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Sa, 13:02 Uhr
10.09.2022
NABU zum Waldbrand am Brocken

Totes Holz gefährdet den Wald nicht

Seit vergangenem Samstagnachmittag versuchen Einsatzkräfte ein Großfeuer am Brocken im Harz unter Kontrolle zu bringen, inzwischen scheint man die Flammen fast unter Kontrolle zu haben. Derweil ist eine Diskussion um den Nutzen und Schaden von Totholz entbrannt...

Mehrere politische Stimmen forderten in der vergangenen Woche, Totholz zu entfernen, da dies ein Brandbeschleuniger sei. Bei seinem Besuch im Harz hat der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies dieser Forderung eine Absage erteilt und sprach sich dagegen aus, Brandschneisen im geschützten Nationalpark Harz zu schlagen.

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Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, begrüßt die Haltung des Umweltministers: „Brandschneisen, Abholzung sowie das großflächige Räumen von Totholz widersprechen den Kriterien eines Nationalparks und dem Nationalpark-Gesetz. Zudem ist Totholz kein Brandbeschleuniger, sondern ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem Wald. Es bewahrt den Waldboden und die Krautschicht vor schnellem Austrocken und wirkt so als natürlicher Schutz vor Waldbränden. Des Weiteren bildet Totholz eine wertvolle Humusschicht und bietet unzähligen Organismen wie Pilzen und Insekten einen Lebensraum.“

Der Landesvorsitzende betont: „Totes Holz gefährdet den Wald nicht, sondern stärkt seine natürlichen Abwehrkräfte. Nicht Wälder mit abgestorbenem Holz sind anfällig für Brände, sondern dichtstehende Nadelholzplantagen, dessen Streu und Holz meist durch nicht natürliche Ursachen schnell in Brand geraten können. Im Nationalpark Harz kann der Wald sich auf natürliche Weise zu einem widerstandfähigen Mischwald entwickeln – dies ist zwingend notwendig, um den Wald zukünftig krisenfest und widerstandsfähiger gegen Waldbrände zu machen.“
Autor: red

Kommentare
grobschmied56
10.09.2022, 15.28 Uhr
Wenn ein knallgrüner NABU-Vorsitzender zum Thema Totholz...
... und Waldbrandgefahr referiert, dann klingt das für mich ähnlich wie eine Stellungnahme eines Marlboro-Vorstandes zur Gefährlichkeit von Zigarettenrauch.
Man könnte auch sagen: Frage nie einen Friseur, ob Du einen Haarschnitt nötig hast.
tannhäuser
10.09.2022, 16.06 Uhr
Totholz im Wald...
...hat überhaupt nichts mit den absurden "Urwald"-Fantastereien dieser angeblichen Umweltministerin aus Jena und deren seit Monaten auffällig stummen pfefferleinschen Jüngerin in SDH (Was da in NDH herumfleucht, weiß ich nicht) bezüglich der zu sperrenden Areale in unserem Possenwald zu tun.
altmeister
10.09.2022, 16.12 Uhr
Monokulturen
Es ist eine auf der Hand liegende Sache, dass eine Monokultur, wie sie auch im bestehenden Wald im Harz anzutreffen ist, einer intensiven Pflege bedarf.
Das heißt, dass eine Schädlingsbekämpfung erfolgen, totes Holz aus dem Wald transportiert werden muss, damit dieses nicht als Brutstätte für den Borkenkäfer dienen kann.
Da das nicht erfolgt ist, konnte sich die Borkenkäferpopulation explosionsartig vergrößern und somit hatten auch gesunde Bäume keine Chance, sich gegen den zu großen Befall zu wehren.
Ein weiteres Problem ist das trockene Holz, welches brennt wie Zunder, noch dazu, da ungehindert Sauerstoff durch den lockeren, offenen Holzvorrat im Brandfall nachkommen kann.
Der Übergang von einer Monkmultur zum natürlichen Mischwald kann nur durch den Menschen mit entsprechender Pflege erfolgen. Da diese unterblieben ist, sind die derzeit ersichtlichen Folgen hausgemacht.
Jimmy
10.09.2022, 16.33 Uhr
Aufruf zum helfen.
Ich fordere alle auf die der Meinung sind, dort oben soll alles natürlich bleiben ohne Eingriff, sich zu melden. Beim nächsten Brand dort oben können ALLE Feuerwehrleute dann Zuhause bei ihren Familien bleiben und die Personen sichern dann dort ALLES ab und unternehmen im Notfall die Brandbekämpfung. Das das Zeug nun sehr gut Brennt ist ja eindeutig zu sehen gewesen und wurde vorher in Fachkreisen auch oft angesprochen, aber das will ja von dort niemand sehen.
Marino50
10.09.2022, 16.57 Uhr
Totes Holz...
...kann doch noch angezündet werden. Dann verschwindet es. Ich habe unsere Wälder geliebt. Das Rauschen der Tannen. Aber wenn Niedersachsen sagt, dass das so bleibt, wird das so sein. Woher sollen Mischwälder kommen, ohne sie anzubauen.
Aber es gäbe ja die Möglichkeit, auf den jetzt neuen Freiflächen Windräder zu setzen. Dann gibt es sicher finanzielle Mittel zur Beräumung aus einem anderen Topf. Das ist zwar Satire. Aber wer weiß was in den Köpfen der Verantwortlichen vorgeht. Ich würde mir einen schönen sauberen Wald wünschen, ohne riesige Wurzeln und abgebrochene Tannen.
sputnik
10.09.2022, 17.28 Uhr
Totholz brennt gut
Ich muss hier der Aussage von Dr. Buschmann wehement widersprechen, da er sich in seiner Logik ja selbst widerspricht. Zitat: Zudem ist Totholz kein Brandbeschleuniger, sondern ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem Wald. Es bewahrt den Waldboden und die Krautschicht vor schnellem Austrocken und wirkt so als natürlicher Schutz vor Waldbränden.
Als richtig sehe ich auch an, dass es den Waldboden schützen kann.
Aber dass es deswegen nicht mehr brennen (können) soll, das widerspricht doch allen Regeln der Chemie, und Physik, also grundlegenden Naturwissenschaften.
Will er das Gegenteil in einem Feldversuch vielleicht beweisen (und möglciherweise mit sehr gravierenden Folgen und Schäden scheitern?)? Da wären viele gespannt, nicht nur ich. Aber ich denke, wir wollen es lieber nicht auf einen solchen Feldversuch ankommen lassen.
grobschmied56
10.09.2022, 21.10 Uhr
Lieber Jimmy...
... Das Ausblenden der Realität und NICHT SEHEN WOLLEN ist kein Zufall oder Unfall, wie Sie in ihrer Naivität womöglich noch annehmen!
Nein. Das ist inzwischen System und Staatsräson! Die grünverpeilte Clique, welche die Redaktionen der Medien, besonders der ÖR nach und nach gekapert hat, danach die Länder-Parlamente und jetzt auch den Bundestag will mit der Realität gar nichts zu tun haben. Sie schafft sich ihre eigene Welt, wie sie ihr gefällt. Wer die Macht der Sender, der Zeitungsredaktionen und der Parlamente auf seiner Seite hat, der kann frei bestimmen, was eine KLIMA-KATASTROPHE ist, oder nur ein gewöhnlicher Waldbrand. Und selbst, wenn der Waldbrand durch eigene Ignoranz und Dummheit gefördert worden ist, so stehen zahllose grüne Klima-Wichtel bereit, um daraus eine Folge der Klima-Krise zu zurecht zu brüllen und zu hüpfen.
Auch versierte Fachleute und gelernte Experten stehen hoffnungslos und auf verlorenem Posten. Wenn die Grünen behaupten, der Brand im Harz war Klima-Katastrophe und nicht grüne Dummheit, dann ist das eben so.
Und wenn Kalle Lauter Krach Masken, Masken und noch mal Masken und immer noch mehr 'Maßnahmen' fordert, um die elementare Wucht der Corona-Winter-Welle und der Vernichtungskraft biblischen Ausmaßes, die sie innehat zu widerstehen, dann werden ihm die Hirnamputierten lauthals zujubeln. Begreifen Sie einfach, daß alles längst zu spät ist. Wenn irrsinnige Ideologie zur Staatsdoktrin gerät, kommt die Vernunft einfach nicht mehr dagegen an.
Wehe den Besiegten.
Kobold2
10.09.2022, 21.38 Uhr
Da liegt wohl
Bei Marino eine Verwechslung vor....
"Ich würde mir einen schönen sauberen Wald wünschen, ohne riesige Wurzeln und abgebrochene Tannen."
Sowas nennt man Park und nicht Wald.....
Am besten 2x die Woche kehren und einmal feucht durchwischen......
Landarbeiter
10.09.2022, 21.45 Uhr
lasst die ehemaligen Plantagen brennen
danach entwickelt sich von ganz allein ein stabiler Wald.

Solche Superschlauen aus der Dorfschmiede oder dem Vogelnest erheben sich hier mal wieder über die Fachleute, obwohl keinerlei Ahnung vorhanden ist. Woher soll sie auch kommen? Wissen zu allen was, und das angeblich auch noch viel besser als die Fachleute. Geschenkt, gegen Aufmerksamkeitsdefizit helfen keine Fakten und auch keine Argumente.

Das Totholz ist, wie im Artikel beschrieben, wesentlicher Bestandteil eines verantwortungsvollen Waldbaues. Und wenn der Wald in diesen ehemaligen Plantagen brennt, ist das ein natürlicher Vorgang, der zu einem neuen, den Bedingungen angepassten natürlichem Wald führt. Das dauert in unseren Breitengraden keine fünf Jahre, bis sich entsprechender Jungwald entwickelt.

Aber woher sollen Schrebergärtner mit Aufmerksamkeitsdefizit das wissen? Vielleicht einfach mal die Klappe halten? Wäre zu schön.
Axel S.
10.09.2022, 23.33 Uhr
Ich denke, dass nicht...
...das Totholz das Problem ist... sondern die anhaltende Trockenheit. Totholz, welches in "normalem" Klima bemoost und von Pilzen bewachsen im Wald liegt, ist er ein Brandhemmer, als ein Brandbeschleuniger. Blöd nur, wenn es über Jahre trocken ist, die Temperaturen steigen und das Holz eben die gespeicherte Feuchtigkeit verliert... dann brennt es genauso gut wie der Rest des trockenen Waldes...

Insofern hat wohl der NABU-Chef schon Recht... allerdings haben sich die Gegebenheiten dahin gehend geändert, dass der Wald, wenn es weiter so trocken bleibt eben öfter in Brand geraten wird...
Fönix
11.09.2022, 07.30 Uhr
Und wieder steht die DUNKELGRÜNE Demagogie im Zentrum
der Argumentation, und wieder hängt der NABU mittendrin, genauso wie beim Desaster rings um den Kranichzoo am Stausee Kelbra.

Wer nicht realisieren kann oder will, dass zwischen der Situation in einem mehr oder weniger geschlossenen Waldbestand im Vergleich zu ausgedehnten Kahl(schlags-)flächen gerade hinsichtlich der Bodengrundfeuchte ein grundlegender Unterschied besteht, dem muss ich jegliche Sachkompetenz absprechen und unterstellen, dass er mit seinen Ausführungen eher politische als naturschutzfachliche Ziele verfolgt.

Denn wer ignoriert, dass wir insbesondere im Oberharz in mehrfacher Hinsicht eine besondere Situation haben, weil sich auf dem Felsgestein der Hochflächen in weiten Teilen nur eine geringmächtige Humusschicht darstellt, die ohne ausreichende Beschattung in der gleißenden Sonne komplett austrocknet, scheint entweder noch nie dort gewesen zu sein oder hat seine Augen wohl ausschließlich auf seine gefiederten Freunde gerichtet. Er sieht dann auch nicht, dass das liegende und stehende Totholz unter diesen Bedingungen knochentrocken ist und besser brennt als das abgepackte Scheitholz für den Kamin.

Dass in einem geschlossenen Waldbestand (egal ob Mischwald oder Nadelholzplantage) mit einer intakten Bodenstruktur und einer mehr oder weniger ausgeprägten Krautschicht im Wesentlichen bedingt durch die Beschattung und die deutlich reduzierte Windintensität Totholz eher vermodert als vertrocknet, liegt in der Natur der Sache.


Aber den grundlegenden Unterschied zur Situation auf Kahlflächen sollten alle tatsächlichen (und auch die vermeintlichen!) Experten erkennen und in das Zentrum ihrer Ausführungen stellen. Sonst ist alles, was sie zu diesem Thema von sich geben zumindest unglaubwürdig …


Respekt diesmal auch für den Landarbeiter, der schon weiß, was ich zu dieser Problematik in die Diskussion einbringe, bevor ich meinen Kommentar überhaupt geschrieben habe. Ich frage mich manchmal, wie man mit so viel Schaum vor dem Mund überhaupt noch Luft zum Atmen bekommt…
Andererseits finde ich die Beiträge dieser DUNKEKGRÜNEN Vasallen auch immer wieder sehr aufschlussreich und manchmal auch durchaus amüsant, z.B. wenn sie das Wasser der Helme stromaufwärts fließen lassen ...
Fönix
11.09.2022, 10.15 Uhr
Und hier noch ein Zitat extra für den Radieschenzüchter aus
der Goldenen Aue und alle anderen, die blindlinks (!!!) den DUNKELGRÜNEN Parolen hinterherhecheln:

"… Ein Naturwald enthält insgesamt etwa 20 Prozent der Gesamtmasse Totholz, auf das eine Vielzahl von Organismen (Flechten, Algen, Pilze, Moose, Insekten, Vögel, Kleinsäuger u.a.) spezialisiert und angewiesen ist. Um diesen Arten das Überleben zu sichern, sollten wir mindestens 2 alte Bäume pro Hektar überhalten, auch später nicht nutzen (Brennholzbedarf!) und bis zur völligen Zersetzung sich selbst überlassen. …"

Aus:

Wolf-Eberhardt Barth; Praktischer Umwelt- und Naturschutz. Anregungen für Jäger und Forstleute, Landwirte, Städte- und Wasserbauer sowie alle anderen, die helfen wollen.
Verlag Paul Parey, 1987

20 Prozent Totholzanteil, nicht 80 oder 90 Prozent ! 2 alte Bäume pro Hektar !! Wer Käferholz im Nutzwald und Totholz auf den Kahlflächen hat dominieren lassen, ist seiner Verantwortung für eine naturschutzgemäße Waldbewirtschaftung nicht mal ansatzweise gerecht geworden und trägt eine große Mitschuld an den verheerenden Waldbränden und an dem traurigen Bild, den der Harz in weiten Bereichen seit Jahren bietet.

Es ist ein Irrglaube, dass sich auf den versteppten Hochharzflächen in wenigen Jahren wieder eine geschlossene Waldgesellschaft ausbildet. Jeder trockene Sommer wird die Bodenvegetation wieder verdorren lassen, weil Schatten und Windschutz fehlen. Selbst die Hochmoore sind mittlerweile in vielen Fällen soweit ausgetrocknet, dass sich das Feuer hier bis in tiefere Bodenschichten hineingefressen hat.
Fönix
11.09.2022, 10.21 Uhr
Eh nun alle eifrig googlen
hier noch ein paar zusätzliche Informationen zu Wolf-Eberhard Barth:

Der Autor Wolf-Eberhard Barth (Studium der Forstwissenschaften an der GAU Göttingen und an der ETH Zürich), war von 1994 bis 2004 erster Leiter des Nationalparks Harz und gilt als Pionier des Naturschutzes innerhalb der niedersächsischen Landesforstverwaltung und setzt sich insbesondere für die Förderung von FEUCHTgebieten und Gewässerstrukturen in den Waldgebieten ein.

Ich hatte das große Glück, ihn unmittelbar nach der Wende kennen- und schätzenzulernen. Im Forsthaus Oderhaus sowie in den Oberharzer Waldgebieten unterhielten wir uns ausführlich über den Themenkomplex Wald/Naturschutz/Forstwirtschaft und die damit verknüpften Chancen und Konflikte.

Er wies übrigens auch darauf hin, dass die Fichte in Höhenlagen über 600 m (also im Oberharz!) natürlicherweise vorkommt und in bestimmten Waldgesellschaften sogar dominiert, z.B. Bergahorn-Buchen-Fichtenwald (vorrangig in Steilhängen mittlerer Höhenlagen), Rauschbeeren-Fichten-Moorwald und Torfmoos-Fichtenwald. Selbst reine Fichtenwälder (optimalerweise vergesellschaftet mit der Eberesche) sind in bestimmten Arealen gerade im Brockenumfeld die natürlicherweise hier vorkommende Waldgesellschaft. Dass die Forstwirtschaft die Fichte über jedes vernünftige Maß hinaus mit allen schädlichen Folgen gefördert hat, ist unbestritten, ändert aber nichts an der Tatsache dass die Fichte in großer Zahl in die Harzer Wälder gehört!

Das nur Randnotiz für all die Idioten, die die Fichte verteufeln, für alle Probleme im Harz verantwortlich machen und sie am liebsten aus dem Wald verbannen wollen!
Marino50
11.09.2022, 10.34 Uhr
Kobold
Unter einem sauberen Wald verstehe ich, dass man Pilze suchen kann, ohne dass abgebrochene Tannen oder riesige Wurzelballen dieses verhindern oder dass Waldameisen ihre großen "Bauten" bauen können. Durch so einen "Ur"-Wald kommt dann auch kein größeres Tier mehr durch. Von versperren Waldwegen durch Bruch rede ich da gar nicht. Aber wenn große Stürme, wie es sie nun mal gibt, Tannen mit samt den Wurzelnballen aus der Erde treiben, muss dieses beseitigt werden.
Komiron
11.09.2022, 10.51 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
Landarbeiter
11.09.2022, 18.31 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Landarbeiter
11.09.2022, 19.08 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Shiba Inu
11.09.2022, 20.11 Uhr
Beim Oschi und Greiner gehört leider jegliche Sachlage
nur unter rechtspopulistischen Schwachsinn zum Thema. Die sind schlimmer als jede rbb Schlesinger!
Fönix
07.10.2022, 09.30 Uhr
Eine Frage an die DUNKELGRÜNEN Eiferer und Geiferer:
Im Zusammenhang mit den Brandkatastrophen im Oberharz habt ihr vehement jegliches Beräumen des Totholzes im Wald attackiert. Eure Kommentare in diesem Thread sind diesbezüglich ja eindeutig.

Dazu eine aktuelle Veröffentlichung des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten Sachsen-Anhalt:

„Auf Initiative von Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze haben sich Land, die Stadt Wernigerode und der Nationalpark Harz auf neue Maßnahmen verständigt, die zur Waldbrand-Prävention im Nationalpark Harz beitragen sollen. Einen entsprechenden Sechs-Punkte-Plan (…) hat Minister Schulze heute gemeinsam mit dem zuständigen Staatssekretär Gert Zender, mit Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch, dem Landrat des Landkreises Harz, Thomas Balcerowski und Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha vorgestellt.

Demzufolge sollen unter anderem Brandschneisen im Nationalpark errichtet, die Waldbrandgefahrenklasse geändert und die Beräumung von Totholz in bestimmten Bereichen ausgeweitet werden. Die Feuerwehr soll künftig den Nationalpark zu Übungszwecken einfacher befahren können.

„Heute ist ein guter Tag für den Harz und für ganz Sachsen-Anhalt. Es ist gelungen, eine Übereinkunft bei der Waldbrandprävention im Nationalpark Harz zu erzielen. Der vorgelegte Sechs-Punkte-Plan – die 'Wernigeröder Erklärung' – beweist, dass es möglich ist, Lösungen zu finden, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist. Mit den von Land, Nationalpark, Landkreis und der Stadt Wernigerode erarbeiteten Maßnahmen verfügen wir über ein geeignetes Instrumentarium zur Brandprävention. Alle Maßnahmen können bei Bedarf angepasst und erweitert werden“, so Forstminister Sven Schulze.“

Nun meine Frage: Sind alle hier beteiligten Akteure ahnungslose Idioten?

Nein, es sind ausgewiesene Fachleute und betroffene Regionalakteure, die genau wissen was sie tun und worauf es ankommt.

Eine qualifizierte Antwort der von mir in der Kopfzeile angesprochenen Klientel erwarte ich ehrlich gesagt nicht. Denn wie zu allen anderen wichtigen Themen haben sie weder Fachwissen noch Sachverstand, sondern allenfalls viel Ideologie. Also heiße Luft, die die potentiell drohenden Waldbrände im Harz eher anfacht als verhindert.
Fönix
07.10.2022, 09.41 Uhr
Für tiefergehende Betrachtungen und Recherchen
zum Thema des vorstehenden Kommentars:

Der erwähnte "Sechs-Punkte-Plan" wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten Sachsen-Anhalt als "Wernigeröder Erklärung" veröffentlicht und kann als pdf- oder word-Datei heruntergeladen werden. Dort wird unter anderem auch eindeutig ausgesagt, das trockenes Totholz, wie es im Oberharz aufgrund der aktuellen Kalamitäten verbreitet und teilweise flächendeckend anzutreffend ist, eindeutig als Brandbeschleuniger wirkt. Übrigens wird diese "Wernigeröder Erklärung" auch im niedersächsischen Teil des Harzes mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Axel S.
07.10.2022, 11.39 Uhr
Um Ihre Frage zu beantworten..
...nein, keine Idioten. Was wir hier sehen, ist die Anpassung an veränderte Bedingungen. Was halt vor Jahren richtig war muss heute (nach einer Reihe viel zu trockener Jahre) nicht mehr zutreffend sein. Wie ich oben bereits geschrieben habe: Totholz als Speicher für Feuchtigkeit verliert bei anhaltender Trockenheit diese Eigenschaft und wird zum Brandbeschleuniger.

Die getroffenen Maßnahmen können Sie als Antwort auf den sich immer mehr manifestierenden Klimawandel sehen.

Man muss nur begreifen, dass sich alles wandelt und deswegen, alte Weisheiten, die in Stein gemeißelt schienen nun keine Bedeutung mehr haben... wer diese Wandlungsfähigkeit hat, den bezeichne ich nicht als Idioten, sondern als Pragmatiker.
Psychoanalytiker
07.10.2022, 12.43 Uhr
Keine Idioten, aber ...
Traumtänzer, Utopisten, Studien- und Ausbildungs-Abbrecher wollen uns "Realisten" die Welt erklären.

Früher wars das Ozonloch, heute ist dieses kein Thema mehr, dafür ist CO² der Klimakiller. Die dieses bekämpfen trinken aber Mineralwässerchen, Sekt oder Bier, aus denen das böse CO² schon entweicht, wenn man die Flasche nur öffnet. Kurz gedacht, wenn man CO² bekämpft, aber kohlensäurehaltige Getränke zu sich nimmt.

Und diese Tagträumer sind zwar meist Kriegsgegner, Pazifisten, fordern aber schwere Waffen in die Ukraine zu schicken, sie fordern Kohlekraft- und Atomkraftwerke abzuschalten und lassen diese dann weiterlaufen. Sie weisen ukrainische Männer und Väter an Europas Außengenze ab, schicken sie direkt oder indirekt in den Kampf und/oder Tot, wollen aber russische Männer hier her holen, damit diese überleben und gut im deutschen Sozialnetz leben können ... .

Aber das sind ja nur "andere Bedingungen". Nein, das ist Realität.
Der Krieg ist nämlich auch nicht nur "eine anderere Bedingung, sondern auch Realität. Aber die einen müssen kämpfen, die anderen dürfen sich "verpissen", alles nur "andere Bedingungen".

Ein Pragmatiker, wie Axel S. diese "Idioten neuer Art" definiert, sind Menschen, die zwar ergebnisorientiert handeln, dies aber, ohne sich "den Kopf dabei zu zerbrechen". Und genau das machen so manche grüne Politiker aktuell ständig. Vernunft wird dabei ausgeschaltet. Das ist zwar pragmatisch, aber auch idiotisch, weil es eher zerstört, als aufbaut.
Axel S.
07.10.2022, 13.46 Uhr
Macht es wirklich Sinn..
Erkenntnisse von gestern (Totholz ist gut für den Wald) welche sich aufgrund sich ändernder Geegebenheiten (Dürrejahre in Folge des Klimawandels) als nicht mehr tragfähig erweisen als von vornherein falsch zu bezeichnen ? Oder kennzeichnet nicht genau das den Idioten - da er nicht in der Lage ist, Veränderungen in seine Argumentation einzubeziehen - mal ganz abgesehen von pauschalen, verbal fragwürdigen und mehr gefühlten als belegten Aussagen zum Geisteszustand, Bildungsstand und Denkvermögen anderer.
Wühlmausfalle
07.10.2022, 14.12 Uhr
Ahnungslose feiern faulen Kompromiss
man muss kein "DUNKELGRÜNER" sein, um einfache Zusammenhänge zu erkennen. Es reicht, wenn man als Waldbesitzer und Forstingenieur den Wert des Totholzes erkennt. Selbst im Wirtschaftswald ist es erstrebenswert, das Kronenholz für die nächste Baumgeneration liegen zu lassen. Für Überflieger bleiben das aber böhmische Dörfer, da hilft auch keine Medizin.

Was da in Sachsen-Anhalt passiert ist purer Lobbyismus des zuständigen Ministeriums, eines Landrates und einiger Bürgermeister, die ihre Tourismusindustrie über den Wald stellen. Dem Leiter des Naturparks wurde angedroht, dass der Nationalpark Status aberkannt wird. Letztendlich wird auch der Leiter nicht von den Anwohnern gewählt, sondern ist ein abhängig Beschäftigter, der die Kröten der Lobbyisten schlucken muss.

Um diesen Zustand und das Ergebnis als wissenschaftliche Erkenntnis zu verkaufen, muss man schon arg ideologisch betoniert sein.
Man stelle sich mal einen Yellowstone- oder Sarek Nationalpark mit Brandschneisen und ausgeräumten Totholz vor. Das ist unvorstellbar und unglaublich dumm. So etwas gibt es nur in Deutschland, wo die Kleingärtner und -geister sogar den Wald fegen wollen.
Bubo bubo
07.10.2022, 17.51 Uhr
Totholz brennt im Harz
Wer den Yellowstone Nationalpark mit der Monokultur Hochharz vergleicht, ist der wahre Kleingeist. Völlig vertrocknetes Totholz/ Schadholz gehört zumindest im näheren Bereich zu Siedlungen aus Monokulturen entfernt. Dieser Fakt stellt doch keine neue Erkenntnis dar.

Meine Frage besteht darin, ob auf den mit Stubben versehenen Kahlschlagsflächen perspektivisch Anpflanzungen geplant sind, oder ob's Mutter Natur regeln soll?
Wenn lange genug gewartet wird, sind etliche Flächen, besonders solche mit Hanglage, aufgrund von Erosion und geringer Humusschicht für eine neuerliche Aufforstung verloren.

PS: Welche Erkenntnis bringt das Dürremonitoring bzw. die langjährige, jeweils auf's ganze Jahr betrachtete Niederschlagsbilanz für den Harz?
Schaut euch das zur Verfügung stehende Kartenmaterial an!
Wühlmausfalle
07.10.2022, 18.38 Uhr
"Totholz brennt im Harz" - aha, guck an, wo denn?
Momentan brennen im Harz nur ein paar Grills. Und was gebrannt hat sind, um es mal plakativ mit Hilmar Koppers Worten zu sagen, Peanuts. Auf die Gesamtfläche betrachtet nicht erwähnenswert.

Was das Räumen betrifft: " ... zu Siedlungen aus Monokulturen entfernt. Dieser Fakt stellt doch keine neue Erkenntnis dar. "
Das ist wohl wahr. Dieser hier bejubelte Sechs Punkte plan ist insgesamt ein Papier, was man sich am besten in die Haare schmiert, weil es eben nichts Neues ist.

1. Feuerwehr darf rein fahren - (oh, was für ein Fortschritt, sind die sonst draußen geblieben?, hahaha)

2. Änderung der Waldbrandgefahrenklasse - (super, von 2,5 m breiten Sandstreifen, mal sehen ob es im Granit viel davon gibt?, werden bestimmt viele Brände verhindert)

3. Totholzberäumungen von Wohnbebauungen - (siehe oben)

4. HSB darf nur bei bestimmten Waldbrandwarnstufen fahren - (fundamental neue Erkenntnis, gabs allerdings schon immer)

5. Brandschneisen - (schau an, sogar mal etwas Neues. Wird allerdings nur geprüft.)

6. Mitarbeiter von HSB und NP kontrollieren in einer Testphase die Strecken ab Waldbrandwarnstufe IV - (Betonung liegt auf "Testphase", laufen die dann neben dem Zug her?, hahaha )

Toller Plan diese "Wernigeröder Erklärung". Der könnte von meinem 8 jährigen Sohn stammen.

Und wenn ich ein Kleingeist bin, weil ich einen Nationalpark mit anderen Nationalparks vergleiche, dann bin ich gerne Kleingeist. Denn womit soll ich ihn denn sonst vergleichen? Wenn ich ihn mit dem Nordhäuser Stadtpark vergleichen würde, dann wäre ich ja auch ein ahnungsloser Cretin.
Fönix
08.10.2022, 06.49 Uhr
Der/die/das Wühlmausfalle diskreditiert sich
mit ihrer Interpretation der „Wernigeröder Erklärung“ selber und beweist nur, wie richtig ich mit meiner Einschätzung der DUNKELGRÜNEN Eiferer und Geiferer liege. Da ist offensichtlich jeder Versuch einer sachlichen Diskussion vergebliche Liebesmüh …
Fönix
08.10.2022, 06.56 Uhr
@ Axel S.
Ihre vergleichsweise sachlichen Ausführungen machen Lust auf mehr …
Deshalb starte ich mal den zarten Versuch einer faktenbasierten Diskussion:

Zitat: Axel S.
„Macht es wirklich Sinn.. Erkenntnisse von gestern (Totholz ist gut für den Wald) welche sich aufgrund sich ändernder Geegebenheiten (Dürrejahre in Folge des Klimawandels) als nicht mehr tragfähig erweisen als von vornherein falsch zu bezeichnen ?“

Zumindest macht es keinen Sinn, wenn die Argumente der "Gegenseite" ignoriert bzw. verdreht werden:

Zitat fönix:
„20 Prozent Totholzanteil, nicht 80 oder 90 Prozent ! 2 alte Bäume pro Hektar !!“

Das hat nichts mit „von vornherein falsch“ zu tun. Weitere Beispiele aus diesem Thread erspare ich uns jetzt mal, die finden sie auch selber ... Wenn sie jetzt noch erklären, auf welcher Basis sie meine Quellen, z.B. Wolf-Eberhard Barth, in Frage stellen, kommen wir sicher einen Schritt weiter.

Übrigens, was ihre Zweifel an meiner Legitimation betrifft (Zitat Axel S.: „Oder kennzeichnet nicht genau das den Idioten“), da kann ich Sie beruhigen: Ich habe schon gewerblich im Wald gearbeitet, da haben die Eltern (!) der meisten hier wütenden Weltverbesserer noch als Quark im Schaufenster gelegen. Nach Jungwuchs- und Bestandspflege vielfältigster Art schon im Jugendalter habe ich nach entsprechender Berufsaus- und weiterbildung viele Jahre in der Forstwirtschaft gearbeitet, ehe mich das Leben und die Liebe in ein anderes, technisch geprägtes Metier verschlagen hat. Mittlerweile schließt sich der Kreis (wie das Leben so spielt!) und ich verbinde seit Jahren in intensiver Form Maschinenbau und Forstwirtschaft auf wissenschaftlich/technischer Ebene. Auch derzeit arbeite ich als Projektleiter in mehreren Forschungsprojekten eng mit mitteldeutschen Forstverwaltungen, der TU Dresden (u.a. Tharandt, sollte ihnen ein Begriff sein), dem FFK Gotha (auch das sollte sich Ihnen erschließen, die Eiferer und Geiferer dürfen es googlen), führenden Dienstleistern in der Forstwirtschaft und weiteren innovativen Akteuren zusammen. Glauben Sie mir, dass in diesen Netzwerken die hier diskutierten Themen nur einen kleinen, wenn auch durchaus bedeutsamen Teil der aktuellen Aufgabenstellungen ausmachen …
Axel S.
08.10.2022, 12.47 Uhr
@Fönix...
...kein Chat, daher nur eine kurze Antwort und dann bin ich raus und genieße das Wochenende...

...lesen Sie doch meinen Kommentar noch einmal und übersetzen ihn in Ihre Sprache... dann werden Sie feststellen, dass es keineswegs ein Aufruf zu einer Diskussion war, sondern eine nett verpackte verbale Breitseite in Ihre Richtung...

Schönes Wochenende...
grobschmied56
08.10.2022, 22.13 Uhr
Im grünverpeilten Futschland gelten die Propheten ...
... noch viel weniger, als in jedem anderen Land der Welt. Tut mir leid, das dem Fönix so sagen zu müssen. Was hier gilt, sind nur noch die Parolen von 'Aktivisten', welche wahlweise ein Trampolin oder die Bordsteine krumm und kaputt hopsen, vor allem jedoch unsere Gesellschaft, Handel, Gewerbe, Kultur und Infrastruktur.
Fönix
09.10.2022, 05.41 Uhr
@ Grobschmied
Keine Sorge, ich leide nicht an Herzdrücken. Natürlich ist der Zustand vieler Wälder genauso wie der des ganzen Landes mehr als besorgniserregend. Aber gerade deshalb ist es ja so wichtig, auf diese Situation hinzuweisen und über Ursachen und Lösungen zu diskutieren. Nur so ist es möglich, der breiten Masse der Bevölkerung die Augen zu öffnen und die katastrophalen Folgen dieser irren, ausschließlich ideologiegeführten linksgrünen Politik aufzuzeigen.

Was mich daran besonders fuchst ist die Tatsache, dass wir eigentlich JEDE Hand brauchen, um die Verfehlungen der letzten 40 Jahre zu korrigieren und den deutschen Dampfer wieder auf Kurs zu bringen. Die DUNKELGRÜNE Idiotie spaltet aber unsere Gesellschaft mehr als alles andere, was wir auf der politischen Bühne bisher erlebt haben. Es ist bezeichnend, wie diese selbsternannten Weltverbesserer argumentieren und ihre Parolen in die Welt hinausposaunen. Es läuft immer nach dem gleichen Schema ab, egal ob es um den Wald, das Klima, die Energieversorgung oder den Weltfrieden geht. Die eigene linksgrün ideologisierte Meinung wird in den Raum gestellt und als alleinseligmachende, alternativlose Lösung für alle Probleme dieser Welt dargestellt. Jeder, der in dieses Horn mit hineinbläst, ist der Gute. Jeder, der hier den Zeigefinger hebt und auf Alternativen und mögliche Fehlentwicklungen hinweist, ist der Böse und wird verteufelt. Schwarz/Weißmalerei vom Feinsten. Auch das Verhalten der linksgrünen Protagonisten hier im Forum ist ein Paradebeispiel für diese Strategie, die insbesondere bei jungen unbedarften Menschen durchaus verfängt.

Aber wir dürfen deswegen nicht aufhören, den Finger und besser noch die ganze Hand tief in die linksgrünen Wunden zu schieben bis die Schmerzen so groß werden, dass sie ihre Flinte in's Korn werfen. Wie hilflos sie dann ihre Schwächen und Fehler preisgeben, wurde ja dann auch hier im Forum überdeutlich. In die eigene Enge getrieben spucken sie noch einmal kläglich in die gegnerische Richtung und verlassen dann die Bühne durch die Hintertür.

Das macht mir Mut, weil so immer mehr Menschen erkennen, dass der aktuelle linksgrüne Weg in eine gefährliche Richtung führt. Die Hoffnung auf Besserung bleibt ...
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