eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 18:35 Uhr
17.12.2007

Weitere Senkungen verhindern

Ausgangs des Sommers wurde am Schacht V bei der GSES in Sondershausen eine neue Verladeanlage in Betrieb genommen. Was das mit den Senkungen zu tun hat, wir verraten es Ihnen.

In einigen Gegenden von Sondershausen sind Senkungen des Untergrunds ein ernst zu nehmendes Problem. Diese Senkungen resultieren immer noch aus den ehemaligen Abbau von Kalisalzen. Um diese Senkungen zu stoppen, wird in alte Grubenbaue Versatzmaterial eingebracht, damit sich das Deckgebirge nicht noch weiter senken kann, was ja leider bis Übertage wirksam werden kann.

Eine bisher angewendete Methode beinhaltet folgende Verfahrensweise, die übrigens für den Bergbau in der gesamten EU einmalig ist:
Filterstäube von Müllverbrennungsanlagen, überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Italien, Frankreich und Dänemark, werden mit hauptsächlich aus dem Grubebetrieb anfallender hoch konzentrierter Magnesiumchloridlauge zu eine Arte Bergbaumörtel verrührt. Dieser „Mörtel“ (ohne Bindemittel, wie Zement) wird dann über Rohrleitungen bis in die zu verfüllenden Grubenbaue (zur Zeit wohl im Südfeld I) gepumpt. Durch ein vorgeschriebenes Mischungsverhältnis Staub zu Lauge wird gesichert, dass diese Masse hinterher vollständig aushärten kann.

Bisher erfolgte die Anlieferung solcher Stäube, so Dispatcher und stellvertretender Anlagenleiter Volker Hartmann, fast überwiegend über Silofahrzeug die bis zu 24 t laden können. Hier ein Bild von der Entladung eines LKW.
LKW Entladung von Filterstaub (Foto: Karl-Heinz Herrmann) LKW Entladung von Filterstaub (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Da die Filterstäube sofort über Schläuche und Rohrleitungen in Silos gepumpt werden, ist auch keine sichtbare Staubbelastung zu bemerken. In 8 Silos mit je 200 m3 Fassungsvermögen wird der Filterstaub bis zur Verarbeitung zwischengelagert. Seite Mitte September wird die neue Bahnverladeanlage genutzt, hier im Bild.
Bahnverladund Filterstaub (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bahnverladund Filterstaub (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Hier werden die Silo-Waggons mit Druckluft in die Lagersilos gepresst. Filteranlagen sichern, dass kein unnötigen Filterstaub austreten kann. Das muss durch regelmäßige Emissionsmessungen nachgewiesen werden.

So ein Kesselwagen kann je nach Filterasche 50 bis 60 t transportieren, und damit über doppelt soviel, wie ein herkömmlicher LKW. Trotzdem wurden seit der Inbetriebnahme Mitte September erst ca. 70 Waggons angeliefert. Grund dafür ist, das viele Lieferanten keinen Bahnanschluss haben, und so eben doch per LKW geliefert werden muss. Bisher kommen die Bahnlieferungen ausschließlich aus den Niederlanden. Die GSES, so Volker Hartmann, versucht aber, immer mehr Kunden zu überzeugen, auf Bahnlieferungen umzusteigen. Der Grund ist recht plausibel, denn neben weniger LKW-Lieferungen ist die Bahnverladung kostengünstiger für die GSES. Obwohl die Lieferung per Bahn nicht ohne Haken ist: Die Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig. Obwohl 2 Waggons für heute Vormittag avisiert waren, sieht man am Bild, dass sie auch am Nachmittag noch nicht da waren. Der „Fototermin“ war extra schon so gelegt worden.

Damit nicht jeder denkt, er könne hier einfach mal so seine Asche loswerden, der irrt. Jeder potentielle Lieferant muss erst Proben zusenden, die in der KUTEC (am Schacht II) überprüft werden, vor allem hinsichtlich Aushärtbarkeit und ob sie der Betriebserlaubnis entsprechen. Und erst wenn das staatliches Umweltamt zugestimmt hat, entscheidet das Bergamt, dass dieser Filterstaub mit einem exakt vorgeschriebenen Mischungsverhältnis zum Versatz in der Grube angewendet werden darf.
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)