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Di, 06:15 Uhr
03.02.2026
BUND fordert Kur für Bäume im Frühjahr

Streusalz wird zum Baumkiller

In vielen Städten und Gemeinden wird angesichts des anhaltenden Frosts großzügig Streusalz eingesetzt – mit Folgen für Bäume, Böden und Gewässer. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt: Vor allem in Kombination mit Trockenheit wird Streusalz zum Baumkiller Nummer Eins und fordert deshalb von den Gemeinde- und Grünverwaltungen eine Intensivkur für die Stadtbäume im Frühjahr...

Die verschneite Stolberger Straße in Nordhausen. (Foto: Archivbild: Landratsamt Nordhausen) Die verschneite Stolberger Straße in Nordhausen. (Foto: Archivbild: Landratsamt Nordhausen)
Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Streusalz ist ein schleichender Tod für Bäume. In Verbindung mit der wiederkehrenden Trockenheit wird es zum Baum-Killer Nummer eins. Wenn die Bäume im Frühjahr besonders viel Wasser für den Blattaustrieb brauchen, ziehen sie statt der benötigten Nährstoffe schädliches Chlorid aus dem Boden. Langfristig beeinträchtigt es das Wachstum und ganze Kronenteile können absterben.“

Was Streusalz mit Boden und Bäumen macht
Streusalz (Natriumchlorid) senkt den Gefrierpunkt von Wasser und verhindert so bis etwa minus zehn Grad Celsius die Eisbildung. Es löst sich im Schmelzwasser, versickert im Boden und reichert sich dort über Jahre an. Die Folge: Der Nährstoffgehalt und die Bodenstruktur verändern sich und die Bäume nehmen im Frühjahr über die Wurzeln zu viel Chlorid auf. Das führt zu langfristigen Laubschäden. Die Bäume bilden Blattrandnekrosen aus – vom Streusalz geschädigte Bäume erkennt man an rostroten Rändern an den Blättern.
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Eine hohe Salzkonzentration im Boden erschwert den Pflanzen auch die Wasseraufnahme. Mit Trockenstress durch ausbleibende Niederschläge entsteht eine fatale Wechselwirkung. Das Wasser, das die Bäume nach dem Frost wieder aufnehmen, enthält in hohem Maße Chlorid und schädigt die Blätter, die ohnehin schon durch die Trockenheit unterversorgt sind. Das Absterben einzelner Kronenpartien oder ganzer Bäume ist dann kaum noch aufzuhalten. Salzlauge verätzt zudem Wurzeln und Rinde – und auch Tierpfoten, die über gestreute Wege laufen müssen.

Was Kommunen jetzt tun müssen
Aus Sicht des BUND müssen Gemeinde- und Grünverwaltungen den massiven Streusalzeinsatz in diesem Winter im Frühjahr aktiv ausgleichen. Konkret fordert der BUND:

  • Eine regelmäßige Intensivkur für Straßen- und Stadtbäume, bei dem vor dem Laubaustrieb im Frühjahr gewässert und bedarfsgerecht gedüngt wird. Das Wasser verringert die Streusalzkonzentration bei der Wasseraufnahme, die Extra-Nährstoffe durch den Dünger sorgen dafür, dass die Bäume weniger von dem schädlichen Chlorid aufnehmen. Da sich das Streusalz über die Jahre im Boden anreichert, ist es sinnvoll, diesen Frühjahrsdienst jedes Jahr durchzuführen.
  • Zusätzlich bodenverbessernde Maßnahmen an stark belasteten Standorten, insbesondere gegen Bodenverdichtung.


"Die Kommunen sollten sich jetzt darauf vorbereiten, ihren Bäumen im Frühjahr etwas Gutes zu tun“, so König. „Wässern und Düngen vor dem Laubaustrieb kann Salzschäden abmildern. Langfristig brauchen wir einen Winterdienst, der Verkehrssicherheit gewährleistet, ohne die Stadtbäume zu ruinieren. Spätestens im Sommer, wenn die Hitze uns wieder zu schaffen macht, freuen wir uns über dichte Laubkronen, die Schatten spenden.“

Was Bürgerinnen und Bürger tun können
Besonders problematisch ist der Einsatz von Streusalz auf Gehwegen, weil die Salzlauge direkt in den Wurzelbereich der Bäume abfließt. Dort richtet sie dramatische Schäden an. Der BUND ruft deshalb alle Anwohnerinnen und Anwohner dazu auf, auf Salz zu verzichten.

König: „Auch wenn es aufwändiger ist: Die klassische Schnee- und Eisbeseitigung mit Schaufel, Besen und Eiskratzer beugt Glätte effektiv vor und ist auch besser für Bäume, Böden und Tierpfoten.“ Vermeintliche Alternativen zu Tausalzen wie Ameisensäure oder Gurkenwasser sind leider auch nur bedingt umweltfreundlich. Ameisensäure ist zwar biologisch abbaubar, verbraucht beim Abbau aber sehr viel Sauerstoff in den Gewässern. Die Folge: ein starker Sauerstoffmangel im Boden. Gurkenwasser wirkt nur über das darin gelöste Kochsalz. Und auch geringere Mengen Salz sammeln sich über Jahre im Boden an.“

Autor: red

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Kommentare
Erpel1311
03.02.2026, 08:51 Uhr
Der böse Bürger
ist also mal wieder Schuld wenn er Salz streut...Aber die Winterdienste ballern das Salz tonnenweise auf die Straßen auch wenn es mal nicht nötig wäre. Aber das bisschen Salz was der Bürger streut ist Schuld das die Bäume eingehen, schon klar....
nohra
03.02.2026, 10:57 Uhr
Der NGO lässt Grüßen
Ganz typisch für diese Zeit
Der Bürger soll seinen Pflichten nachkommen was er schon immer macht.
Das Streusalz wird schon über Jahre verwendet wenn es nötig ist und wird jetzt auf das Versagen der Berliner Regierung zum Feind erklärt.
Marino50
03.02.2026, 11:02 Uhr
Streusalz....
Es sind ja alles gut gemeinte Ratschläge. Aber man kann wirklich machen was man will. Es ist immer falsch.
Wird nicht gestreut oder abgestumpft, ist es falsch bzw ein Versäumnis, weil jeder verpflichtet ist, vor seinem Grundstück für Sicherheit zu sorgen.
Wird etwas unternommen, ist es auch nicht richtig, weil das Mittel nicht passt oder ausverkauft ist.
Was soll denn der Grundstücksbesitzer noch machen.
Wenn sie könnten, würde sicher der Schnee verbrannt werden.
Unsere Großeltern haben früher sogar Asche benutzt. Das geht ja nun heute gar nicht mehr.
Ich denke schon, dass jeder Verantwortliche seiner Streupflicht nachkommt. Schwarze Schafe gibt es immer.
Irgendwann wird es Frühling. Das ist der Lauf der Zeit. Dann wird es Regen geben.
murmeltier
03.02.2026, 12:18 Uhr
BUND, NABU
Nichts gegen das Engagement der Vereine für Naturschutz. Aber manchmal kommt es mir vor, dass die mehr an die Natur als an die Gesundheit der Menschen denken. Drei Krümel Salz auf der Straße und schon ist die Vegetation im Umkreis von 100 Meter in Gefahr. Mein Gott, es ist Winter...
Kaktus-Jack
03.02.2026, 12:18 Uhr
Interessante Kommentare!
In dem Beitrag über das Baumsterben durch Streusalz, konnte ich keine Schuldzuweisung in Richtung Bürger lesen.
Es wurde nur darauf hingewiesen, dass der Einsatz von Sreusalz auf Gewegen schädlich für unsre Bäume ist und es Alternativen gibt. Würde jeder Bürger nach dem Schneeschieben, den Gehweg durch sparsamen Einsatz von Splitt oder Kies abstumpfen, wäre schon viel positives getan. Der massenhafte Einsatz von Splitt oder Kies würde wiederum die Abflüsse in die Kanalisation verstopfen.
Fazit: Mit Köpchen und Augenmaß wäre alles halb so problematisch.
Noch eine Bemerkung zu dem Schreiber des BUND.
Ist der BUND heute noch so naiv, das man tatsächlich an die angeregte KUR der Bäume im Frühjahr glaubt?
Es werden doch noch nicht einmal Neuanpflanzungen über die ersten Wochen hinaus, mit Wasser versorgt.
Wyatt Earp
03.02.2026, 13:41 Uhr
Artikel noch mal lesen
Als besonders problematisch empfindet der BUND Baumspezialist den Einsatz von Streusalz auf den Gehwegen. Und die unterliegen nun mal in der Masse der Räumpflicht durch die Eigentümer (Bürger). Die wenigsten von denen haben eine Kiesgrube im Garten oder einen 3 to Kieshaufen dort liegen. Asche gibt es auch kaum noch, heizen mit Holz oder Kohle ist heute schließlich ein Kapitalverbrechen. Bleibt also nur wegkratzen. Da wünsche ich bei einer fest getretenen Eisfläche oder Eisregen schon mal viel Spass.

Der Baumspezialist lebt vermutlich nicht in meiner Streupflicht-Welt. Außerdem hätte er sich den Artikel sparen können. Es gibt schon seit Wochen im Einzelhandel keine nennenswerten Streusalzmengen mehr.
Erpel1311
03.02.2026, 13:49 Uhr
@ Kaktus-Jack
Also ist das Streusalz nur auf dem Gehweg schädlich nicht aber auf der Straße? Oder wie soll ich das jetzt verstehen?
Ja, mit den Neuanpflanzungen und dem wässern da haben Sie wohl recht.
diskobolos
03.02.2026, 16:25 Uhr
Dass Salz schädlich für Bäume ist,
weiß man doch schon sehr lange. Manchmal ist es aber nötig. Aber auch dann sollte man sparsam damit umgehen. Eine Tonne reicht übrigens für 25 km Straße.
Auch Sand oder Split sollte man sich als Hausbesitzer rechtzeitig besorgen . . .
Lautaro
03.02.2026, 17:35 Uhr
1998 habe ich ungläubig auf den Behälter gestarrt, welcher unter Treppe unseres....
Mehrfamilienhauses verborgen war. Darin war Asche, welche aus DDR-Zeiten mit der Ofenfeuerung noch übrig war.
Und diese Asche hat den Bewohnern dieses Blocks einen erfolgreichen Weg ohne Verletzungen ermöglicht. Zum Einkaufen, zum Arzt und anderen wollüstigen Veranstaltungen.
Diese Asche hat viele Jahre Knochenbrüche verhindert....glauben sie mir das !
M. Bergmann
03.02.2026, 18:21 Uhr
Wieviel Bäume hat der Killer Streusalz in Nordhausen gekillt?
Gibt es dazu belastbare Zahlen? Und bitte nicht die ganzen Trockenheitsopfer dem Salz zuschieben. Oder alles wie Klima, Salz, Smog und CO2 durcheinander mixen, wie das heute gern gemacht wird. Die Allee Bäume in meiner Straße haben bestimmt mehr als hundert Jahre auf dem "Buckel" und leben noch. Und wenn wirklich mal einer das Zeitliche segnet, könnte man da nicht einen neuen jungen Baum pflanzen? Was haben hier manche Mitbürger für Probleme?
undCO
04.02.2026, 08:21 Uhr
Na dann kommt mal nach Ost
.... zum Mäusetal, dort wird an den Brücken Salz gestreut als gäbe es kein morgen. Dazu kommt noch der Rössingsbach, in welchem das alles landet. Will man hier etwa die Flora und Fauna bewusst zerstören? Für Hunde und anderes Getier ist es eine Zumutung, manchmal sollte weniger mehr sein. Und im übrigen, wir Anwohner dürfen kein Salz streuen, merkt ihr was?
rasska86
04.02.2026, 08:48 Uhr
Gestern 03. Februar..
minus 3 Grad, trockene Straße, vor mir fährt Streufahrzeug der TSI und streut Salz... völliger Blödsinn.
Gestern Abend 21 Uhr Ortslage Heiligenstadt, MA des Bauhofs räumen Gehwege und streuen Salz bzw Lauge. Kein Fußgänger weit und breit auch in der Nacht nimmt der Fußgänger Verkehr nicht zu, außerdem schneits in der Nacht weiter.... Also völlig unsinnig. Da wunderts nicht, dass der Salzverbrauch so hoch ist. Das ist einfach deletantisch .
Marco Müller-John
04.02.2026, 19:43 Uhr
.....dort gepflanzt
Da die Bäume von der Kommune an diesen Stellen gepflanzt wurden, stellen sich doch eher folgende Fragen:
1. Richtiger Standort ?
2. Richtige Baumart ?
3. veranschlagte Lebensdauer im Bezug auf Wurzel- und Kronenprofil ?
4. Perspektivischer Pflegeaufwand ?

Eine ordentliche Vorplanung ersetzt die vom BUND beschriebenen notwendigen Maßnahmen.

Also Planungsfehler nachträglich durch die beschriebenen Maßnahmen noch zu honorieren, ist doch mehr als fraglich.

Beispiel in Nordhausen: die häufig verendeten Sumpfeichen in der Rautenstrasse, Windkanal, Hanglage, 1000 Jahre Siedlungsschutt und versiegelte Oberflächen.
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