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Fr, 14:20 Uhr
04.04.2025
Sondershausen vor 80 Jahren

In Gedenken an einen historisch dunklen Tag

Vor 80 Jahren, am 8. April 1945, wurde die Stadt Sondershausen aus der Luft bombardiert und bei dem schrecklichen Angriff Teile der Stadt zerstört. Anlässlich dieses Jahrestages fand heute Vormittag eine Gedenkkranzniederlegung mit Bürgermeister Steffen Grimm an der Glocke vor dem ehemaligen Kali-Klubhaus in der Güntherstraße statt...

In Gedenken an die Bombardierung von Sondershausen kamen Zeitzeugen und interessierte Sondershäuser zur Gedenkstunde mit Bürgermeister Steffen Grimm (links).   (Foto: Janine Skara) In Gedenken an die Bombardierung von Sondershausen kamen Zeitzeugen und interessierte Sondershäuser zur Gedenkstunde mit Bürgermeister Steffen Grimm (links). (Foto: Janine Skara)


Der Einladung waren einige Sondershäuser gefolgt, die zum Teil diesen dunklen Tag in der Geschichte der Stadt Sondershausen miterlebt haben.

Bürgermeister Steffen Grimm gedachte am 80. Jahrestag der Bombardierung von Sondershausen den Opfern der Zerstörung (Foto: Janine Skara) Bürgermeister Steffen Grimm gedachte am 80. Jahrestag der Bombardierung von Sondershausen den Opfern der Zerstörung (Foto: Janine Skara)


Einer davon ist der Vater von Bürgermeister Grimm. Er selbst wurde einen Tag vor der Bombardierung geboren. Dies war auch der Grund, warum die Gedenkstunde vier Tage vorverlegt wurde. Zugleich nahm Bürgermeister Grimm den Geburtstag seines Vaters zum Anlass, um an einem Tag, der mit Angst, Verzweiflung und Schrecken im Gedächtnis vieler älterer Sondershäuser bleibt, auch Hoffnung zu finden.

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„Ich freue mich sehr, dass heute, 80 Jahre später, auch mein Vater, der damals, als die Bomben fielen, einen Tag alt war, mit dabei ist als lebendes Beispiel, dass trotz allen Leids, Tod und Zerstörung auch noch so etwas wie Hoffnung bestand. Hoffnung auf neues Leben und auf eine Zukunft“, sagte Grimm.

Am 8. April 1945 und dem anschließenden zweitägigen Artilleriebeschuss starben fast 200 Menschen in Sondershausen. Von insgesamt 1545 Gebäuden in Sondershausen wurden 624 zerstört oder beschädigt. 750 Wohnungen gingen verloren.

Der Luftangriff begann um 17.30 Uhr und endete rund anderthalb Stunden später. Von 152 gestarteten Bombern mit insgesamt 221 Tonnen Bombenlast trafen 97 Maschinen mit 113 Tonnen Spreng- und Brandbomben die Stadt Sondershausen. Die übrigen Bomber verfehlten Sondershausen und griffen stattdessen Nordhausen, Sangerhausen und die Ortschaft Dachwig an. Dass nicht alle Maschinen Sondershausen erreichten, war trotz des grauenhaften Ausmaßes des Angriffs wohl Glück im Unglück und bewahrte Sondershausen so vermutlich vor der vollständigen Zerstörung. Nicht alle Opfer konnten gefunden werden, sondern blieben unter den Trümmern vermisst.

„Weil es diese Zeitzeugen von damals, die Zeugen der Ereignisse und der Gefühle, die mit diesem Tag unweigerlich einhergingen, bald gar nicht mehr geben wird, kommt dem Gedenken eine immer größere Bedeutung zu.

Wir gedenken heute allen Sondershäuserinnen und Sondershäusern, die bei diesen grauenhaften Ereignissen im April 1945 in unserer Stadt ums Leben gekommen sind in der Hoffnung, dass sich so etwas niemals wiederholt, niemals wiederholen darf“, mahnte Bürgermeister Grimm.

Am Dienstag, den 8. April 2025, werden in Gedenken an die anderthalb Stunden Bombardierung in der Zeit zwischen 17.30 Uhr bis 18.50 Uhr nacheinander die Glocken aller Kirchen in Sondershausen und den Ortsteilen läuten. Beginnend mit der evangelische Pfarrkirche St. Georg in Bebra, folgen in Sondershausen die Kirchen in Jechaburg, Stockhausen, St. Elizabeth und in der Trinitatiskirche.
In Gedenken an einen historisch dunklen Tag vor 80 Jahren (Foto: Janine Skara)
In Gedenken an einen historisch dunklen Tag vor 80 Jahren (Foto: Janine Skara)
In Gedenken an einen historisch dunklen Tag vor 80 Jahren (Foto: Janine Skara)
In Gedenken an einen historisch dunklen Tag vor 80 Jahren (Foto: Janine Skara)
In Gedenken an einen historisch dunklen Tag vor 80 Jahren (Foto: Janine Skara)
Autor: emw

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Kommentare
Maybach
04.04.2025, 20:55 Uhr
8. April 1945
Sowohl bei Sondershausen, als auch bei Dachwig sollte man drei, respektive zwei Tage vor deren Einnahme durch die U.S. Truppen, auch über Sinn und Unsinn einer groß angelegten Bombardierung diskutieren, da hier keine kriegswichtige Industrie bestand, oder ein KZ-Außenlager vorhanden war.

Der folgende Artilleriebeschuss hingegen, unterstützend zur Einnahme der Stadt durch Bodentruppen war schlimm genug, aber taktisch durchaus nachvollziehbar.
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