Mo, 07:36 Uhr
31.12.2007
Was sich Gewerkschafter wünschen
Zum Jahreswechsel werden viele persönliche und unpersönliche Wünsche geäußert. Was sich der Thüringer DGB für das kommende Jahr wünscht, das haben wir erfahren...
Vom viel gepriesenen Aufschwung spürt die Mehrheit der Thüringer nichts. Die Bruttoeinkommen sind preisbereinigt auch 2007 gesunken. Bundesweit lagen die Verbraucherpreise im Dezember 2,8 Prozent höher als im Vorjahr, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Damit sind die Realeinkommen der ArbeitnehmerInnen drastisch gesunken.
Die Umsätze der Thüringer Industrie sind 2007 um 12 Prozent angestiegen, die Beschäftigung stieg lediglich um 4,9 Prozent. Diese neuen Arbeitsplätze entstanden überwiegend in der Leiharbeit. Sie sind geringer vergütet, oftmals befristet und damit prekäre Beschäftigung.
Statt einseitig bei den Unternehmensgewinnen und Vermögen muss Aufschwung im Jahr 2008 endlich bei den ArbeitnehmerInnen ankommen, sagte der DGB Landesvorsitzende Steffen Lemme angesichts der erfreulichen Konjunkturbelebung im Jahr 2007.
Die noch immer fehlende Kaufkraft in weiten Teilen der Bevölkerung blockiert die Belebung der Konjunktur. Wenn die Nachfrage am Binnenmarkt nicht deutlich ansteigt, wird der Aufschwung nur von kurzer Dauer sein.
Wer sich heute in Thüringen immer noch gegen leistungsgerechte Tariflöhne und den gesetzlichen Mindestlohn als untere Lohngrenze stelle, müsse sich zudem klar machen, dass qualifizierte Arbeitskräfte nur durch leistungsgerechte Bezahlung zu haben sind. Wer auf Billiglohn setzt, befördert Einkommensarmut und Abwanderung. Immerhin haben 2007 täglich 31 Personen (16 Männer und 15 Frauen) Thüringen durch Abwanderung verlassen.
2007 war für die DGB-Gewerkschaften ein erfolgreiches Jahr. Neben guten Tarifabschlüssen konnte der Durchbruch bei den Mindestlöhnen für die Beschäftigten der Postdienste und für die GebäudereinigerInnen durchgesetzt werden. Für das Jahr 2008 erwartet der DGB Thüringen noch deutlichere höhere Tarifsteigerungen. Im Jahr 2007 konnten in Ostdeutschland nach vorläufigen Angaben insgesamt durchschnittlich um 2,1 Prozent (2006: 1,5 %) höhere Tarifzahlungen durchgesetzt werden. Das Investitions- und Grundstoffproduktionsgütergewerbe lag mit 3,8 bzw. 3,7 Prozent an der Spitze der Tarifabschlüsse.
An den Ministerpräsidenten gerichtet, sagte Lemme 2008 sollte Thüringen endlich die rote Laterne bei den Löhnen abgeben. Die Thüringer Landesregierung muss endlich umdenken, und die niedrigen Löhne und längeren Arbeitszeiten nicht länger als Standortvorteil verkaufen.
Autor: nnzVom viel gepriesenen Aufschwung spürt die Mehrheit der Thüringer nichts. Die Bruttoeinkommen sind preisbereinigt auch 2007 gesunken. Bundesweit lagen die Verbraucherpreise im Dezember 2,8 Prozent höher als im Vorjahr, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Damit sind die Realeinkommen der ArbeitnehmerInnen drastisch gesunken.
Die Umsätze der Thüringer Industrie sind 2007 um 12 Prozent angestiegen, die Beschäftigung stieg lediglich um 4,9 Prozent. Diese neuen Arbeitsplätze entstanden überwiegend in der Leiharbeit. Sie sind geringer vergütet, oftmals befristet und damit prekäre Beschäftigung.
Statt einseitig bei den Unternehmensgewinnen und Vermögen muss Aufschwung im Jahr 2008 endlich bei den ArbeitnehmerInnen ankommen, sagte der DGB Landesvorsitzende Steffen Lemme angesichts der erfreulichen Konjunkturbelebung im Jahr 2007.
Die noch immer fehlende Kaufkraft in weiten Teilen der Bevölkerung blockiert die Belebung der Konjunktur. Wenn die Nachfrage am Binnenmarkt nicht deutlich ansteigt, wird der Aufschwung nur von kurzer Dauer sein.
Wer sich heute in Thüringen immer noch gegen leistungsgerechte Tariflöhne und den gesetzlichen Mindestlohn als untere Lohngrenze stelle, müsse sich zudem klar machen, dass qualifizierte Arbeitskräfte nur durch leistungsgerechte Bezahlung zu haben sind. Wer auf Billiglohn setzt, befördert Einkommensarmut und Abwanderung. Immerhin haben 2007 täglich 31 Personen (16 Männer und 15 Frauen) Thüringen durch Abwanderung verlassen.
2007 war für die DGB-Gewerkschaften ein erfolgreiches Jahr. Neben guten Tarifabschlüssen konnte der Durchbruch bei den Mindestlöhnen für die Beschäftigten der Postdienste und für die GebäudereinigerInnen durchgesetzt werden. Für das Jahr 2008 erwartet der DGB Thüringen noch deutlichere höhere Tarifsteigerungen. Im Jahr 2007 konnten in Ostdeutschland nach vorläufigen Angaben insgesamt durchschnittlich um 2,1 Prozent (2006: 1,5 %) höhere Tarifzahlungen durchgesetzt werden. Das Investitions- und Grundstoffproduktionsgütergewerbe lag mit 3,8 bzw. 3,7 Prozent an der Spitze der Tarifabschlüsse.
An den Ministerpräsidenten gerichtet, sagte Lemme 2008 sollte Thüringen endlich die rote Laterne bei den Löhnen abgeben. Die Thüringer Landesregierung muss endlich umdenken, und die niedrigen Löhne und längeren Arbeitszeiten nicht länger als Standortvorteil verkaufen.