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Mi, 12:30 Uhr
27.08.2025
Gedanken eines Lesers

Der vergessene Stein

Vielleicht erinnern Sie sich noch an einen Artikel, der am 8.Juli dieses Jahres unter der Überschrift „Eine Oase des Fiederns und der Stille" in den Kyffhäuser Nachrichten erschienen ist...

"Der vergessene Stein" (Foto: Wolfgang Lehmann) "Der vergessene Stein" (Foto: Wolfgang Lehmann)


Darin beschreibt der Autor den Sondershäuser Hauptfriedhof, darunter seine Gedenksteine und Denkmale. Einen Stein hat er damals bewußt ausgelassen, weil er meinte, nicht genug Informationen zu haben.

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Gleich neben „Sandras Blumenwelt“, steht unter einem Baum ein Gedenkstein. Einem aufgesetzten Schriftzug ist zu entnehmen, dass im Juni 1946 im Schersental drei Unbekannte aufgefunden wurden.

Wer waren Sie?
Waren es späte Kriegsopfer?
Waren es aus Osteuropa Vertriebene, auf der Suche nach einer neuen Heimat?
Oder waren sie gar Opfer eines Gewaltverbrechens?

In der Tageszeitung „Thüringer Volk“ Nr.35 vom 04.Juni 1946 findet man einen Artikel mit der Überschrift: “Leichenfund in Sondershausen - Drei Männer auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes ausgegraben".

Im Artikel heißt es weiter: „Auch hier hat sich wieder gezeigt, mit welcher Scheußlichkeit die Nazis und ihre Militaristen gegen Andersdenkende vorgegangen sind. Millionen und aber Millionen sind in KZ- Lagern und Zuchthäusern langsam zu Tode gequält worden. Auch im Falle dieser drei Männer war es ähnlich. „Geschehen ist dies: In der Kaserne Sondershausens durch eine entmenschte Offiziersclique und deren Helfer.“

Wenn man vom Zeitpunkt der Auffindung dreizehn Monate zurückrechnet, kommt man zu dem Ergebnis, daß sich diese Gräuel kurz vor Kriegsende abgespielt hat und man fragt sich: Warum?

Namen kann auch ich ihnen heute nicht nennen. Aber vielleicht sollten wir bei einem Friedhofsbesuch einmal vor diesen Stein treten und ihrer gedenken.
Wolfgang Lehmann
Autor: emw

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