Mo, 18:35 Uhr
17.12.2007
Weitere Senkungen verhindern
Ausgangs des Sommers wurde am Schacht V bei der GSES in Sondershausen eine neue Verladeanlage in Betrieb genommen. Was das mit den Senkungen zu tun hat, wir verraten es Ihnen.
In einigen Gegenden von Sondershausen sind Senkungen des Untergrunds ein ernst zu nehmendes Problem. Diese Senkungen resultieren immer noch aus den ehemaligen Abbau von Kalisalzen. Um diese Senkungen zu stoppen, wird in alte Grubenbaue Versatzmaterial eingebracht, damit sich das Deckgebirge nicht noch weiter senken kann, was ja leider bis Übertage wirksam werden kann.
Eine bisher angewendete Methode beinhaltet folgende Verfahrensweise, die übrigens für den Bergbau in der gesamten EU einmalig ist:
Filterstäube von Müllverbrennungsanlagen, überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Italien, Frankreich und Dänemark, werden mit hauptsächlich aus dem Grubebetrieb anfallender hoch konzentrierter Magnesiumchloridlauge zu eine Arte Bergbaumörtel verrührt. Dieser Mörtel (ohne Bindemittel, wie Zement) wird dann über Rohrleitungen bis in die zu verfüllenden Grubenbaue (zur Zeit wohl im Südfeld I) gepumpt. Durch ein vorgeschriebenes Mischungsverhältnis Staub zu Lauge wird gesichert, dass diese Masse hinterher vollständig aushärten kann.
Bisher erfolgte die Anlieferung solcher Stäube, so Dispatcher und stellvertretender Anlagenleiter Volker Hartmann, fast überwiegend über Silofahrzeug die bis zu 24 t laden können. Hier ein Bild von der Entladung eines LKW.
Da die Filterstäube sofort über Schläuche und Rohrleitungen in Silos gepumpt werden, ist auch keine sichtbare Staubbelastung zu bemerken. In 8 Silos mit je 200 m3 Fassungsvermögen wird der Filterstaub bis zur Verarbeitung zwischengelagert. Seite Mitte September wird die neue Bahnverladeanlage genutzt, hier im Bild.
Hier werden die Silo-Waggons mit Druckluft in die Lagersilos gepresst. Filteranlagen sichern, dass kein unnötigen Filterstaub austreten kann. Das muss durch regelmäßige Emissionsmessungen nachgewiesen werden.
So ein Kesselwagen kann je nach Filterasche 50 bis 60 t transportieren, und damit über doppelt soviel, wie ein herkömmlicher LKW. Trotzdem wurden seit der Inbetriebnahme Mitte September erst ca. 70 Waggons angeliefert. Grund dafür ist, das viele Lieferanten keinen Bahnanschluss haben, und so eben doch per LKW geliefert werden muss. Bisher kommen die Bahnlieferungen ausschließlich aus den Niederlanden. Die GSES, so Volker Hartmann, versucht aber, immer mehr Kunden zu überzeugen, auf Bahnlieferungen umzusteigen. Der Grund ist recht plausibel, denn neben weniger LKW-Lieferungen ist die Bahnverladung kostengünstiger für die GSES. Obwohl die Lieferung per Bahn nicht ohne Haken ist: Die Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig. Obwohl 2 Waggons für heute Vormittag avisiert waren, sieht man am Bild, dass sie auch am Nachmittag noch nicht da waren. Der Fototermin war extra schon so gelegt worden.
Damit nicht jeder denkt, er könne hier einfach mal so seine Asche loswerden, der irrt. Jeder potentielle Lieferant muss erst Proben zusenden, die in der KUTEC (am Schacht II) überprüft werden, vor allem hinsichtlich Aushärtbarkeit und ob sie der Betriebserlaubnis entsprechen. Und erst wenn das staatliches Umweltamt zugestimmt hat, entscheidet das Bergamt, dass dieser Filterstaub mit einem exakt vorgeschriebenen Mischungsverhältnis zum Versatz in der Grube angewendet werden darf.
Autor: khhIn einigen Gegenden von Sondershausen sind Senkungen des Untergrunds ein ernst zu nehmendes Problem. Diese Senkungen resultieren immer noch aus den ehemaligen Abbau von Kalisalzen. Um diese Senkungen zu stoppen, wird in alte Grubenbaue Versatzmaterial eingebracht, damit sich das Deckgebirge nicht noch weiter senken kann, was ja leider bis Übertage wirksam werden kann.
Eine bisher angewendete Methode beinhaltet folgende Verfahrensweise, die übrigens für den Bergbau in der gesamten EU einmalig ist:
Filterstäube von Müllverbrennungsanlagen, überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Italien, Frankreich und Dänemark, werden mit hauptsächlich aus dem Grubebetrieb anfallender hoch konzentrierter Magnesiumchloridlauge zu eine Arte Bergbaumörtel verrührt. Dieser Mörtel (ohne Bindemittel, wie Zement) wird dann über Rohrleitungen bis in die zu verfüllenden Grubenbaue (zur Zeit wohl im Südfeld I) gepumpt. Durch ein vorgeschriebenes Mischungsverhältnis Staub zu Lauge wird gesichert, dass diese Masse hinterher vollständig aushärten kann.
Bisher erfolgte die Anlieferung solcher Stäube, so Dispatcher und stellvertretender Anlagenleiter Volker Hartmann, fast überwiegend über Silofahrzeug die bis zu 24 t laden können. Hier ein Bild von der Entladung eines LKW.
Da die Filterstäube sofort über Schläuche und Rohrleitungen in Silos gepumpt werden, ist auch keine sichtbare Staubbelastung zu bemerken. In 8 Silos mit je 200 m3 Fassungsvermögen wird der Filterstaub bis zur Verarbeitung zwischengelagert. Seite Mitte September wird die neue Bahnverladeanlage genutzt, hier im Bild.
Hier werden die Silo-Waggons mit Druckluft in die Lagersilos gepresst. Filteranlagen sichern, dass kein unnötigen Filterstaub austreten kann. Das muss durch regelmäßige Emissionsmessungen nachgewiesen werden.
So ein Kesselwagen kann je nach Filterasche 50 bis 60 t transportieren, und damit über doppelt soviel, wie ein herkömmlicher LKW. Trotzdem wurden seit der Inbetriebnahme Mitte September erst ca. 70 Waggons angeliefert. Grund dafür ist, das viele Lieferanten keinen Bahnanschluss haben, und so eben doch per LKW geliefert werden muss. Bisher kommen die Bahnlieferungen ausschließlich aus den Niederlanden. Die GSES, so Volker Hartmann, versucht aber, immer mehr Kunden zu überzeugen, auf Bahnlieferungen umzusteigen. Der Grund ist recht plausibel, denn neben weniger LKW-Lieferungen ist die Bahnverladung kostengünstiger für die GSES. Obwohl die Lieferung per Bahn nicht ohne Haken ist: Die Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig. Obwohl 2 Waggons für heute Vormittag avisiert waren, sieht man am Bild, dass sie auch am Nachmittag noch nicht da waren. Der Fototermin war extra schon so gelegt worden.
Damit nicht jeder denkt, er könne hier einfach mal so seine Asche loswerden, der irrt. Jeder potentielle Lieferant muss erst Proben zusenden, die in der KUTEC (am Schacht II) überprüft werden, vor allem hinsichtlich Aushärtbarkeit und ob sie der Betriebserlaubnis entsprechen. Und erst wenn das staatliches Umweltamt zugestimmt hat, entscheidet das Bergamt, dass dieser Filterstaub mit einem exakt vorgeschriebenen Mischungsverhältnis zum Versatz in der Grube angewendet werden darf.


