Di, 07:22 Uhr
02.10.2007
Ab 9.10.2007 kein Bild, kein Ton?
Nordhausen (nnz). Nur noch wenige Tage und geschätzte 10 % der Fernsehzuschauer der Region werden buchstäblich dumm in die Röhre gucken. Betroffen sind diese Bürger, welche die öffentlich-rechtlichen Programme nur oder teilweise (am 2. Gerät in der Gartenlaube, Garage, im Bastelkeller etc.) über eine normale Dachantenne von den Senderstandorten Brocken und Torfhaus empfangen. Dazu ein Beitrag in Ihrer nnz.
Aufgrund der Umstellung beider Standorte auf DVB-T werden deren Geräte zum Elektronik-Müll oder bedürfen einer grundlegenden Auf- bzw. Umrüstung sowohl beim Gerät als auch an der Antennenanlage.
DVB-T ist keine Renovierung des guten, alten Fernsehens, sondern ein Systemwechsel. Ob dieser vor dem Hintergrund der Nutzung durch weniger als 10 % der Fernsehteilnehmer wirtschaftlich sinnvoll ist, wird sicher noch diskutiert werden, wenn einige übertriebene Vorstellungen der Macher erst einmal bundesweiten Tests durch die Verbraucher gegenüberstehen. Eins ist jedenfalls heute schon klar und durch eigene Tests in den Großräumen um Hannover und Berlin sowie Veröffentlichungen in seriösen Fachzeitschriften bestätigt: Wer die Kinder auf der Rücksitzbank bei der Urlaubsreise mit Tempo 160 km/h mit DVB-T-Fernsehen unterhalten will, sollte seinen Urlaub beispielsweise rund um den Berliner Alexanderplatz planen und dennoch mit häufigerem Aufschrei seines Nachwuchses rechnen, wenn im spannendsten Moment Standbild und Tonaussetzer auftreten.
Was kann und will DVB-T nun wirklich? Mit deutlich geringeren Sendeleistungen (Bei den größeren Sendern in der Regel und so auch auf dem Brocken halbiert, bei Torfhaus ein Drittel der bisherigen Strahlungsleistungen) mindestens 4 mal mehr Programme in deutlich besserer Qualität übertragen. Eine bundesweite Flächendeckung wird seitens der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht mehr angestrebt. Die Privaten beteiligen sich nur in einigen Regionen an DVB-T. In der Region Nordhausen werden wie auch in ganz Thüringen (zumindest vorerst) nur öffentlich-rechtliche Programme zu empfangen sein.
Was sollte der Fernsehteilnehmer, der weiterhin am Antennenfernsehen festhalten will oder muss, beachten:
1. Ab 9.10.2007 werden an den Senderstandorten Brocken und Torfhaus die Kanäle 6, 10, 34, 49 und 53 abgeschaltet. Der Kanal 23 wurde bereits 2004 abgeschaltet. Neu in Betrieb genommen werden die Kanäle 29, 30, 34, 46 und 59, allerdings abweichend vom bisherigen Status mit vertikaler Antennenpolarisation. Ob Sie aber wirklich aufs Dach steigen (besser durch einen Fachmann steigen lassen) und die UHF-Antennen drehen oder gar erneuern müssen, sollten Sie abwarten. Ebenfalls abwarten müssen Sie, wie Sie die Kanäle 46 und 59 empfangen können, denn diese werden nicht in Richtung Ost abgestrahlt. Die Prognose der Empfangsverhältnisse sieht für den Landkreis Nordhausen fast ausnahmslos eine Dachantenne als erforderlich an. Aber lassen Sie sich überraschen. Der Verfasser empfängt in Nordhausen mit einer absolut ungeeigneten Antenne bereits einen kleinen Lückenfüllsender bei Bad Sachsa und staunt darüber, dass selbst auf diese kurze Distanz gelegentlich Schwunderscheinungen auftreten, die den Empfang ganz oder teilweise unmöglich machen. Vielleicht wird aber auch nur an dem Sender noch massiv geschraubt.
2. Im Fachhandel und den größeren Märkten gibt es verschiedene Typen von sogenannten Set-Top-Boxen, welche DVB-T in das für normale Fernsehempfänger geeignete Format umsetzen schon ab 40 Euro. In den Gegenden, wo DVB-T schon in Gebrauch ist, sagt man, dass Geräte ab 60 Euro eine gute Qualität haben. Natürlich können Sie auch ein neues Fernsehgerät erwerben. Aber Vorsicht: Bisher haben die wenigsten Neugeräte, und das betrifft auch die Flachmänner, einen integrierten DVB-T-Tuner. Vor dem Hintergrund möglicher Standard - Änderungen und – Ergänzungen erscheint es durchaus sinnvoll, das mäßig ausgestattete Schnäppchen zu erwerben, wenn es HD-ready ist und jeweils mit modernen Boxen zu umgeben. Vielleicht können Sie ja in absehbarer Zeit doch eine Satelliten-Antenne anbringen und darüber die ganze Fernseh- und Radiovielfalt genießen.
3. Folgende Programme können Sie auf den neuen Kanälen empfangen:
29: ARD, arte, Phoenix, Eins Festival
30: ZDF, 3sat und im Wechsel ZDF-Doku und KiKa, ZDF-Info (geplant)
34: mdr (in der Regionalisierung Sachsen-Anhalt), rbb, WDR, NDR
46: NDR NDS, WDR (Zur Regionalprogrammzeit NDR SH), mdr (NDR MVP), hr (NDR HH)
59: wie 29 (Bitte fragen Sie mich nicht, warum!)
Grundsätzlich interessieren muss Sie die Programmverteilung nur, wenn Sie bei Suchlaufschwierigkeiten Ihrer Box den Kanalsuchlauf manuell durchführen wollen. In der Regel finden die Boxen die empfangswürdigen Sender automatisch. Es gibt bei DVB-T nur 2 Empfangszustände: Gutes Bild, prima Stereoton und geht nicht! Grießbrei im Bild, Rauschen im Ton gibt es nicht. Deshalb sollte bei Schwierigkeiten mit der Antennenausrichtung der Fachmann konsultiert werden. Eigene Bemühungen können sehr schnell in ein Geduldsspiel ausarten.
Ihre alte VHF-Antenne können Sie abschrauben (lassen). Aber nicht wegwerfen. Vielleicht können Sie diese in einigen Jahren (oder auch sofort, wenn Sie mit dem Miniangebot auf Kanal 12 zufrieden sind und gerne noch ein zusätzliches Radio anschaffen möchten) noch für DAB (das neue digitale UKW-Radio) gebrauchen. Allerdings ist wohl mittelfristig nicht mit einer Abschaltung der alten UKW-Sender zu rechnen.
Jürgen Wiethoff
Autor: nnzAufgrund der Umstellung beider Standorte auf DVB-T werden deren Geräte zum Elektronik-Müll oder bedürfen einer grundlegenden Auf- bzw. Umrüstung sowohl beim Gerät als auch an der Antennenanlage.
DVB-T ist keine Renovierung des guten, alten Fernsehens, sondern ein Systemwechsel. Ob dieser vor dem Hintergrund der Nutzung durch weniger als 10 % der Fernsehteilnehmer wirtschaftlich sinnvoll ist, wird sicher noch diskutiert werden, wenn einige übertriebene Vorstellungen der Macher erst einmal bundesweiten Tests durch die Verbraucher gegenüberstehen. Eins ist jedenfalls heute schon klar und durch eigene Tests in den Großräumen um Hannover und Berlin sowie Veröffentlichungen in seriösen Fachzeitschriften bestätigt: Wer die Kinder auf der Rücksitzbank bei der Urlaubsreise mit Tempo 160 km/h mit DVB-T-Fernsehen unterhalten will, sollte seinen Urlaub beispielsweise rund um den Berliner Alexanderplatz planen und dennoch mit häufigerem Aufschrei seines Nachwuchses rechnen, wenn im spannendsten Moment Standbild und Tonaussetzer auftreten.
Was kann und will DVB-T nun wirklich? Mit deutlich geringeren Sendeleistungen (Bei den größeren Sendern in der Regel und so auch auf dem Brocken halbiert, bei Torfhaus ein Drittel der bisherigen Strahlungsleistungen) mindestens 4 mal mehr Programme in deutlich besserer Qualität übertragen. Eine bundesweite Flächendeckung wird seitens der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht mehr angestrebt. Die Privaten beteiligen sich nur in einigen Regionen an DVB-T. In der Region Nordhausen werden wie auch in ganz Thüringen (zumindest vorerst) nur öffentlich-rechtliche Programme zu empfangen sein.
Was sollte der Fernsehteilnehmer, der weiterhin am Antennenfernsehen festhalten will oder muss, beachten:
1. Ab 9.10.2007 werden an den Senderstandorten Brocken und Torfhaus die Kanäle 6, 10, 34, 49 und 53 abgeschaltet. Der Kanal 23 wurde bereits 2004 abgeschaltet. Neu in Betrieb genommen werden die Kanäle 29, 30, 34, 46 und 59, allerdings abweichend vom bisherigen Status mit vertikaler Antennenpolarisation. Ob Sie aber wirklich aufs Dach steigen (besser durch einen Fachmann steigen lassen) und die UHF-Antennen drehen oder gar erneuern müssen, sollten Sie abwarten. Ebenfalls abwarten müssen Sie, wie Sie die Kanäle 46 und 59 empfangen können, denn diese werden nicht in Richtung Ost abgestrahlt. Die Prognose der Empfangsverhältnisse sieht für den Landkreis Nordhausen fast ausnahmslos eine Dachantenne als erforderlich an. Aber lassen Sie sich überraschen. Der Verfasser empfängt in Nordhausen mit einer absolut ungeeigneten Antenne bereits einen kleinen Lückenfüllsender bei Bad Sachsa und staunt darüber, dass selbst auf diese kurze Distanz gelegentlich Schwunderscheinungen auftreten, die den Empfang ganz oder teilweise unmöglich machen. Vielleicht wird aber auch nur an dem Sender noch massiv geschraubt.
2. Im Fachhandel und den größeren Märkten gibt es verschiedene Typen von sogenannten Set-Top-Boxen, welche DVB-T in das für normale Fernsehempfänger geeignete Format umsetzen schon ab 40 Euro. In den Gegenden, wo DVB-T schon in Gebrauch ist, sagt man, dass Geräte ab 60 Euro eine gute Qualität haben. Natürlich können Sie auch ein neues Fernsehgerät erwerben. Aber Vorsicht: Bisher haben die wenigsten Neugeräte, und das betrifft auch die Flachmänner, einen integrierten DVB-T-Tuner. Vor dem Hintergrund möglicher Standard - Änderungen und – Ergänzungen erscheint es durchaus sinnvoll, das mäßig ausgestattete Schnäppchen zu erwerben, wenn es HD-ready ist und jeweils mit modernen Boxen zu umgeben. Vielleicht können Sie ja in absehbarer Zeit doch eine Satelliten-Antenne anbringen und darüber die ganze Fernseh- und Radiovielfalt genießen.
3. Folgende Programme können Sie auf den neuen Kanälen empfangen:
29: ARD, arte, Phoenix, Eins Festival
30: ZDF, 3sat und im Wechsel ZDF-Doku und KiKa, ZDF-Info (geplant)
34: mdr (in der Regionalisierung Sachsen-Anhalt), rbb, WDR, NDR
46: NDR NDS, WDR (Zur Regionalprogrammzeit NDR SH), mdr (NDR MVP), hr (NDR HH)
59: wie 29 (Bitte fragen Sie mich nicht, warum!)
Grundsätzlich interessieren muss Sie die Programmverteilung nur, wenn Sie bei Suchlaufschwierigkeiten Ihrer Box den Kanalsuchlauf manuell durchführen wollen. In der Regel finden die Boxen die empfangswürdigen Sender automatisch. Es gibt bei DVB-T nur 2 Empfangszustände: Gutes Bild, prima Stereoton und geht nicht! Grießbrei im Bild, Rauschen im Ton gibt es nicht. Deshalb sollte bei Schwierigkeiten mit der Antennenausrichtung der Fachmann konsultiert werden. Eigene Bemühungen können sehr schnell in ein Geduldsspiel ausarten.
Ihre alte VHF-Antenne können Sie abschrauben (lassen). Aber nicht wegwerfen. Vielleicht können Sie diese in einigen Jahren (oder auch sofort, wenn Sie mit dem Miniangebot auf Kanal 12 zufrieden sind und gerne noch ein zusätzliches Radio anschaffen möchten) noch für DAB (das neue digitale UKW-Radio) gebrauchen. Allerdings ist wohl mittelfristig nicht mit einer Abschaltung der alten UKW-Sender zu rechnen.
Jürgen Wiethoff