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Fr, 08:30 Uhr
20.02.2026
Kraniche auf Zwischenrast in der Goldenen Aue

Banger Blick gen Himmel

In der Region sind die ersten Kraniche auf ihrem Rückflug aus ihren wärmeren Überwinterungsgebieten zu beobachten. Mit Sorge blickt man auf den Vogelgrippeausbruch im Kyffhäuserkreis...

Derzeit sind viele Kraniche auf ihrem Rückflug in den Norden.  (Foto: Archivbild: Peter Blei) Derzeit sind viele Kraniche auf ihrem Rückflug in den Norden. (Foto: Archivbild: Peter Blei)
In typischer Keilformation ziehen die Kraniche derzeit wieder über die Region. Noch im vergangenen Herbst waren die Bestände durch die Vogelgrippe stark geschwächt. Vielerorts blieb das charakteristische Rufen aus. Es waren kaum Vögel am Himmel zu sehen.

Aktuell legen einige Hundert Kraniche eine Zwischenrast in der Region ein. Während sie im Herbst auf dem Weg in den Süden teils länger in der Goldenen Aue verweilen, bleiben sie zu Jahresbeginn nur kurz. „Die Tiere machen lediglich ganz kurz Zwischenstation auf dem Weg aus dem Süden, etwa aus Südfrankreich oder Spanien, in ihre Brutgebiete an der Ostsee“, erklärt Astrid Koschorrek, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes. Der Brutdruck sei hoch, die Vögel wollten rasch in ihre Reviere zurückkehren.
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Der Helmestaussee ist kein Brutgebiet für den Kranich, sondern nur Rastgebiet im Herbst, weil der künstliche See dann abgelassen wurde und kaum Wasser hat. Jedes Jahr im Herbst machen hier bis zu 50.000 Kraniche Halt und den Stausee Kelbra damit zum drittgrößten Kranichrastplatz in Deutschland.

Sorge wegen neuer Vogelgrippe-Fälle
Mit Sorge wird derzeit auf den Ausbruch der Geflügelpest in einem Putenmastbetrieb im Kyffhäuserkreis geblickt. Die Ursache für den Ausbruch der Tierseuche ist bisher ungeklärt. Seit September 2025 sind in Deutschland und auch Thüringen verstärkt Geflügelpestnachweise durch das HPAI-Virus vom Subtyp H5N1 zu verzeichnen. Aktuelle Fälle bei Wildvögeln in Thüringen zeigen, dass das Virus sich noch in der Umwelt befindet. Das teilte gestern das Thüringer Gesundheitsministerium mit. „Wir hoffen natürlich, dass die Kraniche gesund aus dem Süden zurückkehren“, so Koschorrek. Eine Tragödie wie im Herbst wolle man nicht noch einmal erleben, so Koschorrek.

Zwischen Oktober und Dezember waren rund um den Helmestausee Tausende tote Kraniche geborgen worden. Allein auf dem Gebiet von Mansfeld-Südharz wurden etwa 6.000 tote Tiere gezählt. Weitere 277 tote Kraniche registrierte das Veterinäramt in Nordhausen, 150 das Amt im Kyffhäuserkreis.

In den Veterinärämtern in Nordhausen und Sangerhausen wird die Entwicklung des aktuellen Vogelgrippeausbruchs aufmerksam beobachtet. Derzeit bestehe jedoch noch kein akuter Handlungsbedarf, hieß es aus beiden Landratsämtern.

Deutschland wichtiges Brutgebiet
Nach Angaben von Kranichschutz Deutschland erstreckt sich das Brutgebiet des in Europa vorkommenden Graukranichs von Nordwestdeutschland über Skandinavien, das Baltikum, Polen, die Ukraine, Belarus und Russland bis nach Asien. Isolierte Populationen gibt es zudem in England, den Niederlanden und Frankreich.

Deutschland zählt mit fast 12.000 Brutpaaren zu den wichtigsten Brutländern Europas. Rund 5.000 Paare brüten in Mecklenburg Vorpommern, etwa 3.320 in Brandenburg. Weitere Vorkommen gibt es unter anderem in Niedersachsen mit 1.500 Paaren, in Sachsen-Anhalt mit 821, in Schleswig-Holstein mit 550 und in Sachsen mit 360. In kleineren Beständen mit jeweils weniger als 50 Brutpaaren sind Kraniche zudem in Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Thüringen, Baden Württemberg und Hessen heimisch.

Länderübergreifendes Kranichprojekt
Künftig soll der Kranich rund um den Stausee stärker in den Fokus rücken. Geplant ist erstmals ein länderübergreifendes Bundeskranichprojekt, wie Astrid Koschorrek ankündigte. Bereits seit 2013 bemühe man sich um die Umsetzung sowie um entsprechende Fördermittel.

Mit einer Auftaktveranstaltung Ende Februar im Schloss Heringen soll der Grundstein für die Zusammenarbeit zwischen dem Landschaftspflegeverband auf Thüringer Seite und dem Biosphärenreservat in Roßla in Sachsen-Anhalt gelegt werden. Vorgesehen sind unter anderem ein länderübergreifendes Monitoring der Bestände sowie öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Zudem soll im Auleber Schloss ein Kranichinfopunkt eingerichtet werden. Aktuell entsteht in Kelbra ein Kranich-Zentrum.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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