NABU Thüringen
Mehr Herdenschutz statt Wolfsabschuss
Bundesumweltministerin Lemke hat gestern ihre Ideen für ein praktikableres Wolfsmanagement vorgestellt. Demnach ist keine Gesetzesänderung notwendig, um in berechtigten Einzelfällen handeln zu können...
Es soll keine pauschalen Abschussquoten auf Wölfe geben, die nicht mit europäischem Recht vereinbar sind. Kriterium für eine Entnahme ist demnach immer die Überwindung eines zumutbaren Herdenschutzes.
Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim NABU Thüringen: Wir finden es gut, dass Wölfe nicht pauschal getötet werden dürfen. Das hätte ein wildes Abschießen von Wölfen bedeutet. Schon einmal hat die Jagd in Deutschland dafür gesorgt, dass die Wölfe ausgerottet wurden. Der NABU Thüringen vermisst in der Diskussion allerdings, dass keine bundesweit einheitliche Lösung für die Unterstützung der Weidetierhalter gefunden wird. Das hätten wir uns jetzt erwartet, denn bis zu 75 Prozent der Nutztierrisse finden an unzureichend oder ungeschützten Weiden statt. Hier brauchen wir konkret die Verbesserung des Herdenschutzes, bevor Einzelabschüsse überhaupt in Betracht kommen. Der NABU Thüringen fordert deshalb zuerst die bundesweite Vereinheitlichung des Herdenschutzes und dessen Förderung nach Standards ähnlich wie in Thüringen, sowie einen angemessenen Ausgleich für Nutztierrisse die Weidetierhalter auch wirklich entlasten.
Autor: red
Kommentare
Kritiker2010
15.10.2023, 12:55 Uhr
Bringt mehr Eimer und schickt den Klempner weg!
Dieser Beitrag vom NABU ist geradezu exemplarisch für die Streiche, die uns heutzutage diverse Schildbürger spielen. Statt das Problem zu beseitigen, möchte man es aufrecht erhalten, um dann eine möglichst ineffiziente und gleichermaßen ineffektive "Lösung" vorzuschlagen. Zum Vergleich siehe meine Überschrift.
Hauptsache das romantisch verklärte Narrativ vom bösen Menschen (= Kapitalismus, Industrie und Weltuntergang) und dem lieben Wolf (= gesunde Natur) bleibt bestehen.
Der Wolf ist nun aber für unsere Kulturlandschaft nicht notwendig und er findet hier auch keinen Platz mehr.
Das Problem lässt sich ganz einfach lösen. Der Wolf braucht einen Zaun, nicht alle anderen Tierbestände oder die Menschen. Man lässt ja auch keine Gewaltverbrecher frei herum laufen und empfiehlt unschuldigen Menschen, sich zu verstecken und einzuschließen - also zumindest in Staaten mit funktionierendem Rechtssystem.
grobschmied56
15.10.2023, 23:12 Uhr
Tja, Kritiker 2010 - im Grunde ...
... haben Sie Recht! Aber tatsächlich ist die Meinung mancher Politiker genau so, wie Sie es zuletzt beschreiben.
In der Tat drehen diese Menschen die Fakten so verkehrt herum, daß einem die Hosenträger bluten ...
Vor einiger Zeit schrieb mal ein Kommentator vom Wolf als 'verfolgtes und bedrohtes Tier'. Natürlich kompletter Schwachsinn, aber es gibt allzu viele Traumis, welche solchen Murks tatsächlich glauben. Vor allem natürlich in den großen Städten, wo man in der Innenstadt kaum Angst vor Wölfen oder Problembären haben muß, allenfalls vor solchen mit zwei Beinen.
Die Sorge um die armen bedrohten Wölfchen in Deutschland ist völlig unbegründet. Sie stehen beileibe nicht am Rand der Ausrottung.
Ganz im Gegentum! Lag 2013 die Zahl der Paare/Rudel mit eigenem Territorium noch unter 40, so hat die Zahl bis 2022 fast exponentiell zugenommen. Die Zählung 2022 ergab über 200 Paare/Rudel mit festem Revier.
(Quelle: Wikipedia, Artikel Wölfe in Deutschland)
Wenn also ein paar besonders vorwitzige und aggressive Tiere geschossen werden, ist die Art keineswegs bedroht.
Das hatte übrigens auch schon vor Jahren WWF betont:
'Schon auf Grund seines riesigen Verbreitungsgebietes über ganz Nordamerika und Nord-Eurasien sei der Wolf zu keiner Zeit im Bestand bedroht gewesen'.
R_U_Offended?
16.10.2023, 07:14 Uhr
Richtig so...
Der Wolf sollte nicht einfach mal so nebenbei zum Abschluss freigegeben werden.
Landwirte, die sich einen Dreck um ihre Tiere scheren, setzen auch alles in Herdenschutz. Aber da sieht man wieder, dass die Viehhaltung einfach nur Geldmacherei ist. Der Großteil der "Nutz"Tiere in Deutschland leben schon unter schlimmsten Bedingungen, warum sollte man sich also dafür einsetzen, dass sie wenigstens in Sicherheit sind?!
Die, die ihre Tiere nachts auf der Weide lassen, sind doch selbst schuld, wenn die Tiere gerissen werden.
Anders als der Mensch, mit seiner verschwenderischen Ader, und den Massen an Fleisch, die tagtäglich weggeworfen werden, holt sich der Wolf nur das was er braucht.
Er ist halt nicht dumm, er holt sich das was nicht weg rennt oder geschützt ist. Leichte Beute.
Aber liebe Leute, wozu gibt es denn Herdenschutzhunde. Klar, Ausbildung erfordert etwas Zeit und Geld, lohnt sich aber.
R_U_Offended?
16.10.2023, 10:21 Uhr
Ach Grobschmied....
... Haben Sie denn nicht gelernt, dass Wikipedia keine vertrauenswürdige Quelle ist? Würde die Recherche, an Ihrer Stelle, da nochmal wiederholen.
Wer sich wirklich über Wölfe und Wolfsvorkommen informieren will, sollte vielleicht mal einen Blick auf die Seite vom DBBW werfen.
diskobolos
16.10.2023, 11:21 Uhr
Wölfe oder nicht Wölfe
Die Angst des Menschen vor dem Wolf steckt tief in ihm drin, gefördert durch die Grimm-Brüder und die Werwolf-Legenden. Mit Fakten lässt sich das kaum begründen.
Verglichen mit anderen Gefahren ist der Wolf zu vernachlässigen. Es werden wohl mehr Menschen im Wald durch abbrechende Äste erschlagen oder Jäger durch ihre eigene Waffe erschossen als durch Wölfe verletzt. Genau genommen erinnere ich mich nicht an einen einzigen Fall, dass in D ein Mensch von einem Wolf angefallen wurde (im Gegensatz z. B. zu Hunden. Wir erinnern uns . . .) Vermutlich haben schon unsere Vorfahren mehr Wölfe gegessen als umgekehrt. Selbst für kleine Kinder ist es viel gefährlicher auf die Straße zu gehen als in den Wald.
Wölfe fressen bei uns vor allem Rehe und Hirsche. Und da kommen wir zur ökonomischen Seite: Der Schaden, der durch Verbiss und Schälen der Rinde durch Schalentiere verursacht wird, ist vermutlich um ein Vielfaches größer als der durch gerissene Weidetiere.
Am Ende läuft es auf einen Kompromiss raus: In bestimmten Fällen sollten Wölfe geschossen werden, aber eine Ausrottung der Art ist weder nötig noch sinnvoll.
free Gigi
16.10.2023, 13:25 Uhr
"Nachtruhe vor Herdenschutz: Wolf hat leichtes Spiel"
ich möchte hier mal ein aktuelles Beispiel dieses Wahnsinns zitieren:
"Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens in Münster hat kürzlich entschieden, dass die zum Herdenschutz eingesetzten Hunde einer Landwirtin nachts eingesperrt werden müssen. Anwohner hatten sich über ihr anhaltendes Bellen beschwert. "
Den Rest des Urteils und des Artikel kann jeder selbst recht einfach nachschlagen.
grobschmied56
16.10.2023, 14:21 Uhr
Wikipedia ist nicht immer ...
... zuverlässig. Ist im Prinzip richtig. Tatsächlich sind so einige Veröffentlichungen ideologisch eingefärbt. Man hätte auch die Zahlen vom Bundesamt für Naturschutz nehmen können. Die sagen aber auch nichts wesentlich anderes.
Zitat:'Neben den 157 Rudeln sind 27 Wolfspaare sowie 19 sesshafte Einzelwölfe für das Monitoringjahr 2020/2021 bestätigt. Im vorhergehenden Monitoringjahr 2019/2020 wurden 131 Rudel, 45 Paare und neun Einzelwölfe nachgewiesen (aktualisierter Stand vom 30.11.2021).'
Quelle: Bundesamt für Naturschutz.
Tatsache ist, die Wolfspopulation in Deutschland ist in stetiger Zunahme begriffen.
So ziemlich der einzige Feind, welchen der Wolf in D. hat, ist der Straßen- und Schienenverkehr.
Es gibt auf der Erde Tierarten, welche tatsächlich stark bedroht oder schon nahezu ausgestorben sind. Wölfe zählen nicht dazu.
grobschmied56
16.10.2023, 14:56 Uhr
Kleiner Nachtrag noch für R_U_Offended? ...
... lesen Sie einfach mal die Liste der 'Einzelnachweise' am Ende des von Ihnen als unseriös bemäkelten Artikels über 'Wölfe in Deutschland'.
Nicht weniger als 17 Quellennachweise dort beziehen sich auf die von Ihnen genannte Quelle DBBW. Daneben gibt es Beiträge des NABU und verschiedener Bundesämter für Umwelt und Naturschutz. Allzu unglaubwürdig scheint mir das Ganze demnach nicht zu sein.
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