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Mo, 10:45 Uhr
18.05.2026
Ein biografisches Gespräch mit Pfarrer Jürgen Hauskeller

Jesus lebt (e)! Auch im Realsozialismus?

Pfarrer Jürgen Hauskeller wagte es, in der DDR unbequem zu sein und wurde dafür vom Staat verfolgt, von der eigenen Kirche im Stich gelassen. Nächsten Mittwoch spricht er ab 18 Uhr im Bürgerzentrum Cruciskirche in Sondershausen über sein Leben zwischen Verfolgung, Verrat und einem längst überfälligen Vortrag...
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Die Evangelische Akademie Thüringen und der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur laden am 21. Mai um 18 Uhr zu einer besonderen Abendveranstaltung in das Bürgerzentrum Cruciskirche nach Sondershausen ein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die bewegte Lebensgeschichte von Pfarrer Jürgen Hauskeller, der in der DDR durch seine engagierte Arbeit mit jungen Menschen immer wieder in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit und der SED geriet. Pfarrer Hauskeller sah seine Berufung darin, in seiner Gemeinde in Zella-Mehlis, mit christlichen Überzeugungen Menschen am Rande der sozialistischen Mehrheitsgesellschaft zu erreichen. Seine Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde von der Staatssicherheit mit großem Misstrauen beobachtet. Die Stasi überwachte ihn engmaschig und nannte ihn „Hai“. In Zusammenarbeit mit einzelnen Kirchenvertretern schaffte es die Staatsmacht schließlich ihn aus seiner Gemeinde in Zella-Mehlis zu vertreiben, obwohl die dortige Kirchgemeinde erheblichen Widerstand dagegen leistete.

An seinem neuen Wirkungsort forderte er die lokale SED-Führung erneut heraus, als er im Jahr 1977 auf einem Gottesdienstplakat ankündigte, alte Zöpfe abschneiden zu wollen. Auch in Sondershausen sah sich Hauskeller staatlicher Verfolgung ausgesetzt und wurde dabei von seiner Kirche allein gelassen. Erst mit der Einsicht in seine Stasi-Akten 1992, erhielt Jürgen Hauskeller Gewissheit über das Ausmaß der Überwachung. Pfingsten 2025 bat seine Kirche ihn offiziell um Vergebung für das erlittene Unrecht. Es war ein historischer und zutiefst menschlicher Moment von Vergangenheitsbewältigung.

Gemeinsam mit Prof. Friedemann Stengel von der Universität Halle und Regionalbischof Tobias Schüfer wird Jürgen Hauskeller über die Herausforderungen seines Amtes und die tiefgreifenden Konflikte mit der Staatsmacht sowie innerhalb der eigenen Institution sprechen.

Henry Bernhard vom Deutschlandfunk übernimmt die Moderation des Abends.

Die Veranstaltung im Bürgerzentrum in der Crucisstraße 8 beginnt um 18 Uhr und ist für alle Interessierten frei zugänglich. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Autor: red

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