beschreibt hingegen die durchschnittliche Fehlzeit pro Krankheitsfall.
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