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So, 09:00 Uhr
06.09.2026
Meine Meinung

Heute geht die Welt unter, oder?

Heute, an diesem zweifelsfrei historischen Sonntag, soll sich nicht nur die Zukunft unseres Nachbarbundeslandes Sachsen-Anhalt entscheiden, sondern mindestens die von Deutschland, vielleicht aber auch der EU, Nato, UN und vielleicht des gesamten Universums. Glaubt man den Blicken in die Medien dieses Planeten…

Bild:
Der Blick in die Glaskugel: Wie wählt Sachsen-Anhalt? (Foto: Anrita auf Pixabay)

Nicht erst seit dem finalen Spurt in Richtung Wahltag, sondern bereits weit davor stellte und stellt sich für mich die Frage: was würden ARD, ZDF und Deutschlandradio, aber auch die prominenten, weil als systemrelevant bezeichneten Medien zu tun haben, wenn es die AfD nicht gäbe?

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Ja, ich weiß, es gibt sie und das ist für die Demokratie in diesem Land auch gut, denn diese Demokratie, also nicht “unsere Demokratie” muss das aushalten. Schließlich hält sie auch das linke und linksextreme Spektrum aus, um das sich der Verfassungsschutz übrigens in einigen Ländern auch seit Jahren kümmert. Abgesehen von den aktuellen Entwicklungen der Anschläge auf Stromleitungen in Berlin und anderswo.

Sind die Entwicklungen um die AfD seit ihrem beständigen Erstarken schon immer ein beliebtes Thema gewesen, so überschlagen sich seit etwa zwei Wochen die Medienmacher im Kampf gegen den scheinbaren Rechtsextremismus, gegen Nazis und Faschismus. Einige alternative Medien sowie konservative Verlautbarungsorgane sind da zwar zurückhaltender, doch der Sturm, der sich gegen die AfD in Sachsen-Anhalt entlädt, ist echt gewaltig. So widmeten sich die angeblich objektiv berichtenden Politmagazine Frontal21, Monitor, Kontraste und Fakt beständig rund die Hälfte ihrer 45 Minuten Sendezeit der blauen Partei. Im Hintergrund immer mit dem Blick auf die mediale “Hinrichtung”.

Das Blöde daran: der Sturm bleibt irgendwie in den Richtfunkstrecken oder Datenleitungen stecken. Er bewegt die Menschen im Zielland überhaupt nicht. Das Gegenteil wird erreicht, die Zustimmungswerte kletterten beständig von Umfrage zu Umfrage.

Das muss die medialen und politischen Blasen doch an den Rand der Verzweiflung treiben. Macht es auch, denn wie kann das einstige “Schlachtschiff” der SPIEGEL nur so eine aberwitzige Titelseite basteln und den Herrn Siegmund als den gefährlichsten Menschen dieses Landes darstellen? Jedem normal denkenden Rezipienten fielen sofort Top-Anwärter auf diesen Titel ein. Der Shit-Sturm jedenfalls in Richtung Hamburger Zentrale war so heftig, dass sich der Chefredakteur zu einer Erläuterung gezwungen sah. Das passiert nicht jede Woche.

Doch die Redaktion des SPIEGEL gibt nicht auf. Roland Nelles fragt in der jüngsten Ausgabe, also die vor dem befürchteten Armageddon, “Wie kann man nur die AfD wählen?”

Die Antwort: Weil die Menschen, die wählen dürfen, es so für sich entschieden haben. Weil sie einen anderen Blick auf ihr Land, auf ganz Deutschland haben. Weil sie die Auswirkungen der handelnden Politelite jeden Tag spüren. Nicht nur an der Zapfsäule. Ja und wen sollen sie denn wählen? Die, die schon immer in wechselnder Zusammensetzung regierten und damit für den Ist-Zustand in ihrem Land, in ihrer Heimat mit verantwortlich sind?

Warum also nicht einmal die “Anderen” ranlassen? Sollen sie doch eine Chance bekommen. Wenn sie die vermasseln, dann sind sie weg vom Fenster der politischen Entscheidungen. Erinnern wir uns: Sachsen-Anhalt stand schon mal im Fokus der deutschen Medien, die - das muss man zugeben - 1994 etwas differenzierter auf die Gesellschaft blickten und sich doch beim Beleuchten der PDS einig waren: alles ehemalige SED-Kader oder Stasizuträger. Die PDS tolerierte damals eine SPD-Geführte Minderheitsregierung.

Oder 2014: Der LINKE Bodo Ramelow wurde im zweiten Wahlgang zum Thüringer Ministerpräsident gewählt und konnte seinen ersten fünf Jahren eine weitere Legislatur anschließen. Allerdings verlief das nicht so reibungslos, denn damals musste auf Anweisung der damaligen Bundeskanzlerin eine erste Wahl rückgängig gemacht werden.

Jetzt also schickt sich die AfD an, ein Bundesland zu “übernehmen”. Schon jetzt laufen die Live-Ticker. Aber schon jetzt bereiten sich auch Polizisten aller Bundesländer auf den 6. September vor. Eine nie dagewesene Situation. Der Grund ist ganz simpel und in dieser Republik ein Novum: Sie müssen das Ergebnis einer demokratischen Wahl schützen. Sie bereiten sich auf ein Szenario vor, das den Sturm des Landtages in Magdeburg mit einschließt. Diejenigen, die sich nicht friedlich mit dem Ausgang der Wahl zufriedengeben wollen, sind die Gegner der Demokratie und zwar “unser aller Demokratie”. Und zu dieser Form der Ur-Demokratie gehört nun auch mal das Hinnehmen einer Niederlage und kein “kleiner Bürgerkrieg”, den Teile der Sicherheitsbehörden in ihr Szenario einplanen sollten. Erst Ende August wurde in der WELT betitelt: “Hier wird der Bürgerkrieg von links angezettelt - da muss man sehr, sehr aufpassen”. Klitze kleine Bemerkung: wo blieben die Reaktionen der Politik auf den mutmaßlichen Säureanschlag auf einen AfD-Stand in Bad Kreuznach?

Ich wünsche unseren Nachbarn in Sachsen-Anhalt eine ruhige Wahl mit einer Entscheidung, die alle Seiten respektieren und mit denen sie künftig friedlich miteinander umgehen können. Wir von den Nordthüringer Online Zeitungen werden ab 17 Uhr mit einem Liveticker über die Wahl und erste Reaktionen berichten.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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Kommentare
Marino50
06.09.2026, 09:16 Uhr
Geht heute die Welt unter?
Es wurden ja gestern wieder genug "Gegner" in Magdeburg, Halle u.a. Städte angekarrt aus ganz Deutschland. Wie naiv muss man sein, um das nicht zu erkennen. Und die Medien verdummen uns noch mit. Glaubt wirklich jemand, dass das alles CDU- und SPD-Anhänger waren? Ich frage mich immer wieder, wer bezahlt diese Leute. Das ist Verdummung der Menschheit.
Ja, Herr Greiner ich stimme Ihrem Artikel zu. Die Staatsoberhäupter soll dafür sorgen, dass keine Anschläge mehr durchgeführt werden. Das kommt von Terroristen und ist Sabotage. Und das sind keine Putinleute, sondern linke Ultras und Klimaterroristen, die so etwas machen. Straßen kleben reicht sicher nicht mehr und kostet ja jetzt auch "Geld-Strafe"
Leser X
06.09.2026, 09:39 Uhr
Es geht nicht die Welt unter, wohl aber die Vernunft
Und ich verstehe auch nicht, warum man den medialen Aufschrei nicht verstehen will. Hier droht nicht weniger, als dass erstmals seit 81 Jahren wieder ein Teil Deutschlands rechtsextrem regiert wird. Das zu bagatellisieren, halte ich für recht verwerflich.
Paul.W
06.09.2026, 09:52 Uhr
So schnell geht die Welt nicht unter.
Ein in vielen Dingen eher zurückgebliebenes Land wird wohl ein bisschen grauer, nationalistischer, rassistischer, kultur- und wissenschaftsfeindlicher. Kein schöner Ort für verschiedene Minderheiten.

An den meisten Themen, die die Menschen bewegen, kann eine Landesregierung ohnehin nicht viel ändern: Weder werden die Renten höher, noch die Mieten und andere Ausgaben niedriger. Die Probleme der langsam aussterbenden Dörfer (Kindergärten, Arztpraxen) werden tendenziell auch eher verstärkt.
Strandläufer
06.09.2026, 09:55 Uhr
Die Welt wird gewiss nicht untergehen
...aber vielleicht ist es eine Chance, dass sich mal was ändert. Ich warte immernoch auf die Antworten bzgl.der mittlerweile uferlosen NGOs in der sich, natürlich hoch dotiert, Angehörige und Freunde tummeln (Klingbeils Frau, Göring-Eckharts Mann,...die Schwiegermutter und Fluchtwagenfahrerin...usw).
Es ist mittlerweile so bodenlos geworden, dass die Ohnmacht wahrscheinlich so groß ist und man sich nicht mehr anders zu helfen weiß.
Stattdass die "demokratischen" Parteien sich mal auf die Wünsche und Sorgen der Menschen besinnen und Lösungen schaffen, geht es nur gegen die AFD.
Die erzwungene Abgaben für den ÖRR sind das nächste Thema. Das erinnert mich sehr an gelenkte Medien zu DDR Zeiten. Das Interview mit dem russischen Botschafter hätte eigentlich jemand anderes führen müssen und lt RF Staatsvertrag hätte es auch für die Wahrung der Meinungsvielfalt zur Primetime auf ARD/ZDF laufen müssen...

Ich frage mich, wann wir komplett falsch abgebogen sind.
Da die AFD leider (!!) die einzig verbliebene Oppositionspartei ist und die CDU keine konservative mehr- wo sollen die Menschen hin, die eben kein "weiter so" wünschen. Selbst mich macht das Ganze mittlerweile ohnmächtig...lauter unqualifizierte Leute in den Entscheiderfunktionen die machen können was sie wollen - es passiert nichts. Spahn ist da das leuchtenste Beispiel. Seine Partyvorliebe musste ich erst mal googeln.

Darum: lasset die Spiele beginnen. Auch wenn ich nie AFD wählen kann, ein bisschen wünsche ich es mir, dass sie mal zeigen können, was sie drauf haben. Schlimmer kann es nicht mehr werden.

Steife Küstengrüße
Kobold2
06.09.2026, 10:35 Uhr
Die Welt
geht sicher nicht unter, aber die Aussagen von B.Witzer und A.Kastner werden mit viel Stolz bestätigt.
?
nur_mal_so
06.09.2026, 14:41 Uhr
Der auch im hier vorausgesagte "Bürgerkrieg" -
- wird doch aber von der AfD und ihren Wählern gewünscht?
Herr Höcke spricht das verklausuliert aus als mit "wohltemperierter Grausamkeit"(...) "den Stall ausmisten", Herr Grauf sprach das unmissverständlicher an: "ich wünsche mir so einen Bürgerkrieg mit Millionen Toten, Frauen, Kindern, egal".
Blutvergießen wird auch regelmäßig von Frau von Storch herbeiorakelt, zuletzt im Zuge der Protestkundgebungen gegen den AfD-Parteitag in Erfurt zum 100. Jahrestag des NSDAP-Parteitages. Anne Cyron schreibt auf telegram ebenfalls "ohne Bürgerkrieg kommen wir aus dieser Nummer nicht mehr heraus".
Unzählige AfD-Wähler äußern sich in social-media-Kommentaren gleichermaßen dahingehend.
Das sind die Leute, die heute in SA gewählt werden.

Und nun beschreibt Herr Greiner den Bürgerkrieg von links.
Er muss da irgendwie falsch abgebogen sein.
einorI-66
06.09.2026, 14:50 Uhr
Nicht Magdeburg, aber Halle
Wo sind wir nur hingekommen. Wenn jemand für etwas demonstriert, das nicht meiner Meinung entspricht, muss ich unterstellen, dass es bezahlte Demonstranten waren? So ein Quark.
Meinungsfreiheit ist doch ganz einfach. Zur eigenen Meinung stehen, aber auch respektieren, dass andere andere Meinungen haben. Und genau damit haben offenbar viele ein Problem. Das ist absolut schade, weil wir so einen sachlichen Diskurs verlernen. Eine Einheitmeinung im Volk schadet uns im Ergebnis nur. Nur, wenn wir aus vielen verschiedenen Meinungen um die besten Ergebnisse "streiten", werden wir besser.
Und ja, auch wenn es nicht denkbar ist: Ich lebe in Nordhausen und bin zu "Halle steht auf" gefahren. Ohne Gehalt, ohne Parteifahne, ohne "Antifa-Reisegemeinschaft". Einfach nur, weil ich meine Haltung zeigen wollte.
der_böhse_onkel
06.09.2026, 18:35 Uhr
Tja, einorI-66
und was hat Ihnen die Mühe am Ende gebracht - Fahr- oder schlimmer Spritkosten! 🤣
Fönix
06.09.2026, 18:42 Uhr
Egal, in welche Richtung
sich die Zehntelprozente am Ende neigen, Gewinner und Verlierer dieser Wahl stehen seit geraumer Zeit fest. Spannung verspricht die Regierungsbildung und die Regierungsarbeit auf jeden Fall, egal wer sich letztendlich den Hut aufsetzt. Für den Fall, das wir in dieser Hinsicht tatsächlich eine Premiere erleben, wünsche ich mir vor allen Dingen eins:
Der Beginn eines grundlegenden Wandels, in dessen Folge wieder mehr Politik für die Menschen und weniger Politik zugunsten des Kapitals gemacht wird.
Wenn dabei endlich das Mysterium aufgeklärt wird, wieso auf der einen Seite der Staat jedes Jahr (!!!) über von uns Bürgern abgepresste Rekordeinnahmen in der Größenordnung von mittlerweile EINTAUSEND MILLIARDEN EURO verfügt und sich auf der anderen Seite in eigentlich allen wichtigen Bereichen (Gesundheit, Bildung, Wirtschaft, innere und äußere Sicherheit, Infrastruktur seien hier nur beispielhaft genannt) ein dramatischer, sich immer weiter verstärkender Niedergang abbildet, wäre das schon ein entscheidender Fortschritt. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass darüber hinaus von der aktuellen Regierung zusätzlich ein "Sondervermögen" von FÜNFHUNDERT MILLIARDEN EURO aufgelegt werden musste, um die Realisierung wichtiger Grundsatzaufgaben überhaupt realisieren zu können, fehlen mir persönlich alle Worte. Wo ist dieser gewaltige Schlund, der scheinbar oder tatsächlich das ganze von uns Bürgern erarbeitete Geld verschlingt? Und wo endet er? Wohin fließen diese gewaltigen Summen? Eine Staatsquote von rund 50 Prozent ist sicher ein erster Ansatzpunkt. Und ich vermute und befürchte, dass der Strandläufer mit seinen Überlegungen bei der Suche nach Antworten auf meine Fragen durchaus auf der richtigen Fährte ist.

Das wiederum wäre dann nach meiner Überzeugung wirklich ein entscheidendes Argument für einen grundsätzlichen Politikwechsel im ganzen Land. Denn so wie derzeit kann es so oder so keinesfalls weitergehen ...
Paul.W
06.09.2026, 22:25 Uhr
@Fönix
Dass die Steuereinnahmen in jedem Jahr steigen (müssen) ist leicht erklärt: die Ausgaben des Staates wachsen aufgrund der Inflation ja auch, z. B. die Gehälter der Lehrer, Ärzte und auch Bauarbeiter. Das Gegenteil von Inflation wäre eine von den Ökonomen gefürchtete Deflation (mit ihrem negativen Einfluss auf die Wirtschaft).
Wofür das Geld ausgegeben wird, kann man in den Veröffentlichung de Bundeshaushalts nachlesen: die größten Brocken sind die Zuschüsse zu den Sozialversicherungen (Gesetzliche Rente, Kranken und Pflegeversicherung), Bildung, Polizei und Verteidigung. Wieviel wofür ausgegeben wird müssen die gewählten Parlamente entscheiden. Wer denn sonst?
Da ließe sich natürlich vieles sparen, z. B. durch Absenken der Renten, Verringerung der Leistungen bei Krankheit, Einführung von Schulgeld oder AB-Maut usw. Aber wer will das schon? Was nicht geht, ist geringere Einzahlungen und höhere Leistungen.

Dass in D Infrastruktur und Bundeswehr in Jahrzehnten kaputt gespart wurden, führte zur Notwendigkeit der sogenannten „Sondervermögen“
P.Burkhardt
06.09.2026, 23:09 Uhr
ja @Fönix....
...richtig erkannt:

751,2 Mrd. gingen im Bundeshaushalt 2025 für Sozialleistungen drauf... also für Menschen die krank sind und nicht arbeiten können oder wollen oder Zuschüsse brauchen. Davon wurden gerade mal 21 Mrd. an Ausländer bezahlt, (stat. Bundesamt) die irgendeinen Anspruch hatten...

Warum glaubt irgendein Wähler der AFD, dass diese verkackten 21 MRD in irgendeiner Form, die Welt in Deutschland retten könnten ?... In Deutschland haben wir auf Jahre hinaus ein Demographie-Problem... und damit verbunden ein Arbeitskräfte-Problem. Wertschöpfung gründet m.M.n. auf drei Produktionsfaktoren: Arbeit, Kapital und Wissen... man muss wissen, was man tut, dafür arbeiten und das Ganze auch bezahlen können. In der VWL, gibt es noch den Faktor Boden, aber das ist anachronistisch, finde ich...

Wir brauchen Innovation, wir brauchen schlaue, motivierte Menschen - vollkommen egal, wo sie herkommen.... und wir brauchen Vertrauen, dass die die sich mit der Gesellschaftsentwicklung beschäftigt haben, mehr Ahnung davon haben, als die, die nur einen kleinen Einblick am Stammtisch haben.
Fönix
07.09.2026, 12:20 Uhr
Ja, @P.Burkhardt&Paul.W, nicht anders habe ich ihre Reaktionen
erwartet. Im üblichen Sprech der nun so dramatisch abgestraften Parteien tragen sie ihre Psalme vor, ohne auch nur ansatzweise auf die tatsächlichen Knackpunkte einzugehen. Mit der Aufzählung allseits bekannter VWL-konformer Grundzusammenhänge langweilen sie mittlerweile den größten Teil der Leserschaft. Dieses Ablenkungsmanöver ist so offensichtlich wie hilflos, die wirklich wichtigen Fakten sprechen eine andere Sprache. Ich nenne da (nur mal als Anschubhilfe) ein paar signifikante Stichworte, die aufzeigen, was neben Standardpositionen (wo man in der tatsächlichen Ausgestaltung im Einzelfall auch geteilter Meinung sein kann!) durchaus in wesentlichem Umfang zu dieser hohen Staatsquote beiträgt:

versicherungsfremde Leistungen in der gesetzlichen Sozialversicherung
>
die Differenz zwischen den eigentlich unzulässigen Ausgaben in diesem Bereich z. B. für Bürgergeldempfänger und dem eigentlich als Ausgleich gedachten Steuerzuschüssen aus dem Bundeshaushalt liegt je nach Berechnungansatz im mittleren zweistelligen Milliardenbereich. JEDES JAHR!! Rechnen sie das mal nur für die letzten 25 Jahre aus. Diese gewaltige Summe haben allein die Beitragszahler getragen!!!

z.T. sprunghaft gestiegene Ausgaben für aufgeblähte politische Strukturen (wofür braucht so ein kleines Bundesland wie Thüringen mittlere Strukturen wie das Landesverwaltungsamt?!), für NGO&Co., Stiftungen, Anstalten, "Zentralen", Leitungsebenen der Sozialversicherungsträger und nachgeordneter Einheiten (man denke nur an den AWO-Skandal, wo die Leitungsebene Geschäftsbereiche auslagerte, um höhere Gehälter zahlen zu können!) oder auch die Öffentlich-Rechtlichen, die nach meiner Wahrnehmung weit davon entfernt sind, ihrem gesetzlich vorgegebenen Anspruch der politischen Neutralität auch tatsächlich gerecht zu werden ...

Wie gesagt, das erhebt bei Weitem nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll sie nur animieren, sich mal ernsthaft und umfassend mit der Materie auseinanderzusetzen. Was sie hier bisher vorgetragenen haben, erfüllt aus meiner Sicht diesen Anspruch nicht einmal ansatzweise.
Und nun können sie sich an ihrem rot-grün-bunten Stammtisch versammeln und über eine qualifizierte Entgegnung sinnieren ...
Kobold2
07.09.2026, 16:39 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg – Gehört nicht zum Thema. Was aber hat das Knie mit der Wahl in Sachsen Anhalt zu tun?
Kobold2
07.09.2026, 19:33 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg – Gehört nicht zum Artikel
Paul.W
07.09.2026, 23:02 Uhr
Ach, Fönix,
Das ist ja schön, dass Sie glauben volkswirtschaftliche Grundlagen zu kennen. Dann verstehe ich allerdings nicht, dass Sie sich über wachsende Steueraufkommen wundern, die sich zwangsläufig auch aus der allgemeinen Inflation ergeben.
Was versicherungsfremde Leistungen betrifft, teile ich Ihre Meinung besonders bezüglich der GKV weitgehend. Allerdings sehe ich Leistungen für Bürgergeldempfänger nicht als „unzulässig“ an. Das strukturelle Problem der GKV wird am leichtesten im Vergleich z. B. mit der KFZ-Versicherung deutlich. Bei der macht die Versicherungsgesellschaft eine Einschätzung des Risikos. Der Beitrag hängt davon ab und nicht vom Einkommen des Versicherungsnehmers. Die GKV darf das Risiko gar nicht beurteilen und muss jeden aufnehmen, auch den Bürgergeldempfänger mit Frau und 5 Kindern.
Dass das finanziell nicht aufgeht, ist klar. Das heißt aber nicht, dass diese Familie keine Leistungen bekommen sollte. Und solche (versicherungstechnisch) „schlechten Risiken“ sind nicht nur Bürgergeldler, sondern auch viele Geringverdiener . Eine PKV würde die niemals aufnehmen. Die Politik schiebt sie in die GKV ab
Wer sollte das bezahlen? Dafür kommen nur zwei in Frage: Entweder die Privatversicherten werden beteiligt (Vorschlag: 30 Prozent ihres Beitrages) oder der Bund übernimmt das, und zwar in wesentlich höherem Anteil als bisher . . .
Wo wir schon dabei sind: Die von Lauterbach geplante und nötige Krankenhausreform sollte je zur Hälfte vom Bund und den GKV finanziert werden. Die Corona-Impfzentren haben m. E. auch die GKV bezahlt. Es hieß damals, die PKV werden auch noch irgendwann herangezogen. Davon habe ich nie wieder etwas gehört.
Aber die noch größeren Probleme sind die Gesetzliche Renten- und Pflgeversicherung. Der finanzielle Aufwand dafür wird noch deutlich wachsen. Aber keiner will höhere Beiträge oder Steuern zahlen oder auf Leistungen verzichten .
Dafür hat keine Partei bisher eine Lösung, die funktioniert und der Wähler akzeptieren würde.
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