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Mo, 16:22 Uhr
08.10.2007

Parodie im Konzertsaal

Nordhausen/Sondershausen (nnz). Das Loh-Orchester Sondershausen bereitet sich derzeit auf das zweite Sinfoniekonzert vor. Welche Noten da auf die Musiker warten, das hat die nnz erfahren.


Zu Gast (Foto: TN) Zu Gast (Foto: TN) Auf dem Programm stehen Werke von Mozart, Schostakowitsch und Tschaikowsky. Schostakowitsch komponierte sein Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll im Jahr 1933 als eine äußerst humorvolle Parodie auf das klassische Konzert. Gassenhauer und Klassikerzitate, schwärmerisch-romantische Geste und stampfende Rhythmen stehen in häufig völlig unvermittelten Kontrasten nebeneinander. Auf den anfänglichen Beifall, den der Komponist nach ersten Aufführungen erntete, folgte jedoch schon bald harsche öffentliche Kritik, da man die Ideale sozialistischer Kultur einer Verballhornung ausgesetzt sah. Kompositionen dieser Art mussten in Schostakowitschs Schaffen daher erst einmal solchen weichen, die den Forderungen der Parteiästhetik entgegen kamen, scheinbar jedenfalls...

Großen Einfluss auf Schostakowitsch übte der 66 Jahre ältere Peter Iljitsch Tschaikowsky aus. Dessen letzte Sinfonie, die „Pathetique“, trat bereits unmittelbar nach seinem Tod im Jahr 1893 den Siegeszug durch die Konzertsäle an. Bis heute wird das Werk als Ausdruck des leidgeplagten und dem Tod nahe stehenden Komponisten gedeutet; dieser bekannte selbst, dass es „durch und durch von meinem eigensten Sein erfüllt ist; als ich es in Gedanken komponierte, habe ich immer wieder bitterlich geweint.“

Eröffnet wird das Konzert des Loh-Orchesters durch etwas leichtere Töne: Den Auftakt macht Mozarts Sinfonie B-Dur, KV 182, eine Komposition noch aus dessen Salzburger Zeit. Es ist ein kurzes Werk, das in seinem Erfindungsreichtum und dramatischen Gestus unverkennbar die Handschrift Mozarts trägt.

Zwei Musiker sind im zweiten Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters Sondershausen diesmal zu Gast: Zu erleben sind der junge chinesische Dirigent Cheung Chau (Foto) – im Duo mit Ralf Glitscher, dem Solotrompeter des Loh-Orchesters – sowie die Pianistin Gerlint Böttcher.

Cheung Chau studierte in Stockholm und kann bereits auf eine beachtliche internationale Karriere zurückblicken. Er ist aber nicht nur erfolgreicher Dirigent, sondern auch ein gefragter Cellist, der mit dem Atma Klavier Trio auf den Podien Europas und den USA gastiert. Gerlint Böttcher gab bereits als 15-jährige mit dem Philharmonischen Orchester Frankfurt/Oder ihr erstes öffentliches Konzert. Später studierte sie an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“, wo sie neben ihren internationalen pianistischen Auftritten seit 1997 selbst unterrichtet.

Konzerttermine:
13. Oktober 2007 Haus der Kunst in Sondershausen – 19.30 Uhr
14. Oktober 2007 Theater Nordhausen - 19.30 Uhr

Jeweils um 19.00 Uhr gibt die Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann eine Einführung im Foyer.
Autor: nnz

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