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Mi, 08:00 Uhr
09.07.2025
Coaching auf der Koppel

Von Pferden und Menschen

Seit über fünf Jahrtausenden leben Mensch und Pferd Seite an Seite. Auf dem Straußberg machen sich zwei umtriebige Damen die enge Bindung zwischen Mensch und Tier zu Nutzen um anderen dabei zu helfen, sich selber besser zu verstehen…

Auf dem Straußberg bieten Julia und Franziska Köhler seit 8 Jahren pferdegestütztes Coaching an (Foto: agl) Auf dem Straußberg bieten Julia und Franziska Köhler seit 8 Jahren pferdegestütztes Coaching an (Foto: agl)

Pferde begleiten den Menschen seit vorhistorischer Zeit, sie waren Arbeitskräfte, Transportmittel, wertvoller Besitz und Statussymbol, Partner in Sport und Wettkampf und über die Jahrtausende steter Begleiter in Krieg und Frieden. In die Auseinandersetzungen der Menschen werden sie heute glücklicherweise eher selten hineingezogen, was bleibt ist der Ausritt hoch zu Ross in die Natur als Hobby, der Sport und für manchen sicher auch weiter der Status.

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Nach all der langen Zeit hat das Aufgabenfeld der edlen Vierbeiner in den letzten Jahren allerdings auch einige Erweiterungen erfahren. Pferde werden heute häufig zu Therapiezwecken eingesetzt und auch im „Coaching“ für Teams und Führungskräfte haben die Tiere ihren Platz gefunden. Im kleinen Straußberg bieten Franziska und Julia Köhler diese etwas andere Art der Fortbildung an. Verwandt sind die beiden nicht, seit acht Jahren aber als Duo in Sachen pferdegestütztes Coaching aktiv. „Pferde sind uns in vielerlei Hinsicht ähnlich, vor allem im Sozialverhalten. Sie suchen Freundschaften und enge Bindungen und regeln ihren Platz in der Herde. Als Fluchttiere haben sie naturgemäß aber auch eine sehr fein ausgeprägte Wahrnehmung mit der wir uns nicht messen können. Ein Pferd ist wertneutral und lässt sich nicht von Äußerlichkeiten beeindrucken. Für die Tiere gibt es keinen Schein der trügen könnte, sie reagieren so auf den Menschen, wie er ist.“, sagt Franziska Köhler, die seit 15 Jahren professionell mit den Tieren arbeitet.

Julia (links) und Franziska dienen als Übersetzer zwischen Mensch und Tier und sorgen auch für den "Alltagstransfer" des Erlebten (Foto: agl) Julia (links) und Franziska dienen als Übersetzer zwischen Mensch und Tier und sorgen auch für den "Alltagstransfer" des Erlebten (Foto: agl) Im Coaching macht man sich genau das zu Nutze, das Tier wird zum Spiegel für den Menschen. „Wir hatten schon Menschen hier, die sind mit dem Oberklasse-Wagen vorgefahren und haben den großen Chef gegeben. Der Auftritt wirkt beim Pferd aber nicht. Wenn da nur Fassade ist, dann bekommt das Tier das mit und verhält sich entsprechend. An der Leine kommt es dann vielleicht nicht mit, wird überdreht oder zutraulich. Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich und individuell. Daraus kann man Schlüsse ziehen und nach ein paar Stunden mit dem Tieren an der frischen Luft nimmt jeder etwas für sich selbst und seinen Alltag mit“, sagt Julia Köhler, die auf den viereinhalb Hektar Land auch Pferdezucht betreibt.

Selbstwert, Selbstvertrauen, Kompetenzen herausarbeiten, Stärken finden und nutzen - das sind die Ziele im Coaching, sowohl im Team als auch in der Einzelbetreuung. „Was wir hier machen ist kein Wendy-Wochenende auf der Koppel. Es wird nicht geritten, nicht gestriegelt und kein Stall ausgemistet unser Ansatz ist klar strukturiertes, systemisches Coaching auf wissenschaftlicher Basis. Im Vorfeld stehen immer konkrete Anfragen mit daraus folgende Indikationen. Vor Ort gibt es eine Einführung und ein erster Gang auf die Koppel mit anschließenden Teamaufgaben und Einzelübungen“, erläutert Franziska Köhler. Im direkten Kontakt mit den Pferden dienen die beiden Coaches als „Übersetzer“ zwischen Mensch und Tier und interpretieren das gezeigte Verhalten von Vier- und Zweibeiner. Viele Bausteine finden aber auch ohne Pferd statt, dieser „Alltagstransfer“ sei unerlässlich für den Erfolg, sagt das Duo. Und der stellt sich meist ein, die Resonanz der Teilnehmer sei überwiegend positiv, selbst wer sich nicht an die Pferde herantraut, nimmt aus dem Erlebnis und der Beobachtung der anderen häufig Erkenntnisse mit nach Hause.

Gearbeitet wird individuell oder je nach Absprache in Gruppen von 12 bis 20 Menschen und mit rund einem dutzend Pferden. Da man am liebsten an der frischen Luft arbeitet, liegt die Haupt-Saison zwischen Mai und September aber auch für die kältere Jahreszeit hat man in Nordhausen eine Ausweichmöglichkeit. Wer neugierig ist findet mehr zum pferdegestützen Choaching im Netz, etwa auf der Seite von Julia Köhler.
Angelo Glashagel
Autor: red

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