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So, 14:58 Uhr
14.03.2021
Handwerkskammer übt Kritik an neuer Verordnung

Neue Hürden für Handwerksbetriebe

Am Freitag, neun Tage nach dem jüngsten Bund-Länder-Gipfel, ist die neue Thüringer Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie veröffentlicht worden. Die Neuregelung komme, mal wieder, zu spät, kritisiert die Handwerkskammer Erfurt und brächte neue Hürden für die mit, die von der Pandemie ohnehin gebeutelt sind...

Sie tritt am Sonntag, 14. März 2021 in Kraft und hält weitere Öffnungsschritte bereit, die unter anderem die Handwerksbetriebe in Nord- und Mittelthüringen betreffen. „Grundsätzlich begrüßen wir die Öffnungsschritte, weil sie unseren Betrieben nach monatelangem Stillstand endlich eine Perspektive bieten. Nichtsdestotrotz kommt die Verordnung – mal wieder – viel zu spät. Mit der heutigen Veröffentlichung sind die Betriebe dazu gezwungen, innerhalb von 24 Stunden zu reagieren. Gerade am Wochenende können viele nicht so schnell mitgehen und werden dadurch handlungsunfähig gemacht. Das ist unzumutbar und ein erneuter Schlag in das Gesicht derjenigen, die sowieso schon stark von der Pandemie gebeutelt sind“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein.

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Während der Bund einige Öffnungsschritte bereits ab 8. März vorgesehen hatte, zögerten sie sich in Thüringen hinaus, weil die alte Verordnung bis zum 15. März Gültigkeit hatte. „Das hat zu großer Verwirrung geführt. Die Bevölkerung kommt gar nicht mehr mit, welche Regeln nun wirklich wo gelten“, sagt Stefan Lobenstein. Die Kurzfristigkeit der Veröffentlichung der neuen Verordnung verschärfe dieses Problem weiter, insbesondere für die Betriebe, die wie Kosmetiker, Fuß- und Nagelpfleger auf Terminbasis arbeiten. „Sie mussten abwarten, bis das Land grünes Licht für den Re-Start gegeben hat. Wegen des langsamen Handelns der Verwaltung müssen sie ihre Kalender nun in kürzester Zeit füllen – oder stehen ohne Kunden und ohne Arbeit da. Die Öffnung ab Dienstag ist damit lediglich eine theoretische. So kann man nicht mit ihnen umgehen“, betont der HWK-Präsident.

Die Öffnung für die körpernahen Dienstleistungen ist zudem an strenge Auflagen gebunden. Bei Behandlungen, bei denen eine qualifizierte Gesichtsmaske nicht oder nicht durchgängig getragen werden kann, etwa im Gesicht, soll der Kunden einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vor Ort unter Anleitung und Beobachtung eines Mitarbeiters absolvieren. Erst ein negatives Ergebnis gewährt den Zugang zum Betrieb. „Statt Unsicherheiten zu nehmen wirft die neue Verordnung viele neue Fragen auf: Wo können die Tests erworben werden? Wer übernimmt die Kosten? Und müssen sie vor dem Geschäft, im Freien, absolviert werden? Die praktische Umsetzung ist ungeklärt, was die Ängste und Sorgen verstärkt. Womöglich bleiben Kunden aus genau diesem Grund fern, was in der Summe die Existenznot der Betriebe weiter vorantreiben wird. Damit ist den Betrieben in keiner Weise geholfen, damit werden sie vor zusätzliche Hürden gestellt“, betont Stefan Lobenstein.

Das Handwerk sei zwar bereit, Verantwortung zu übernehmen, aber auf genaue Informationen angewiesen. „Uns haben in den vergangenen Tagen viele Anfragen erreicht, aber die Handwerkskammer Erfurt kann weder Informationen zur Beschaffung der Tests bereitstellen noch Vorgaben zur Testung der Kunden und Beschäftigten machen. Hier ist das Land gefragt“, erklärt Lobenstein.

Darüber hinaus soll laut neuer Verordnung die verantwortliche Person des Betriebs – auch die der bereits seit zwei Wochen geöffneten Friseursalons – ein angepasstes Infektionsschutzkonzept einschließlich eines Testkonzepts für die Beschäftigten erstellen, vorhalten und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorlegen. „Damit werden die bereits während des ersten Lockdowns erarbeiteten und umgesetzten Hygienekonzepte der Betriebe abermals negiert, was zu extremer Frustration führt. Die Landesregierung muss endlich anerkennen, dass die Betriebe ihre Hausaufgaben längst erledigt haben“, so Lobenstein.

Keinerlei Perspektive bietet die neue Thüringer Verordnung der Gastronomie und Hotellerie und den indirekt von der Corona-Pandemie betroffenen Handwerksbetrieben, die von deren Aufträgen leben. „Ihnen geht langsam, aber sicher die Luft aus, sowohl finanziell als auch moralisch. Wo immer epidemiologisch vertretbar, muss das wirtschaftliche Leben schnellstens wieder ermöglicht werden. Nur so kann ein Ausbluten der Betriebe verhindert werden“, fordert der HWK-Präsident.
Autor: red

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Kommentare
enzo2002
14.03.2021, 15:45 Uhr
Hürden über Hürden
Das ist wieder typisch.Es werden Bestimmungen festgelegt die kaum umsetzbar sind.
Wie sieht es denn mit Kunden aus die schon zweimal geimpft wurden sind?Müssen die dann auch noch zum Test?
Schnelltest sind käuflich nicht zu erwerben.
Was machen Geschäftsinhaber die keine Angestellten haben?Müssen die sich dann vom Kunden testen lassen?
Ein Chaos ohne Ende.
Frank Tabatt
14.03.2021, 19:39 Uhr
Kritik an den neuen Verordnungen
Sicher ist es schwierig für Politiker , die vollkommen unerfahren sind, Pandemieereignisse zu händeln- was hätte aber die große , wie auch die klein Politik daran gehindert von Experten ( erfahrene Epidemologen und Virenforscher - die es ja scheinbar in ganz schöner Stückzahl in allen möglichen Instituten im Lande gibt - alle nur nicht Karl Lauterbach ) eine Strategie erarbeiten zu lassen, die nicht mit Blick auf anstehenden Wahlen sinnvoll gewesen wären . Eventuell hätte es andere Auflagen gegeben.
Mir stellt sich jedesmal in den Lebensmittelmärkten die Frage - was wäre in Einzelhandelsgeschäften epidemologisch schlimmer gewesen als in solchen punktuell überlaufenen Märkten - ich glaube es wäre sogar besser gewesen. Gibt es denn schon Ergebnisse zu Infektionen , die bei den Frisören entstanden sind ? Wenn es da keine gravierenden Probleme gibt , warum behindert man dann Kosmetiker und Fusspfleger usw.?
diskobolos
14.03.2021, 21:22 Uhr
Nachdenken hilft, Frank,
Die Fragen können Sie sich doch selbst beantworten
"Was hätte aber die die Politik daran gehindert von Experten ... eine Strategie erarbeiten zu lassen."
Weil die Experten Maßnahmen nicht anordnen können und sie müsssen sie auch nicht verantworten. Außerdem sind neben epidomologischen auch z. B. wirtschaftliche und soziale Folgen zu bedenken. Experten können die Politiker nur beraten und genau das passiert doch. das Infektionsrisiko ist in Schuhläden sicher nicht höher als bei Lebensmitteln. Letztere braucht man aber dringender.
Wenn es bei den Friseuren gut geht, werden sicher auch Fußpfleger bald ran dürfen. Wenn nicht müssen erstere vielleicht auch wieder zumachen.
Kama99
14.03.2021, 21:42 Uhr
@Frank Tabbatt
Ein Politiker muß auch mal zum Friseur oder wie will man dem Volk erklären warum man nach 3 Monaten selbst noch keine "Matte" auf dem Kopf hat.
grobschmied56
14.03.2021, 22:55 Uhr
Wenn man die richtige 'Haltung' hat...
... zudem einen politischen Willen und einen gefestigten Klassenstandpunkt, dann hat man gefälligst keine Matte auf dem Kopf. Niemals nie nicht, wie der Söder sagen tät.

Die kleinen Handwerker und Gewerbetreibenden, die sind einem 'Großkopfeten' doch völlig wurscht.
Es geht nur noch darum, Stimmenmehrheiten bis zu den nächsten Wahlen durchzuschleifen. Also, das blöde Volk immer schön in Angst und Panik halten und sich selbst als den großen Retter vor dem Herrn darstellen.

Dazu klatscht man den kleinen Dummelchen Inzidenzen, Testergebnisse, R-Werte und ähnlichen Klamauk um die Ohren, bis sie kuschen und zitternd in der Ecke sitzen.
Zur Not auch mal das kleine Ablenkungsmanöver zwischendurch: Von der eigenen Unfähigkeit, Impfstoff oder Schnelltests zu besorgen und organisiert zu verteilen kann man sehr gut ablenken, indem man mit ausgestrecktem Finger auf 'Covidioten', Maskenverweigerer, Party-Feierer, Impfgegner und ähnliche 'Asoziale' zeigt. Das Volk ist doof - und fällt drauf rein.
Im übrigen bin ich der Meinung, daß Habeck unser nächster Bundeskanzler wird. Dann wäre die Öko-Diktatur wenigsten für alle klar sichtbar und als solche zu erkennen!
Marino50
15.03.2021, 13:08 Uhr
Hürden über Hürden
Wozu sollten Hotels öffnen, wenn Gaststätten oder Cafes geschlossen haben. Touristen könnten vielleicht in ein Museum oder ähnliches. Aber einen Kaffee am Nachmittag oder Mittagessen unterwegs gibt es nicht. Also wozu Urlaub in Deutschland. Ich fahre doch auch nicht in ein anderes Land wenn ich nirgendwo ein Geschäft oder Restaurants besuchen kann. Das habe ich doch hier.
Der nächste Witz ist die Öffnung der Schuhgeschäfte ABER NUR KINDERSCHUHE. Wie krank ist das denn. Wer hat denn derartige Denkweisen? Nur Politiker, die selbst nicht einkaufen oder bekommt man von Damen- oder Sportschuhen Corona. Das toppt die Regelung mit den Baumärkten noch. Unser Thomas Philipps Markt hatte noch nie so viele Kunden. Dort gibt es nahezu alles, außer Schuhe natürlich. In dem nächsten Geschäft sind Bereiche zugedeckt (Mäc Geiz). Ich frage mich, wer derartige Festlegungen trifft. Es ist so lächerlich was hier veranstaltet wird. Zum Thema Masken und Impfungen sagen andere Kommentatoren schon genug
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