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Fr, 17:00 Uhr
19.04.2024
Landratskandidaten 2024 stellen sich vor

Wahlkampf am Kyffhäuser

Am gestrigen Abend lud die IHK in den Burghof am Kyffhäuser zu einer Podiumsdiskussion der Landratskandidaten 2024 ein. Neben der amtierenden Landrätin Antje Hochwind-Schneider stellten sich drei weitere Kandidaten dem zahlreich erschienenen Zuhörern und Vertretern aus Politik und Wirtschaft vor…

Podiumsdiskussion auf den Burghof am Kyffhäuser: v.re.n.li. Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD); Andreas Hartung-Schettler (AfD); Sven Oesterheld (parteilos-tritt für die CDU an); Moderator Eric Marr (Foto: Eva Maria Wiegand) Podiumsdiskussion auf den Burghof am Kyffhäuser: v.re.n.li. Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD); Andreas Hartung-Schettler (AfD); Sven Oesterheld (parteilos-tritt für die CDU an); Moderator Eric Marr (Foto: Eva Maria Wiegand)


Eric Marr, Moderator der Podiumsdiskussion, bat die Kandidaten:

  • Amtsinhaberin Antje Hochwind-Schneider (SPD)
  • Sven Oesterheld (parteilos tritt für die CDU an)
  • Andreas Hartung-Schettler (AfD)

sich dem Publikum vorzustellen. Dafür wurden jeweils 60 Sekunden angesetzt.

Antje Hochwind-Schneider (SPD) ist 52 Jahre alt, Mutter und Ehefrau. Sie hat ein abgeschlossenes Studium in BWL und Verwaltungsbetriebswirtschaft. Engagiert sich seit ihrer Jugend ehrenamtlich und schon früh in der Kommunalpolitik. Von 2005 bis 2012 war Antje Hochwind-Schneider im Ferienpark Feuerkuppe, in Straußberg, Geschäftsführerin. Seit dem Jahr 2012 ist sie Landrätin des Kyffhäuserkreises.

Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) (Foto: Eva Maria Wiegand) Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) (Foto: Eva Maria Wiegand)


Sven Oesterheld (parteilos tritt für die CDU an) kommt aus Berka/Sondershausen. Er ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Derzeit ist er Ehrenamtskoordinator beim DRK-Kyffhäuserkreis und dort unter anderem verantwortlich für Ausbildung, Jugendamt und Ehrenamt. In den insgesamt 30 Jahren beim DRK hat er viele positive Erfahrungen gemacht. Sven Oesterheld braucht ein Team um sich herum. Er bezeichnet sich als Teamplayer.

Landratskandidat Sven Oesterheld (parteilos tritt für die CDU an) (Foto: Eva Maria Wiegand) Landratskandidat Sven Oesterheld (parteilos tritt für die CDU an) (Foto: Eva Maria Wiegand)


Andreas Hartung-Schettler (AfD) ist 48 Jahre alt. Er hat sein Studium als Dipl. Kaufmann abgeschlossen und ist selbstständig. Hartung-Schettler absolvierte den Wehrdienst und verbrachte ein Jahr in den USA, kam dann zurück in den Kyffhäuserkreis und sieht diesen als seine Heimat an. Er ist Kreistagsmitglied im Kyffhäuserkreis.

Landratskandidat Andreas Hartung-Schettler (AfD) (Foto: Eva Maria Wiegand) Landratskandidat Andreas Hartung-Schettler (AfD) (Foto: Eva Maria Wiegand)


Zu den Themen „Infrastruktur, Fachkräfte, Bürokratie, Tourismus und Wirtschaft“ wurden die Kandidaten befragt. Dafür hatten sie jeweils 90 Sekunden Zeit zu antworten.

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Auf die Frage, wie der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) attraktiver gestaltet werden kann, antworteten die Kandidaten:

Andreas Hartung-Schettler: Alte Menschen müssen die Möglichkeit haben aus ihren Dörfern per Bus bzw. Bahn in die Stadt zu kommen. Dies wird jedoch durch die Politik, welche immer häufiger auf den Verzicht von Autos setzt, immer schwieriger. Trotzdem wäre es sehr kostspielig alle Ortschaften anzuschließen.

Landrätin Hochwind-Schneider: Der Fokus liegt auf der Energiewende. Jeder Ort muss täglich mehrmals angefahren werden, damit die Mobilität für die Menschen in den Ortsteilen nicht zum Problem wird. 5 Millionen Euro wurden für den ÖPNV im vergangenen Jahr ausgegeben. Vor Jahren waren es noch 2 Millionen. Die Preissteigerungen, aber auch der Personalmangel machen sich im Nahverkehr bemerkbar.

Sven Oesterheld: Der parteilose Landratskandidat begründete den lückenhaften Nahverkehr im Kyffhäuserkreis mit dem Anstieg des Personalmangels und bemängelte das Nahverkehrsmanagement, welches zwar den Schulbusverkehr abdecken würde, aber nur bedingt Busse über den Schulbusverkehr hinaus einsetze. Er plädierte für neue Lösungsansätze und Wege.

Thema Fachkräfte und Bürgergeld:

"Um Berufe attraktiver zu machen muss es eine direkte Ansprache geben. Damit Menschen in unsere Region kommen bzw. in unserer Region bleiben, bedarf es mehr Anstrengung seitens der Industrie und Wirtschaft. Weiterbildungsmaßnahmen und gute Angebote für Familien müssen her", erklärte Sven Oesterheld. Das
Bürgergeld hält der parteilose Kandidat für keinen guten Anreiz arbeiten zu gehen. Ausgenommen von seiner Aussage sind kranke Menschen, die nicht arbeiten können.

„Das Thema Fachkräftemangel ist nicht neu und wir arbeiten seit langem mit dem Arbeitsamt, der Industrie und Wirtschaft zusammen, um Menschen in Arbeit zu bringen, ihnen gute Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen und sie in der Region zu halten. Für den Erhalt und Neubau von Schulen, Turnhallen und Berufsschulen wurden in den vergangenen Jahren 130 Millionen Euro investiert. Menschen müssen finanziell abgesichert sein, damit sie ihr Leben gestalten können, dazu gehört auch das Bürgergeld", betonte die amtierende Landrätin.

„Wenn das Bürgergeld so hoch ist, wie ein Lohn, dann ist dies kein Anreiz mehr arbeiten zu gehen. Das Bürgergeld muss gesenkt werden, damit es sich lohnt zu arbeiten. Ausländische Fachkräfte benötigen wir in Deutschland nicht. Sie werden unsere Probleme nicht lösen - Fachkräfte machen wir selber", sagte der AfD-Kandidat Andreas Hartung-Schettler.

Das Thema Tourismus führte zu einer kontroversen, aber sachlichen Diskussion.

Für die Landrätin Hochwind-Schneider ist der Tourismus im Kyffhäuserkreis eine Wertschöpfung für die Region, welche kontinuierlich ausgebaut werden muss. Auch über Kreisgrenzen hinaus. Gemeinsam mit dem Landkreis Nordhausen wurde der Tourismusverband Südharz Kyffhäuser e.V. im Jahr 2015 gegründet, um für die Tourismusregion Südharz Kyffhäuser zu werben. Mittlerweile zählt der Verband 120 Mitglieder. Siebzig Kampagnen wurden bereits verwirklicht.

Sven Oesterheld möchte den Tourismusstandorten durch kostenfreie Parktickets und einem besseren Marketingkonzept mehr Attraktivität verleihen.

Der AfD Kandidat sieht den Tourismus zwar als Aushängeschild für den Kyffhäuserkreis, aber schreibt ihm mit lediglich drei bis vier Prozent der Wirtschaftskraft keine große Bedeutung zu. Vielmehr müssten Industrie und Wirtschaft gestärkt werden. Anstatt weitere Windparks zu bauen, plädiert Hartung-Schettler für Atomkraftwerke für die Region.

Auch über den Abbau der Bürokratie in den Verwaltungen und schnelleres, flexibleres Arbeiten und über bessere Lösungen im allgemeinen wurde diskutiert.

Nach 90 Minuten endete eine kontroverse, aber sehr sachliche Wahlveranstaltung.

Wer sich nun für den Posten des Landrates/ der Landrätin im Kyffhäuserkreis qualifiziert und am 26. Mai als Siegerin oder Sieger hervorgeht, hängt ganz von den Wählerinnen und Wählern ab.
Eva Maria Wiegand

Unterstützer der Podiumsdiskussion waren die Wirtschaftsinitiative Bad Langensalza WI LSZ; der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft BVMW; die Industrie- und Handelskammer IHK; die Kreishandwerkerschaft Kyffhäuserkreis/ Unstrut-Hainich und der Nordthüringer Unternehmerverband NUV.
Autor: emw

Kommentare
A-H-S
19.04.2024, 19.04 Uhr
Neutrale Darstellung
Wie gewohnt eine journalistisch neutrale Darstellung durch die KN. Danke.

Eine Ergänzung von meiner Seite: Auf die Frage, wie das Energieproblem zu lösen sei, war die Antwort: "Um günstigen und zuverlässigen Strom für Bewohner und Industrie zu erhalten, würde ich am liebsten in ein Atomkraftwerk investieren."
Dass dies momentan kein umsetzbares Vorhaben ist, sollte allen klar sein - ich dachte, der Aussage genug ironischen Ton beigemessen zu haben.
El loco
19.04.2024, 20.28 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Na guck. Da Spekulieren wir doch einfach mal nicht.
El loco
19.04.2024, 21.44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Es wurde doch alles dazu gesagt.
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