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So, 13:09 Uhr
08.02.2026
ADAC fordert transparente Bedingungen

Extrakosten durch Abos im Auto

Datenzugriff, Navigation, Infotainment: Viele Funktionen in Fahrzeugen sind heute nur noch gegen Bezahlung verfügbar. Der ADAC hat in Kooperation mit der Fachzeitschrift c’t eine Marktanalyse zu den verschiedenen Abo-Modellen durchgeführt und stellt fest: Verbraucher werden oft nicht ausreichend über die Kosten und die Laufzeiten aufgeklärt...

Zudem verfolgt fast jeder Hersteller eine individuelle Strategie, was die Vergleichbarkeit erschwert. Hersteller bieten als digitalen Service zum Beispiel den Remote-Zugriff auf Fahrzeugdaten an, wobei je nach Marke verschiedene Funktionen zur Verfügung stehen. Hierzu gehören beispielsweise die Standortabfrage aus der Ferne oder die Steuerung der Klimaanlage via App. Diese Services sind häufig für mehrere Jahre gratis: Bei Skoda profitieren die Kunden drei Jahre lang kostenlos von diesen Funktionen, bei Audi und Opel werden Autofahrer ganze zehn Jahre versorgt. Kunden von Nio müssen sogar das gesamte Fahrzeugleben lang nicht für diese Funktionen bezahlen.

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Auch für Navigation und einige Funktionen des Infotainments müssen Autofahrer nach einer gewissen kostenlosen Laufzeit inzwischen bezahlen: BMW verlangt nach drei Freimonaten 9,98 Euro im Monat, bei Mercedes-Benz bezahlen die Kunden nach drei kostenlosen Jahren bis zu satten 329 Euro im Jahr. Komplett im Dunkeln stehen die Kunden von Renault: Hier sind die Preise nach Ablauf der kostenlosen Phase im Jahr 2027 noch gar nicht bekannt. Volvo wiederum kündigt an, seine Kunden erst kurz vor Ablauf der vierjährigen Gratisphase informieren zu wollen.

Der Marktvergleich zeigt, dass es ein großes Gefälle innerhalb der Herstellerlandschaft hinsichtlich der Abo-Gestaltung gibt. Verbraucher haben nur unter großem Aufwand die Möglichkeit, die tatsächlichen Kosten der digitalen Dienste über die Lebensdauer ihres Fahrzeuges realistisch einzuschätzen.

Der ADAC empfiehlt besonders Käufern von jungen Gebrauchtwagen, dass sie sich vor dem Vertragsabschluss über den aktuellen Status der digitalen Dienste an Bord informieren. Viele Funktionen könnten nur noch für wenige Monate kostenlos sein oder sind vielleicht sogar schon abgelaufen. In jedem Fall gilt es, sich gut über das Kosten- und Abomodell des jeweiligen Herstellers zu informieren. Auch sollten sich Käufer von Gebrauchtwagen schriftlich dokumentieren lassen, welche digitalen Funktionen dauerhaft im Kaufpreis enthalten sind. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, die kostenpflichtigen Funktionen generell zu hinterfragen: Braucht man sie wirklich dauerhaft und könnte nicht auch eine kostenpflichtige App eines Drittanbieters eine vergleichbare Leistung bringen?

Fahrzeughersteller sollten aus Sicht des ADAC klarer kommunizieren, wie lang welche Funktionen kostenfrei zur Verfügung stehen und welche Folgekosten anfallen. Ein Fahrzeug wird meist für mehrere Jahre gefahren, weshalb Kunden eine langfristige Kostenperspektive benötigen. Auch sollten Abos von einem Eigentümer zum nächsten übertragbar sein, um Wertverlust zu minimieren. Funktionen, die zur Sicherheit und zuverlässigen Nutzung des Fahrzeuges beitragen, müssen über den gesamten Lebenszyklus des Autos kostenfrei zur Verfügung stehen. Zudem sollten Hersteller Schnittstellen anbieten, die Drittanbietern einen sicheren und standardisierten Zugriff auf wichtige Fahrzeugdaten ermöglichen.
Autor: red

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Kommentare
P.Burkhardt
08.02.2026, 22:13 Uhr
also...
für Navi und Streaming- oder Park-Dienste im Auto kann ich diese Abo-Varianten ja nachvollziehen (die Hersteller kaufen die Dienste von Drittanbietern ein),

wer das nicht will nutzt halt google-maps und zahlt selbst an spotify und co.

aber:

BMW verlangte zuletzt für die Freischaltung der Sitzheizung Gebühren 😂 und Mercedes für die Distronic - das ist schon irgendwie frech, wenn man bei der Bestellung das Kreuzchen bei den Features gesetzt und bereits dafür bezahlt hat...

Manche Dienste der Auto-Hersteller bieten auch einen echten Mehrwert für den Nutzer... und ja, wenn er die haben will muss er halt dafür bezahlen....

Ich finde es nur schwierig für Ausstattungsmerkmale in Form eines Abos zu bezahlen, die ich mir bei der Bestellung ausgesucht und bezahlt habe, die also eingebaut sind und nur mit einem Haken in irgendeiner Software freigeschaltet werden müssen.... genau diese Debatte führe ich gerade mit den Blau-Weißen in München....

Bei den Chinesen (und auch bei Tesla) gibt es das meines Wissens nach nicht.... da ist alles (mehr oder weniger gut) enthalten... und auch die OTA-Updates funktionieren, ohne dass man das extra buchen (und bezahlen) müsste... Vermutlich müssen da die deutschen Hersteller ein wenig von ihrem hohen Ross runter kommen - andererseits: Deutsche Qualität hat halt ihren deutschen Preis - das müsste doch eigentlich den Meisten hier gefallen, oder ?
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