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Mo, 14:47 Uhr
15.03.2021
GEW entsetzt über verpflichtende Ferienkurse

"Eine Ohrfeige für engagierte Lehrer!"

"Verpflichtende Ferienkurse sind eine sehr schlechte Idee", überschriebt die Erziehungsgewerkschaft (GEW) eine Pressemeldung, in de sie entscheiden die Vorschläge des Thüringer Bildungsministeriums zurückweist...

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In einem Schreiben an die Schulleitungen allgemein bildender Schulen hat das Bildungsministerium Ferienkurse in den Sommerferien 2021 zum Aufholen von Lernrückständen aufgrund der Lockdown-Bedingungen angekündigt. Die GEW Thüringen ist ob dieser Kommunikation mehr als aufgebracht.

Dazu Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen: „Während beim Runden Tisch noch nach Lösungen gesucht wird, wie entstandene Lernrückstände aufgearbeitet werden können, schafft das Ministerium bereits Fakten. Und das auch noch in Bezug auf die Osterferien, die in zwei Wochen beginnen. Das ist, gelinde gesagt, eine Ohrfeige für alle engagierten Lehrer!“

Statt Schülern und Lehrern die notwendige Erholungspause in dieser herausfordernden Zeit von häuslichem Lernen, Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht bei immer währender Sorge um die Gesundheit zu gönnen, sollen nach dieser Ankündigung aufgrund derzeitiger Regelungen ausschließlich von Lehrern und Lehramtsanwärtern Ferienangebote abgesichert werden. Offenbar hat das Ministerium die Arbeitszeit und die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer immer noch nicht verstanden. Wenn Schulen Ferienkurse leisten wollen, dann brauchen sie die entsprechende, auch personelle, Unterstützung. Ferienkurse müssen ein freiwilliges Angebot bleiben.

Die GEW Thüringen erwartet, dass die Realitäten hinsichtlich der Arbeitszeit der Lehrer gesehen und entsprechend anerkannt werden. Die GEW hat exemplarisch in Niedersachsen wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Lehrer durchschnittlich mehrere Stunden pro Woche mehr arbeiten als sie laut ihrer Arbeitsverträge müssten. Sie leisten damit bereits unbezahlte Mehrarbeit - und die Ferienzeiten außerhalb der Urlaubstage sind da schon eingerechnet. Ohne diese Tage, in denen de facto Überstunden abgebummelt werden, wäre die Bilanz noch desaströser. Damit ergibt sich eine klar ablehnende Haltung der GEW Thüringen, wenn die geplanten Ferienkurse durch die Lehrer:innen zusätzlich geleistet werden sollen.

Im Falle der Lehramtsanwärter:innen (LAA) ist die Situation noch eklatanter. Die künftigen Kolleg benötigen die Ferienzeit dringend zur Erholung, weitere Belastungen der ohnehin schon überlasteten LAA sind äußerst kontraproduktiv. Hier erinnern wir deutlich an die Fürsorgepflicht der ausbildenden Institution, also des Bildungsministeriums mit seinen nachgeordneten Einrichtungen, die Gesundheit der auszubildenden LAA nicht zu riskieren. Zu den knapp 1.000 langzeitkranken Lehrer:innen sollen die Nachwuchslehrer:innen nicht auch noch dazu kommen.

Am Vorgehen des Bildungsministeriums üben wir scharfe Kritik: Die notwendige Mitbestimmung der Personalvertretungen und eine vorherige Diskussion und Abstimmung mit den an Schule beteiligten Partnern fand abgesehen vom Runden Tisch nicht statt. Da hatte das Ministerium noch nichts von diesen Plänen erwähnt, umso fraglicher ist, welchen Sinn die Beratungen am Runden Tisch überhaupt haben. Die GEW Thüringen beteiligt sich mit ihren Gremien gern an notwendigen Diskussionen, wie mit den Folgen der Pandemie pädagogisch und organisatorisch umgegangen werden kann. Ein solches Schreiben aber blendet die Problemlösefähigkeit so vieler an Schule Beteiligter aus.
Autor: red

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Kommentare
Sachlich
15.03.2021, 15:36 Uhr
Die Überschrift
Jede Woche das gejammere von den Lehrern und das auf höchstem Niveau. Wer Lehrer kennt und weiß was Sie verdienen, Urlaubstage haben und ihre wöchentliche Arbeitszeit kennen weiß die wirkliche Realität. Alle Berufstätigen bringen gerade in der jetzigen Situation mehr Einsatz. Eine Richtige Entscheidung und diese soll auch zu 100 Prozent umgesetzt werden.
clmiroe85
15.03.2021, 16:11 Uhr
Das ist so oberflächlich...
Wer jammert denn in diesem Artikel? Niemand! Typisches Gequatsche von Leuten, die keine Ahnung haben, was die Lehrer gerade alles leisten müssen. Und natürlich leistet jeder andere Berufstätige seinen Beitrag im der Krise. Schade, dass immer nur bei Lehrer geurteilt wird, was sie so an Leistungen bringen.
Echter-Nordhaeuser
15.03.2021, 16:26 Uhr
Aufholen von Lernrückständen
Die Lernrückstände könnten ja auch durch Kurse Samstag nachgeholt werden. Uns hat es früher auch nicht geschadet das wir Samstag zur Schule gegangen sind. Wäre auch nicht dafür das es in den Ferienzeiten gemacht wird.
"@Sachlich"Welche Berufstätigen bringen gerade in der jetzigen Situation mehr Einsatz? Auf dem Arbeitsmarkt ist doch nicht viel los!
Mister X
15.03.2021, 17:05 Uhr
Ja,ja
Langsam frage ich mich, wer mehr Bildung braucht, die Schüler oder die Politiker/innen?
A.Tölle
15.03.2021, 19:37 Uhr
Faust / Jeder muß Verantwortung übernehmen
Ich bin kein Lehrer, habe aber im weiteren Sinn mit Bildung zu tun. Wie in jeder Berufsgruppe gibt es sicher auch bei den Lehrern engagierte und weniger engagierte.
Aber ist es nicht viel zu einfach immer wieder alles auf die Lehrer zu schieben?
Wäre es nicht zielführender, den Schülern und deren Eltern auch etwas Verantwortung zu übertragen? Wie wir alle wissen, wird die Verantwortung gern in die Schule abgegeben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Schüler dem Fernunterricht nicht die gewünschte Bedeutung zumessen. Sie fehlen sowohl in Videokonferenzen oder reichen die zu bearbeitenden Arbeitsblätter nicht oder nicht fristgerecht ein. Ihnen fehlt entweder die Einsicht oder die Medienkompetenz. Auch würde ich mir wünschen, dass alle Eltern die Aktivitäten ihrer Sprösslinge im Fernunterricht regelmäßig überprüfen würden und somit ihren Erziehungsaufgaben endlich wieder nachkämen.

"@ Sachlich" Ich weiß nicht welche Lehrer Sie kennen. Ich kenne jedenfalls viele engagierte Lehrer, die zur Zeit einen sehr guten und sehr umfangreichen Job machen.
Halssteckenbleib
15.03.2021, 22:07 Uhr
Na die Lehrer
die werden doch hoffendlich an ihre Gesundheit denken und sich nicht noch zu Tode arbeiten.Glaube so mancher hat innerlich aufgegeben bei diesen ganzen Theatre.Sind ja auch nur Menschen
Strandläufer
16.03.2021, 09:41 Uhr
@acto - Sie haben recht
Jeder muß Verantwortung übernehmen. Wir haben zum Glück eine sehr engagierte Klassenlehrerin. Dennoch muss ich neben meiner Vollzeitstelle den Schulstoff beibringen - was über Hausaufgaben in "normalen Zeiten" hinausgeht. "So haben wir nicht gewettet" - Wir zahlten am Anfang des Schuljahres Kopiergeld an die Schule und drucken schlussendlich nun alles auf eigene Kosten. Die Lehrergehälter werden auch zu 100 % bezahlt... Strom/ Techn.Geräte/ Lehrauftrag (Didaktik) - all das wird den Familien nun aufgezwungen.
Die meisten Lehrer aus meinem Bekanntenkreis glänzen durch Wanderungen oder Museumsbesuchen während wir als Familie im Dreieck springen um alles verantwortungsbewusst zu lösen.
Ein Jahr hatte man Zeit sich Lösungen zu überlegen. Vielleicht schreibe ich auch mal eine Honorarrechnung ans Bildungsministerium.
Fuba
16.03.2021, 12:00 Uhr
@ Strandläufer
In der einen oder anderen Sache stimme ich Ihnen vielleicht sogar noch zu. Allerdings pauschalisieren Sie bitte nicht! Bringen Sie Fakten zu solchen Behauptungen auf den Tisch! Die meisten Lehrer nämlich machen ihre Arbeit, das heißt den Spagat zwischen Präsenz- und Distanzunterricht, sehr gut!
Außerdem würde mich mal brennend interessieren: In welchem Museum haben Sie denn jetzt während Corona einen Lehrer gesehen? Die sind meines Wissens zu!
Meine Güte! Kommentatoren gibt es ...
Strandläufer
16.03.2021, 12:32 Uhr
FUBA
Dankeschön für die herzlichen Worte. In Dresden kann man z.B. - wie in manchen Einkaufsläden - mit einer Voranmeldung auch in ein Museum :-) Bitte, gerne.
Und das ich nicht verallgemeinere zeigt, dass ich unserer Klassenlehrerin ausdrücklich gelobt habe. Sie macht es sehr vorbildlich. Im übrigen - den Spagat zwischen Arbeit und Schule bewältigen wir alle. Also erholen Sie sich bitte von Ihren Schnappatmungen.
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