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Di, 11:07 Uhr
05.07.2022
forsa-Umfrage:

Keine Mehrheit für Verbrenner-Verbot

Das renommierte Meinungsforschungsinstitut forsa hat Ende Juni 2022 die Einstellung der Bevölkerung in Deutschland zu synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels), zur Elektromobilität sowie zu weiteren verkehrspolitischen Themen abgefragt. Die repräsentativen Ergebnisse zeigen, dass ein EU-Neuzulassungsverbot für Benziner und Diesel ab 2035 keine Mehrheit bei den Menschen findet...

Grafik (Foto: Forsa/Uniti) Grafik (Foto: Forsa/Uniti)
Keine Mehrheit für Verbrenner-Aus! Nur 39 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung finden es laut der forsa-Umfrage richtig, dass in der EU ab dem Jahr 2035 keine neuen Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor mehr zugelassen werden dürfen. 58 Prozent der Befragten stimmen dem nicht zu. Ein mittel- oder langfristiges generelles Verbot für Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzinmotor wird sogar von knapp zwei Dritteln (63 Prozent) der Bevölkerung abgelehnt.

Allgemeine wirtschaftliche und persönliche Nachteile durch E-Mobilität befürchtet
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass große Teile der Bevölkerung mit der Elektromobilität allgemeine wirtschaftliche sowie persönliche Nachteile verbinden:
  • 74 Prozent der Befragten befürchten, dass Deutschland beim Bau von E-Autos von Rohstoffimporten aus China abhängig wird.
  • 53 Prozent erwarten den Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie in Deutschland, wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verboten werden.
  • 54 Prozent der Menschen in Deutschland sorgen sich, dass Elektromobilität bei steigenden Strompreisen für sie nicht bezahlbar sein wird.
Fokus auf Elektromobilität wird von den Menschen kritisch gesehen
Die Bevölkerung in Deutschland präsentiert sich in der forsa-Umfrage mehrheitlich technologieoffen und positiv gegenüber CO₂-neutralen Kraftstoffen, so genannte E-Fuels, eingestellt:
  • 89 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Bundesregierung im Straßenverkehr alle technischen Lösungen beim Erreichen der Klimaziele in gleicher Weise unterstützen und nicht ausschließlich die Elektromobilität fördern sollte.
  • Gleichzeitig schrumpft in der Bevölkerung signifikant die Unterstützung für die Subventionierung der E-Mobilität: Nur noch 51 Prozent finden es richtig, dass in Deutschland die Elektromobilität jährlich mit vielen Milliarden Euro gefördert wird (Vergleichswerte der forsa-Befragungen aus Juni 2021: 58 % sowie aus November 2021: 54 %).
  • Weiterhin großer Sympathie erfreuen sich synthetische Kraftstoffe: 78 Prozent der Befragten, die ein Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor oder Hybridantrieb im Haushalt haben, gaben an, sich vorstellen zu können, synthetische Kraftstoffe zu nutzen. Dabei stehen Anhänger der Grünen mit 90 Prozent der Nutzung von E-Fuels am aufgeschlossensten gegenüber. Vor die Wahl zwischen ein Diesel- oder Benzinauto, das mit klimafreundlichen synthetischen Kraftstoffen betankt wird, oder ein Elektroauto gestellt, würden sich 58 Prozent der Befragten für das mit E-Fuels betriebene Fahrzeug entscheiden und nur 30 Prozent für das Elektroauto.
Menschen in Deutschland mit feinem Gespür für die Risiken einer „E-Mobilität only“-Strategie
UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn ordnet die Ergebnisse der forsa-Umfrage ein: „Die Menschen in Deutschland haben offenkundig ein feines Gespür für die großen Risiken, die mit einer Abkehr vom Verbrennungsmotor und mit einem Fokus allein auf die E-Mobilität verbunden wären. Wer den Verbrennungsmotor – und dass trotz der Option, diesen CO₂-neutral mit E-Fuels zu betreiben - verbieten und einzig auf die Elektromobilität setzen möchte, verabschiedet sich von der bezahlbaren individuellen Mobilität für Jedermann, begibt sich in eine Rohstoffabhängigkeit von China und legt die Axt an Standorte sowie Arbeitsplätze der Automobilwirtschaft in Deutschland.“

UNITI fordert daher die Bundesregierung auf, sich aktiv in die laufenden Verhandlungen zur CO₂- Flottenregulierung einzubringen. Die Regierung sollte den Beschluss des EU-Umweltministerrates unterstützen und zeitnah von der EU-Kommission einen Vorschlag einfordern, mit dem Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit der Nutzungsoption E-Fuels in der Europäischen Union auch nach 2035 noch zugelassen werden können.

Hinweis zur Umfrage: Die neuerliche Umfrage wurde von der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH Ende Juni 2022 im Auftrag des UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen durchgeführt. Grundgesamtheit der Untersuchung bildete die deutschsprachige Bevölkerung der Bundesrepublik ab 18 Jahren.
Autor: psg

Kommentare
Echter-Nordhaeuser
05.07.2022, 14.51 Uhr
"Keine Mehrheit für Verbrenner-Aus!"
Die Bevölkerung muss auch dafür einstehen und sich nicht weiter von der Regierung auf der Nase rum trampeln lassen. Wir sind das Volk und wir lassen uns nicht vorschreiben was wir für Autos fahren.
Paulinchen
05.07.2022, 14.57 Uhr
Mal sehen,...
Wie der Verkauf von diesen Umweltschleudern läuft, wenn die staatl. Förderung wegfällt. Porsche gab letzte Woche bekannt, dass bei ihnen der Verbrennermotor nicht ausläuft. Dafür sei der Kundenbestand zu anspruchsvoll und im Ausland zu hoch. Das E Modell läuft für den EU Markt, welcher für den Premiumhersteller aber unter Beobachtung stünde. Da ja auch hier der Krieg in der Ukraine eine nicht unwesentliche Rolle spielt, bleibt abzuwarten, woher die Rohstoffe demnächst kommen. Russland würde ich dabei nicht generell ausschließen, denn wenn Deutschland pharmazeutische Produkte nach Russland, trotz Sanktionen liefert, kann man bestimmt auch auf Gegenleistung hoffen.....
Kobold2
05.07.2022, 15.31 Uhr
Irgendwie
Muss man ja dem gemeinen Volk die verschlafene und hinausgezögerte Entwicklung verkaufen.
Mit Betrügerautos gings ja auch lange gut und selbst danach hat man daraus noch reichlich Profit geschlagen.
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