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So, 11:37 Uhr
14.03.2021
Lesermeinung zur Thüringer Schulcloud

Ein Jahr Pandemie, eine Million Euro

Letzte Woche hatte Marie-Theres Franke aus Leinefelde in der Zeitung gelesen, dass Thüringen eine Million Euro für die Schulcloud bisher ausgegeben hat. Gleichzeitig hatte unsere Leserin die Möglichkeit, das tägliche Arbeiten mit der Schulcloud und einem Achtklässler mitzuerleben...


Tatsache war, dass acht Video Konferenzen für die Woche angesetzt und lediglich zwei konnten erfolgreich durchgeführt werden. In den zurückliegenden Wochen habe ich es als Ausrede der Schüler abgetan, dass Aufgaben nicht hochgeladen werden konnte und rot markiert wurde, dass die Aufgaben zu spät abgegeben worden sind.

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Diese Woche hatte ich mich selbst überzeugt, morgens halb Zehn kein Zugriff und ab 18 Uhr Wartungsarbeiten. Da ich selbst Softwarearchitekt für Webanwendungen bin, kann ich es nicht fassen, dass unser Thüringer Bildungsministerium nach einem Jahr diese Software immer noch als Vorgabe einsetzt. In meinem Berufsfeld wäre das gerade für einen Alphatest freigegeben worden. Geschweige denn Wartungsarbeiten ab 18 Uhr durchzuführen. Da wäre der Support für Kundenbeschwerden heiß gelaufen.

Die Grundlage Datenschutzbedenken kann ich auch nicht verstehen. Viele große deutsche Unternehmen haben mit Zustimmung von Betriebsräten MS-Teams eingeführt und somit konnten viele ihrer Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Dann hört man von anderen Schulen in Thüringen, dass MS-Teams eingesetzt werden und eine problemlose Beschulung per Video unserer 7/8. Klässler (und anderer Jahrgänge natürlich) möglich ist. Die im übrigen schon Monate keinen Präsensunterricht erhalten haben. Perspektive: Keine.

Somit werden viele Kinder große Defizite haben, wenn die Eltern nicht mit Rat und Tat Beiseite stehen. Nach einem Jahr Pandemie kann das auch nicht mehr vorausgesetzt werden. Die Privatwirtschaft musste sich verlässliche Lösungen anschaffen, für die öffentlichen Thüringer Schulen gilt das nicht.

Da stellt sich der Bürger auch die Frage, wer diese Entscheidung zur Freigabe der Kosten zur Thüringer Schulcloud gegeben hat und was er als Gegenleistung erhalten hat? Fachkräftige Beratung wurde anscheinen nicht hinzugezogen.
Marie-Theres Franke, Leinefelde
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
grobschmied56
14.03.2021, 22:22 Uhr
Aus meinem Umfeld...
... höre ich seit langer Zeit ganz ähnliche Klagen.
Klingt irgendwie, als würde da eine Softwarebude vom Typ 'Beschützende Werkstatt' auf die Menschheit losgelassen.
Womit das wahrscheinlich noch eine grobe Beleidigung für die Menschen in beschützenden Werkstätten ist. Nix für ungut Leute, war nicht bös' gemeint.
Bestärkt mich mal wieder in meinem Eindruck:
Was marktwirtschaftlich arbeitet - funktioniert.
Was von öffentlicher Hand lebt - vegetiert.

Im übrigen bin ich der Meinung, daß man das Kanzleramt zum Panoptikum umfunktionieren sollte. Praktischer Wert geht gegen Null, der Unterhaltungswert steigt von Tag zu Tag. (wenn man auf Horror - Show steht!:-)
Satire aus.
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