Di, 15:58 Uhr
27.01.2026
Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus
Sondershausen putzt Stolpersteine
In Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fand heute in Sondershausen eine Gedenkaktionen statt, die bereits Tradition hat. Stolpersteine wurden wieder zum Glänzen gebracht...
Bürgermeister Steffen Grimm (parteilos) beteiligte sich am Vormittag gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sowie mit dem Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e. V. an einer Putzaktion der Stolpersteine in der Innenstadt.
Auch Landtagsabgeordneter Stefan Schard (CDU) sowie zahlreiche engagierte und interessierte Bürger nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Ziel der Aktion war es, die im Gehweg verlegten Gedenksteine von Schmutz und Patina zu befreien und sie damit wieder stärker im Stadtbild sichtbar zu machen.
Gemeinsam gegen das Vergessen: Der Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e. V. hatte zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltung und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium zur gemeinsamen Stolpersteinputzaktion eingeladen. (Foto: Janine Skara)
Die Stolpersteine erinnern an ehemalige jüdische Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. In Sondershausen sind bislang 33 Stolpersteine verlegt. Auch diese vergleichsweise geringe Zahl zeigt die ganze Bandbreite des Grauens, das sich hier vor Ort abgespielt hat, erklärte Dr. Carolin Schäfer, Leiterin des Schlossmuseums, in ihren Worten vor Beginn der Reinigungsaktion.
Nach aktuellem Forschungsstand seien mindestens zehn jüdische Menschen aus Sondershausen deportiert und in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet worden, darunter auch Opfer von Auschwitz. Andere seien durch Verfolgung in den Suizid getrieben oder auf der Flucht und durch die erzwungene Entwurzelung ums Leben gekommen. Das Unrecht des Nationalsozialismus hat nicht nur in den großen Städten stattgefunden, sondern direkt vor unserer eigenen Haustür, so Schäfer.
Zugleich wies die Schlossmuseumsleiterin darauf hin, dass die historische Aufarbeitung fortgesetzt werde. Weitere jüdische Familien aus Sondershausen seien bekannt, deren Schicksale noch erforscht werden. Geplant seien zudem Projekte zur Digitalisierung der Stolperstein-Recherchen, um die biografischen Informationen künftig leichter zugänglich zu machen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger seien eingeladen, sich an der weiteren Recherche zu beteiligen.
Unser Auftrag ist es, nicht zu vergessen. Erinnerung bedeutet, wach zu bleiben gegenüber Unrecht, Ausgrenzung und Hass. Sie bedeutet, die Schicksale der Opfer sichtbar zu halten, sagte Dr. Carolin Schäfer.
Autor: redBürgermeister Steffen Grimm (parteilos) beteiligte sich am Vormittag gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sowie mit dem Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e. V. an einer Putzaktion der Stolpersteine in der Innenstadt.
Auch Landtagsabgeordneter Stefan Schard (CDU) sowie zahlreiche engagierte und interessierte Bürger nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Ziel der Aktion war es, die im Gehweg verlegten Gedenksteine von Schmutz und Patina zu befreien und sie damit wieder stärker im Stadtbild sichtbar zu machen.
Gemeinsam gegen das Vergessen: Der Förderkreis Schloss und Museum Sondershausen e. V. hatte zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltung und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium zur gemeinsamen Stolpersteinputzaktion eingeladen. (Foto: Janine Skara)
Nach aktuellem Forschungsstand seien mindestens zehn jüdische Menschen aus Sondershausen deportiert und in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet worden, darunter auch Opfer von Auschwitz. Andere seien durch Verfolgung in den Suizid getrieben oder auf der Flucht und durch die erzwungene Entwurzelung ums Leben gekommen. Das Unrecht des Nationalsozialismus hat nicht nur in den großen Städten stattgefunden, sondern direkt vor unserer eigenen Haustür, so Schäfer.
Zugleich wies die Schlossmuseumsleiterin darauf hin, dass die historische Aufarbeitung fortgesetzt werde. Weitere jüdische Familien aus Sondershausen seien bekannt, deren Schicksale noch erforscht werden. Geplant seien zudem Projekte zur Digitalisierung der Stolperstein-Recherchen, um die biografischen Informationen künftig leichter zugänglich zu machen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger seien eingeladen, sich an der weiteren Recherche zu beteiligen.
Unser Auftrag ist es, nicht zu vergessen. Erinnerung bedeutet, wach zu bleiben gegenüber Unrecht, Ausgrenzung und Hass. Sie bedeutet, die Schicksale der Opfer sichtbar zu halten, sagte Dr. Carolin Schäfer.

