eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 12:37 Uhr
27.01.2026
Zu wenige Anmeldungen in Oberspier

Stadt prüft Kita-Schließung

Die Stadt Sondershausen verzeichnet seit mehreren Jahren einen deutlichen Rückgang der Geburtenzahlen. Und, in vielen Kitas gibt es nach städtischer Einschätzung einen erheblichen Sanierungsstau. Die Kita „Rasselbande“ in Oberspier könnte deshalb geschlossen werden...

In die Kita in Oberspier gehen nur wenige Kinder.  (Foto: Janine Skara) In die Kita in Oberspier gehen nur wenige Kinder. (Foto: Janine Skara)
Die Stadt Sondershausen verzeichnet seit mehreren Jahren einen deutlichen Rückgang der Geburtenzahlen. Diese Entwicklung deckt sich mit den Ergebnissen der Kita-Bedarfsprognose, die im Jahr 2020 im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt wurde und eine jährliche Prognose der Kinderzahlen bis 2030 enthält. Bereits damals zeichnete sich ab, dass die Nachfrage nach Kita-Plätzen langfristig sinken wird.

Neben den sinkenden Kinderzahlen verzeichnet ein Großteil der Einrichtungen einen erheblichen Sanierungsstau. Eine dieser Kitas ist die Kita „Rasselbande“ in Oberspier. Mit aktuell drei Erzieherinnen und nur 15 belegten von 24 genehmigten Plätzen, liegt die Zahl der aktuell betreuten Kinder deutlich unter ihrer Kapazität. Mit der Einschulung im Sommer, bleiben nur noch 11 Kinder in der Einrichtung – neue Anmeldungen liegen bislang nicht vor. Dies hat auch pädagogische Nachteile: „Die Kinder können nur unzureichend auf ihr Alter ausgelegte pädagogische Angebote wahrnehmen und verbringen nicht genügend Zeit mit Gleichaltrigen – Aspekte, die für die frühkindliche Entwicklung und die Vorbereitung auf die Schule von großer Bedeutung sind.

Vor diesem Hintergrund fand am Montag, den 26. Januar, ein Informationsgespräch über die angedachte Schließung der Kita „Rasselbande“ mit dem pädagogischen Personal sowie den betroffenen Eltern statt. Dabei informierte die Stadtverwaltung über die Entwicklung der Kinderzahlen, die Prognosen, die bestehenden Rahmenbedingungen sowie mögliche Perspektiven. Ziel war eine frühzeitige, transparente Information und der persönliche Austausch vor weiteren Entscheidungen.

Anzeige symplr (1)
Im Mittelpunkt aller Überlegungen steht für die Stadt Sondershausen das Wohl der Kinder und ihrer Familien. Wichtig ist, dass Eltern frühzeitig Sicherheit erhalten und für ihre Kinder auch künftig eine verlässliche, qualitativ hochwertige Betreuung gewährleistet bleibt. Im Fall einer Schließung werden individuelle Lösungen gemeinsam mit den Familien erarbeitet.

Die Kinder können – in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung – in Kindertageseinrichtungen ihrer Wahl wechseln. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass alle pädagogischen Fachkräfte weiterhin beschäftigt bleiben und – sofern gewünscht – in anderen städtischen Einrichtungen eingesetzt werden können.

In der nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Sondershausen wurde am 20. Januar umfassend über die Entwicklung der Kinderzahlen, die Ergebnisse der Bedarfsprognose sowie die daraus resultierenden Herausforderungen und Handlungsoptionen informiert.

Aktuell stehen im Stadtgebiet und in den Ortsteilen insgesamt 927 genehmigte Betreuungsplätze zur Verfügung. Demgegenüber lag die durchschnittliche Auslastung im Jahr 2025 bei 772 belegten Plätzen. Für die kommenden Jahre wird eine weiter sinkende Auslastung prognostiziert. Mit Beginn des Kindergartenjahres im September 2026 verlassen etwa 180 Vorschulkinder die Einrichtungen. Die Zahl der betreuten Kinder sinkt damit stadtweit von rund 715 Kindern im September 2025 auf etwa 649 Kinder im September 2026.

Vor diesem Hintergrund passt die Stadt ihre Kapazitäten bereits seit 2021 systematisch an. In der Kernstadt wurde die Platzkapazität von ursprünglich 711 auf aktuell 677 Plätze reduziert, in den Ortsteilen von 261 auf 250 Plätze. Langfristig ist bis 2030 eine weitere Anpassung vorgesehen. Insgesamt sinkt die städtische Gesamtkapazität von 972 Plätzen im Jahr 2020 über 927 Plätze im Jahr 2024 auf perspektivisch 745 Plätze im Jahr 2030.

Um auf sinkende Kinderzahlen verantwortungsvoll zu reagieren, wurden bereits bei Anmeldungen und im Zuge von Umbau- und Neubauprojekten Anpassungen vorgenommen, unter anderem durch eine Reduzierung von Plätzen. Ziel war und ist es, mögliche Schließungen nach Möglichkeit zu vermeiden und gleichzeitig ein hochwertiges Betreuungsangebot sicherzustellen.

Mit den Kitas „Schlossparkspatzen“ und „Käthe Kollwitz“ wurden in den vergangenen Jahren zwei Einrichtungen vollständig nach aktuellen Standards modernisiert. Zusätzlich entsteht mit der Kita „Anne Frank“ derzeit ein kleinerer moderner Ersatzneubau. Bei allen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen wurden bewusst sogenannte Platz-Puffer eingeplant, um bei einem unerwarteten Anstieg der Kinderzahlen flexibel reagieren zu können. Ziel ist es, hochwertige und zukunftsfähige Betreuungsangebote vorzuhalten und zugleich dauerhaft nicht ausgelastete Strukturen zu vermeiden.

„Sondershausen investiert weiterhin gezielt in seine Kinder“, betont Bürgermeister Steffen Grimm. „Die umfangreichen Investitionen in moderne Kitas und die kontinuierliche Erneuerung von Spielplätzen zeigen deutlich: Unser Fokus liegt auf einer hochwertigen Betreuung – angepasst an die tatsächlichen Bedarfe.“

Mareen Biedermann, Fachbereichsleiterin für Kinder, Jugend und Sport der Stadtverwaltung Sondershausen, beobachtet die Entwicklung der Kinderzahlen bereits seit mehreren Jahren sehr genau. „Wie in vielen Kommunen ist auch bei uns ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Darauf haben wir frühzeitig reagiert und unsere Kita-Planungen schrittweise angepasst. Unser Fokus liegt dabei klar auf Qualität statt Quantität. In den vergangenen Jahren wurden Millionenbeträge in die Modernisierung bestehender Kitas, den Neubau zeitgemäßer Einrichtungen sowie in die kontinuierliche Erneuerung von Spielplätzen investiert“, sagt sie.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)