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Sa, 16:00 Uhr
07.10.2023
DIW

Soziale Ungleichheiten spiegelt psychische Gesundheit

Psychische Gesundheit in Deutschland hat sich in den vergangenen 20 Jahren verbessert, büßte während Rezessionen aber erheblich ein – Deutliche Unterschiede bestehen zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Menschen in Ost- und Westdeutschland...

Die psychische Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland hat sich von 2002 bis 2020 ähnlich wie die Wirtschaftsleistung entwickelt: Sie verbesserte sich in den vergangenen 20 Jahren und erlitt Einbrüche nach der Finanzkrise 2009 und zu Beginn der Corona-Pandemie 2020. Neben wirtschaftlichen Entwicklungen spiegeln sich soziale Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit wider: Sie unterscheidet sich nach Geschlecht, Wohnort, Hochschulabschluss und Migrationshintergrund.

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Dies sind die Kernergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Anlässlich des Welttags für psychische Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 10. Oktober untersuchten DIW-Wissenschaftler, wie sich die psychische Gesundheit in Deutschland entwickelt hat. Sie nutzten dafür Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Psychische Gesundheit von Frauen verschlechtert sich in Pandemie
Frauen hatten über den gesamten Zeitraum eine deutlich schlechtere psychische Gesundheit als Männer. Der Abstand zwischen den Geschlechtern hatte sich bis 2018 zwar leicht verringert, mit der Pandemie kehrte sich diese Entwicklung jedoch wieder um.

„Dies liegt möglicherweise an der sogenannten Retraditionalisierung der Geschlechterrollen. Frauen haben in der Pandemie wieder mehr Haus- und Sorgearbeit übernommen und waren dadurch in der Krise vermehrt belastet“, erklärt Studienautor Daniel Graeber vom SOEP.

Auch nach Wohnort gibt es erhebliche Unterschiede: Menschen in Ostdeutschland haben auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung eine schlechtere psychische Gesundheit als jene in Westdeutschland. Die positive Nachricht: Der Abstand hat sich von 2002 bis 2020 merklich verringert. „Wir sehen hier einen echten Aufholtrend“, meint Graeber.

Psychische Gesundheit in Deutschland (Foto: DIW Berlin) Psychische Gesundheit in Deutschland (Foto: DIW Berlin)


Die psychische Gesundheit unterscheidet sich ebenfalls nach Abschluss und Migrationshintergrund: Akademiker*innen verfügen über eine bessere psychische Gesundheit als Menschen ohne Hochschulabschluss, Menschen ohne Migrationshintergrund stehen etwas besser da als jene mit Migrationshintergrund.

„Die Unterschiede entlang entscheidender Merkmale zeigen, dass sich soziale Ungleichheiten auch in der psychischen Gesundheit widerspiegeln. Normativ ist das problematisch“, so Graeber. Das häufig beschriebene soziale Gefälle der physischen Gesundheit zeigt sich auch in der psychischen Gesundheit.

Psychische Gesundheit und Wirtschaft müssen nach diesen Ergebnissen zusammengedacht werden. „Wirtschaftliche Abschwünge wie der aktuelle verschlechtern im Schnitt die psychische Gesundheit der Bevölkerung – nicht nur direkt durch Arbeitslosigkeit, sondern auch indirekt dadurch, dass Menschen sich vermehrt Sorgen machen. Dies ist ein Befund, der noch stärker bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden muss“, so Graeber. So könnte beispielsweise der Zugang zu Unterstützungsmaßnahmen im Zweifel erleichtert werden, um Risiken für die psychische Gesundheit zu mindern.
Autor: red

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Kommentare
grobschmied56
07.10.2023, 17:15 Uhr
Kommt drauf an, wie man ...
... psychisch gesund definiert und versteht!
Da gibt es welche, die zwängen - der Gerechtigkeit wegen - Sternchen, Unterstriche oder Doppelpunkte in Wörter hinein. Andere kleben sich auf Straßen fest, verursachen enorme Staus, um 'das Klima zu retten'. Noch andere (oder auch die gleichen Leute?) wollen uns davon überzeugen, daß eine Frau durchaus ein 'Zipfelchen' und einen Vollbart haben kann.

Und es gibt solche Leute wie den Psycho, den Tannhäuser und den Grobi, die über die Vorgenannten nur Schmunzeln oder den Kopf schütteln.
Die können nicht alle gleichermaßen 'psychisch gesund' sein.
Oder doch?
Leser X
07.10.2023, 17:46 Uhr
Paschas...
... gibt es eben nicht nur im arabischen Raum. Die traditionelle Männerdominanz ist auch hierzulande noch nicht wirklich überwunden. Allen Sonntagsreden unserer Politiker zum Trotz.
geloescht.20250302
07.10.2023, 18:55 Uhr
Was für Erkennntisse...
Ich war vor 30 Jahren dabei, als die" Benachteiligten" in Frankfurt aus der Taunusanlage ins Bahnhofssviertel vertrieben wurden.

Es wurde nur schlimmer, weil jetzt normale Tagespendler belästigt werden und nicht mehr nur Nachtschwärmer und Freier.

Elend verlagert sich nur und wird nicht durch Verdrängung ins Nimmerland verschwinden.

Selbst wenn mal in Berlin der Görlitzer Park von den Dealern gesäubert werden sollte finden diese andere "Arbeitsplätze".
geloescht.20250302
07.10.2023, 19:58 Uhr
Lieber Grobschmied...
Zuviel der Ehre! Bin gleichzeitig zum täglichen Herz- aks auch nöchtlichem Schlafapnoeanfall wegen Ihrer warmen Worte gerührt als geschüttelt.
P.Burkhardt
08.10.2023, 00:52 Uhr
die grauen Herren geben sich die Ehre...
....oder wie sollte man diese gegenseitige Beweihräucherung hier nennen ?

Psychisch gesund ist, wer die Realität und Glaube unterscheiden kann (um die Frage zu beantworten).

Ich möchte ergänzen: Immer öfter wird die Realität nicht als das was sie ist wahrgenommen, sondern im Kontext mit ideologischen Verblendungen interpretiert... und dann im Kopf eben zu einer alternativen Realität.

Schwierig ist es dann, den der alternativen Realität Verfallenen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen - dann wird man gerne als linksgrünversifft, weltfremd oder dumm beschimpft... naja (Bergpredigt - selig sind die geistig Armen)

Ich wünschte mir, dass wieder mehr Ehrlichkeit, Orientierung an der Sache und einfach etwas mehr Selbstreflektion einkehrt. Einfach mal durchatmen und die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass man selbst auf der falschen Fährte ist. Das geht jedem mal so, kein Ding - aber Fehler zu erkennen und dann aus falschem Stolz darauf zu beharren ist einfach dumm.

Soziale Ungleichheiten gab es immer, dass sie oft Frauen treffen ist leider einer von Machismo geprägten Entwicklung geschuldet. Noch in den 50ern konnte eine Frau nur mit der Einwilligung ihres Ehemannes einen Führerschein erwerben... unfassbar heute ! Aber tatsächlich ist der Wunsch nach sozialem Aufstieg auch eine Triebfeder, die die Menschen antreibt, mehr zu leisten als andere... ein Motor unserer Gesellschaft.
grobschmied56
08.10.2023, 20:38 Uhr
Den Boden der Tatsachen ...
... unter den Füßen behalten, ist eine sehr gute Empfehlung! Genau das mache ich, so lange ich denken kann. Deshalb hat mich auch nie eine Panik erfaßt, weder vor Ozonloch und Nachrüstungsbeschluß, noch vor Virus und Klimakatastrophe.

Wenn ich wissen will, wie das Wetter wird, schaue ich nicht auf die alarmrot eingefärbte Panikkarte des öffentlich schwächelnden Schwundfunks.
Ich gehe einfach ein paar Schritte vor die Tür.
Falls ich jemals an meinem Geschlecht Zweifel haben müßte, schaue ich auf meine zwei Kinder und vier Enkel.
Im gröbsten Fall könnte mir wohl eine Gen-Analyse mein Y-Chromosom bestätigen.


Als ein Wirrologe mir im Herbst 2021 mit Siechtum und Schinderkarren drohte, wenn ich den 'lebensrettenden Booster' verweigere, habe ich nur gelacht.
Der Wirrologe ist für Millionen Menschen in Deutschland inzwischen zur unglaubwürdigen Karikatur verkommen, der Grobi immer noch am Leben und pumperlgesund.

Die oben genannte soziale Ungleichheit scheint in meinem Fall also keine große Rolle zu spielen. Ich komme mit meiner mickrigen Rente im unteren vierstelligen Bereich zurecht. Lebenserfahrung und Gottvertrauen scheinen mir wichtiger als Garant stabiler seelischer Verfassung denn ein hohes Einkommen.
Franz Haarkamm
09.10.2023, 17:57 Uhr
Kommt tatsächlich drauf an,
wie man psychisch gesund oder krank definiert. Es soll Menschen geben, die sobald ein bestimmtes Stichwort fällt, oder sie auch nur durchs Fenster eine grüne Wiese sehen, sofort eine Hasstirade über die unfähige Regierung von sich geben, egal, ob es passt oder nicht. Ich bin zwar kein Fachmann, aber meinem Gefühl nach, nannte man so etwas früher Zwangsstörung.
Früher, in meiner analog geprägten Jugend, konnte man so etwas spätestens nach der dritten Tirade, mit einem einfachen Satz bekämpfen: Hier hast Du 50 Pfennig, erzähl es einer Parkuhr. Heute ist das schwieriger, weder gibt es noch Parkuhren , geschweige denn Pfennige. Dazu kommt, daß sich in den unendlichen Weiten des Internets immer noch Menschen finden, die die Tiraden noch nicht kennen oder gar bejubeln.
grobschmied56
09.10.2023, 19:28 Uhr
Vom Haarkamm nix Neues ...
... nur wieder mal ein Satz mit 'x'.

Tut der psychischen Gesundheit aber keinen Abbruch.
Schon gar nicht der meinigen.
Lautaro
10.10.2023, 18:24 Uhr
Ähm.....P.Burkhardt
Meine Exfrau und meine Frau haben immer das Gleiche verdient, wie meine Wenigkeit.
Meine Kolleginnen, die das gleiche bekommen, wie ich .....sagen immer wieder, daß sie meinen Knochenjob keine Woche durchhalten würden.. Gleiche Gehaltsgruppe....über was reden wir hier eigentlich ?
Machismo....am Arsch !
P.Burkhardt
11.10.2023, 00:50 Uhr
Könnte daran liegen...
...dass Sie ihren Knochenjob schlecht verhandelt haben, Lautaro, oder daran, daß Ihre Ex- und Aktuell-Frauen vielleicht die höhere Qualifikation haben. Es geht aber um gleichqualifizierte Arbeit.Im Übrigen verdient meine Lebensgefährtin ebenfalls mehr als ich... was aber daran liegt, dass ich mich lieber aus administrativen Dingen raushalte, mich nicht um die Wehwehchen (Urlaub, Krankmeldung, der Schreibtisch ist zu tief, mein Kind bekommt gerade Zähne und ähnliches) von irgendwelchen anderen kümmern möchte und lieber fachlich brilliere, ohne jemanden um seine Meinung zu meinem Problem fragen zu müssen.

Was Ihre Kolleginnen angeht kann ich eigentlich nichts dazu sagen... ich vermute, dass sie keinen Knochenjob haben - also etwas anderes machen, was vielleicht anderer (vielleicht intelektueller und nicht muskulöser) Voraussetzungen bedarf. Was jetzt wie zu bewerten ist ist natürlich schwierig... am Ende eine Frage von Angebot und Nachfrage. Das Angebot von Akademikern (also mehr mit Hirn als mit Muskeln arbeitender) ist wegen des höheren Ausbildungsaufwandes naturgemäß geringer... und deswegen der Preis (Lohn/Gehalt = Preis der Arbeit) höher. Andererseits gibt es im Knochenjobbereich auch viele Aufgaben, die nur mit viel Erfahrung und Sachverstand zu erledigen sind.

Die Preisbildung am Arbeitsmarkt (also die Löhne und Gehälter) richten sich jedoch immer danach, welchen Beitrag ein Job zu einer Wertschöpfung beiträgt. Da es bei der Arbeit immer um Abhängigkeiten geht (wir haben eine Arbeitsteilung, bei der eine Tätigkeit in der Regel immer andere Tätigkeiten voraussetzt), ist es schwierig deren Wertigkeit und damit Löhne und Gehälter festzustellen. Wer hat welchen Anteil an der Wertschöpfungskette - wessen Tätigkeit ist jetzt wie zu bewerten ?

Es geht um vergleichbare Jobs und da ist es leider immernoch so, dass Frauen häufig weniger verdienen als Männer....und ich kenne einige Frauen, die ihren Job deutlich besser verstehen als ihre männliche Kollegen.
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