Fr, 14:50 Uhr
21.11.2025
Gedanken von Wolfgang Lehmann
Man kann mal träumen
In dieser Woche wurde bekannt, das Milliardenprojekt der Deutschen Bahn, Stuttgart 21 wird auch im Jahr 2026 nicht fertig. Ich war erschrocken, aber auch froh. Man hat das Projekt nicht abgebrochen, sondern geht von einer späteren Eröffnung aus...
Da ich öfter einmal mit der Deutschen Bahn verreise, habe ich darin ein Zeichen erkannt, dass man davon ausgeht, dass die DB auch in ferner Zukunft noch ein beliebtes Reiseunternehmen sein wird. Das hat mich so beeindruckt, dass ich einen visionären Traum hatte. Heute stehe ich etwas früher auf als gewöhnlich, denn ich habe mir etwas vorgenommen.
Nach dem Duschen und einem Frühstück verlasse ich die Wohnung und gehe zum Sondershäuser Hauptbahnhof. Am Fahrkartenautomaten in der einstigen Wartehalle kaufe ich mir eine Fahrkarte zum Geschling und zurück. Schon mit der Eröffnung der Bahnlinie Erfurt nach Nordhausen im Jahr 1869 nutzten Schulklassen und Wandergruppen mit dem Wanderziel Possen die Bedarfshaltestelle Zollhaus im Geschling und nutzten das ebenfalls darin befindliche Gasthaus für eine Einkehr. Da ich bis zur Abfahrt des Zuges noch Zeit habe, gehe ich an den einstigen Fahrkartenschalter.
Dort ist jetzt ein Kiosk und ich kaufe mir eine Flasche Wasser. Man kann dort auch eine warme Bockwurst oder andere Snaks kaufen. In der ehemaligen Gepäckausgabe befindet sich ein kleiner Blumenladen. Die digitale Infosäule ist vom Bahnhofvorplatz in den Warteraum gezogen und aus einem Automaten kann man die heutige Thüringer Allgemeine entnehmen.
In einem vom Bahnhofsvorplatz separat betretbaren Raum gibt es wechselnde Ausstellungen, z. B. von Sonderhäuser Künstlern. Dort werden auch Infobroschüren zu Veranstaltungen in der Stadt bzw. auch zur Stadt selbst angeboten.
Dann steige ich in den eingefahrenen Zug nach Erfurt. Im Geschling, das dauerte etwa fünf Minuten, steige ich schon wieder aus. Nicht alle Züge halten hier. Meiner schon und außerdem weiß der Zugführer, dass ich eine Karte zum Geschling und zurück zum Hauptbahnhof gekauft habe. Einen Feldweg entlang laufe ich hinüber zur Straßenauffahrt zum Possen und gehe jetzt in den Wald hinein.
Über den Schanzenweg gelange ich zum Margaretenblick. Ich bestaune den geologischen Aufschluss. Wir sehen hier die oberste Schicht des vor etwa 240 Millionen Jahren abgelagerten Muschelkalkes. Ich stochere in kleineren Abbrüchen in der Hoffnung, ein Fossil zu finden. Andere waren schneller.
Nach einem Schluck aus der Wasserflasche laufe ich weiter entlang des Schanzenweges, bis dieser In die Goldleite einmündet. Hier gehe ich jetzt hinunter zur B4. Vor dem Bahnübergang gibt es hier eine Fußgängerbedarfsampel und ich gelange ungefährdet in das gegenüberliegende Waldstück. Darin befindet sich mein nächstes Ziel, die Schneckenfarm.
Hier werden Weinbergschnecken gezüchtet. Das will ich mir mal anschauen. Es kommt noch besser. Ich kann sogar eine kleine Portion probieren. Richtig zubereitet, schmecken die sogar gut. Ein Teil dieser Schnecken wird nach Frankreich exportiert. Ein anderer Teil wird an das neue Hotel im ehemaligen Jägerhaus des Schlosses geliefert.
Von der Schneckenfarm aus laufe ich wieder zum Fußgängerübergang an der B4. Jetzt gehe ich über den Radweg in Richtung Bebra. Nach einer Weile erreiche ich die Margaretenquelle. Sie speist den Fluss Bebra und versorgt seit Jahrhunderten die Sondershäuser mit Trinkwasser. Außerdem hat sie viele Wassermühlen getrieben. Wegen des stark gestiegenen Bedarfs wird das Wasser der Margaretenquelle heute mit dem Wasser aus Thüringer Talsperren gemischt und in Rohrleitungen in die Haushalte geführt. Vor Ort steht ein Automat und ich kann einen kühlen Schluck des klaren Wassers der Quelle genießen.
Doch jetzt muss ich wieder zum Haltepunkt am Geschling zurück. Der Zug aus Richtung Erfurt wird in einigen Minuten kommen und mich zum Hauptbahnhof zurückbringen. Mit an Bord ist jetzt eine Kühlbox mit Weinbergschnecken für das Restaurant auf dem Schloss. Ein Mitarbeiter der Farm hat sie zum Zug gebracht und sie auf einen extra eingerichteten Platz gestellt. Auf dem Bahnhof angekommen sehe ich schon den kleinen Lieferwagen des Schlossrestaurants. Der Fahrer entnimmt die Kiste und quittiert mit einem Scanner deren Empfang. Dann braust er los. Ich laufe auch los in Richtung Stadtzentrum. Nach etwa zehn Minuten bin zu Hause und zufrieden denke ich über diesen schönen Tag nach.
Wolfgang Lehmann
Autor: emwDa ich öfter einmal mit der Deutschen Bahn verreise, habe ich darin ein Zeichen erkannt, dass man davon ausgeht, dass die DB auch in ferner Zukunft noch ein beliebtes Reiseunternehmen sein wird. Das hat mich so beeindruckt, dass ich einen visionären Traum hatte. Heute stehe ich etwas früher auf als gewöhnlich, denn ich habe mir etwas vorgenommen.
Nach dem Duschen und einem Frühstück verlasse ich die Wohnung und gehe zum Sondershäuser Hauptbahnhof. Am Fahrkartenautomaten in der einstigen Wartehalle kaufe ich mir eine Fahrkarte zum Geschling und zurück. Schon mit der Eröffnung der Bahnlinie Erfurt nach Nordhausen im Jahr 1869 nutzten Schulklassen und Wandergruppen mit dem Wanderziel Possen die Bedarfshaltestelle Zollhaus im Geschling und nutzten das ebenfalls darin befindliche Gasthaus für eine Einkehr. Da ich bis zur Abfahrt des Zuges noch Zeit habe, gehe ich an den einstigen Fahrkartenschalter.
Dort ist jetzt ein Kiosk und ich kaufe mir eine Flasche Wasser. Man kann dort auch eine warme Bockwurst oder andere Snaks kaufen. In der ehemaligen Gepäckausgabe befindet sich ein kleiner Blumenladen. Die digitale Infosäule ist vom Bahnhofvorplatz in den Warteraum gezogen und aus einem Automaten kann man die heutige Thüringer Allgemeine entnehmen.
In einem vom Bahnhofsvorplatz separat betretbaren Raum gibt es wechselnde Ausstellungen, z. B. von Sonderhäuser Künstlern. Dort werden auch Infobroschüren zu Veranstaltungen in der Stadt bzw. auch zur Stadt selbst angeboten.
Dann steige ich in den eingefahrenen Zug nach Erfurt. Im Geschling, das dauerte etwa fünf Minuten, steige ich schon wieder aus. Nicht alle Züge halten hier. Meiner schon und außerdem weiß der Zugführer, dass ich eine Karte zum Geschling und zurück zum Hauptbahnhof gekauft habe. Einen Feldweg entlang laufe ich hinüber zur Straßenauffahrt zum Possen und gehe jetzt in den Wald hinein.
Über den Schanzenweg gelange ich zum Margaretenblick. Ich bestaune den geologischen Aufschluss. Wir sehen hier die oberste Schicht des vor etwa 240 Millionen Jahren abgelagerten Muschelkalkes. Ich stochere in kleineren Abbrüchen in der Hoffnung, ein Fossil zu finden. Andere waren schneller.
Nach einem Schluck aus der Wasserflasche laufe ich weiter entlang des Schanzenweges, bis dieser In die Goldleite einmündet. Hier gehe ich jetzt hinunter zur B4. Vor dem Bahnübergang gibt es hier eine Fußgängerbedarfsampel und ich gelange ungefährdet in das gegenüberliegende Waldstück. Darin befindet sich mein nächstes Ziel, die Schneckenfarm.
Hier werden Weinbergschnecken gezüchtet. Das will ich mir mal anschauen. Es kommt noch besser. Ich kann sogar eine kleine Portion probieren. Richtig zubereitet, schmecken die sogar gut. Ein Teil dieser Schnecken wird nach Frankreich exportiert. Ein anderer Teil wird an das neue Hotel im ehemaligen Jägerhaus des Schlosses geliefert.
Von der Schneckenfarm aus laufe ich wieder zum Fußgängerübergang an der B4. Jetzt gehe ich über den Radweg in Richtung Bebra. Nach einer Weile erreiche ich die Margaretenquelle. Sie speist den Fluss Bebra und versorgt seit Jahrhunderten die Sondershäuser mit Trinkwasser. Außerdem hat sie viele Wassermühlen getrieben. Wegen des stark gestiegenen Bedarfs wird das Wasser der Margaretenquelle heute mit dem Wasser aus Thüringer Talsperren gemischt und in Rohrleitungen in die Haushalte geführt. Vor Ort steht ein Automat und ich kann einen kühlen Schluck des klaren Wassers der Quelle genießen.
Doch jetzt muss ich wieder zum Haltepunkt am Geschling zurück. Der Zug aus Richtung Erfurt wird in einigen Minuten kommen und mich zum Hauptbahnhof zurückbringen. Mit an Bord ist jetzt eine Kühlbox mit Weinbergschnecken für das Restaurant auf dem Schloss. Ein Mitarbeiter der Farm hat sie zum Zug gebracht und sie auf einen extra eingerichteten Platz gestellt. Auf dem Bahnhof angekommen sehe ich schon den kleinen Lieferwagen des Schlossrestaurants. Der Fahrer entnimmt die Kiste und quittiert mit einem Scanner deren Empfang. Dann braust er los. Ich laufe auch los in Richtung Stadtzentrum. Nach etwa zehn Minuten bin zu Hause und zufrieden denke ich über diesen schönen Tag nach.
Wolfgang Lehmann
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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