Mit der Anhörung zur Petition der Initiative Bäder in Not rückt die Zukunft der Thüringer Hallenbäder erneut in den Mittelpunkt der Landespolitik. Die mehr als 30 Thüringer Hallenbäder der Initiative Bäder in Not erwarten nun verbindliche Entscheidungen, teilt der Verband der Thüringer Heilbäder mit…
Die seit September 2025 formulierten Forderungen gelten unverändert: Thüringen braucht eine dauerhaft tragfähige Finanzierung seiner Hallenbäder und eine klar benannte politische Verantwortung.
Petition kommt auf 22.776 Unterschriften
Bereits Ende September vergangenen Jahres hatten Vertreter Thüringer Bäder eine gemeinsame Resolution unterzeichnet. Nach ausbleibender Resonanz und einer Demonstration vor dem Thüringer Landtag wurde die Petition mit 22.776 Unterstützerunterschriften am 05. März an Landtagspräsident Dr. Thadäus König übergeben. Die Anhörung ist deshalb ein wichtiger Schritt. Sie muss nun zu konkreten und belastbaren Ergebnissen führen.
Auch die Nordthüringern Hallenbäder und Thermen hatten in der Vergangenheit auf die Petition aufmerksam gemacht und sehen sich in Not (Foto: agl) Die fünf Forderungen bleiben bestehen
Koalitionsvertrag einhalten: Die zugesagte Unterstützung der kommunalen Thüringer Hallenbäder muss umgesetzt werden.
Ausreichend Mittel bereitstellen: Für 2026 und 2027 sind jeweils 30 Millionen Euro zur Sicherung von Betrieb und Erhalt der Hallenbäder erforderlich.
Verbindliche Gespräche führen: Sofortige Gespräche mit Vertretern der Koalitionsfraktionen, um einen abschließenden Vorschlag zum kurzfristigen Erhalt der Thüringer Hallenbäder zu erarbeiten.
Politische Verantwortung klären: Ein Bäderbeauftragter der Landesregierung auf Staatssekretärsebene soll Finanzierung und Bäderkonzeption ressortübergreifend
koordinieren.
Bäderkonzeption 2040 abschließen: Das Land muss die Konzeption bis Ende 2026 fertigstellen und mit einem belastbaren Finanzierungs- und Umsetzungsplan verbinden.
Hallenbäder sind unverzichtbare Daseinsvorsorge
Hallenbäder sichern Schulschwimmen, Schwimmausbildung, Gesundheits- und Vereinssport, touristische Angebote sowie gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig steigen Personal-, Energie- und Materialkosten weiter. Kostendeckende Eintrittspreise sind weder realistisch noch sozial vertretbar. Die Kommunen und Betreiber haben Einsparpotenziale genutzt und ihre Anlagen modernisiert; die strukturelle Finanzierungslücke können sie dennoch nicht allein schließen.
Die Initiative Bäder in Not appelliert an Landtag und Landesregierung: Die Anhörung darf nicht bei der Beschreibung der Probleme stehen bleiben. Jetzt braucht es schnelle und verbindliche Entscheidungen für eine verlässliche Finanzierung, klare Zuständigkeiten und einen konkreten Zeitplan.
Die Anhörung im Petitionsausschuss des Thüringer Landtages findet am 1. September um 15:30 Uhr statt. Sie kann vor Ort sowie per Livestream verfolgt werden.